3:3 nach 0:3: Dotchevs emotionale Rückkehr

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Aus 0:3 machte Viktoria Köln bei Hansa Rostock am Samstag ein 3:3 und schrieb damit schon am 1. Spieltag seine ganz eigene Drittliga-Geschichte: Dank eines Doppelpacks von Albert Bunjaku kann der Aufsteiger einen verloren geglaubten Punkt erkämpfen. Dabei deutete nach den ersten 20 Minuten nichts mehr darauf hin.

"Wäre schon sehr desolat gewesen"

Auf der Stadionleinwand lief die 20. Spielminute, da drehte Aaron Opoku jubelnd in einer Hansa-Traube ab – dem Youngster der Heimmannschaft war zuvor ein Traumtor per Hacke gelungen, die Kogge führte im eigenen Stadion zu diesem Zeitpunkt bereits mit drei Treffern. "Ich hab nur gedacht, hoffentlich kriegen wir das vierte Tor nicht auch noch. Das wäre schon sehr desolat gewesen", zeigte sich Viktoria-Trainer Pavel Dotchev später am Mikrofon der "Telekom" erleichtert. Denn seine Mannschaft kämpfte sich zurück und holte sich in einer verloren geglaubten Partie am Ende noch einen Punkt. "Ich kann jetzt wirklich sehr glücklich sein, dass wir den 0:3-Rückstand drehen können. Eigentlich kann es für uns ganz, ganz böse ausgehen", wusste auch Dotchev, dass das nicht selbstverständlich war.

Albert Bunjaku schnürte gegen Hansa den Doppelpack und wagte auch mit 35 Jahren noch den akrobatischen Jubel: "Den Flick-Flack habe ich zuletzt vor acht Jahren gemacht. Aber man sieht, ich mache das noch gut." Der ehemalige Schweizer Nationalspieler, der auch für die Nationalelf des Kosovo auflief, veredelte die Aufholjagd der Viktoria und ärgerte sich am Ende trotzdem: "In der 2. Halbzeit können wir das Spiel sogar gewinnen. Das zeigt, was für eine geschlossene Mannschaft wir sind."

"Alter Hase" Bunjaku

Der Erfolg ist auch auf Pavel Dotchev zurückzuführen, der in der Halbzeit die strategische Ausrichtung änderte und mit Bernard Kyere den Unglücksraben des Tages vom Platz nahm – ein Eigentor, zwei defensive Stellungsfehler ließen den Innenverteidiger mit sich hadern. Die Mannschaft gab sich aber nicht auf. "Ich hab auch in der Kabine gesagt: Hansa hat drei Tore in einer Halbzeit geschafft, wieso sollen wir das nicht schaffen?", ließ der deutsch-bulgarische Trainer in seine Pausenansprache einblicken und erreichte seine Jungs damit ganz offensichtlich.

Einen Teil schrieb Dotchev auch dem Gegner zu: "Hansa hat nach dem 0:3 gedacht, die Partie ist entschieden und sie können jetzt verwalten." An diesem Punkt habe er bei seiner Rückkehr in das Ostseestadion angesetzt, obwohl es für ihn nicht leicht war. Er habe sich lieber ein anderes Auftaktspiel gewünscht, an der alten Wirkungsstätte hatte Dotchev nur ehrliche Worte über: "Ich kann jetzt nicht hier im Stadion sein und keine Emotionen haben." Am Ende sorgte Bunjaku für positive Gefühle beim Cheftrainer des Aufsteigers, dem aber besonders der erster Treffer des Stürmers auffiel: Die Eckenvariante war nicht einstudiert, wie Dotchev zugab und sich für seinen Torschützen freute: "Aber Albert Bunjaku ist ein alter Hase, der weiß, wo er stehen muss."

   
  • Bördeländer

    Ein typischer Härtel! Wie oft unter Jens Härtel ist uns das in Magdeburg passiert, Führungen ständig abgegeben. Er bleibt sich treu…

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