3:1 im Hinspiel: Wolfsburg II mit einem Bein in der 3. Liga

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Der VfL Wolfsburg II hat die Tür zur 3. Liga weit aufgestoßen und das Hinspiel in der Relegation gegen die Zweitvertretung des FC Bayern München mit 3:1 gewonnen. In einer vor allem in der ersten Halbzeit hochklassigen und chancenreichen Begegnung zeigten sich die jungen Wölfe konsequenter vor dem gegnerischen Tor und trafen zweimal durch Hanslik und einmal durch Rizzi. Ein Eigentor von Ziegele sorgt aber noch für Spannung im Rückspiel. 

Erste Halbzeit findet fast nur in der Offensive statt

Nach den erfolglosen Relegationsspielen 2014 und 2016 will der VfL Wolfsburg endlich den Sprung in die 3. Liga schaffen und traf zum Hinspiel der Aufstiegsrunde zu Hause auf die Zweitvertretung des FC Bayern München, die 2014 ebenfalls schon einmal in den Entscheidungsspielen unterlegen war und letztmals vor acht Jahren im Profifußball spielte.

Und die jungen Wölfe erwischten einen Start nach Maß: Scheiterte Blaz Kramer nach einem verlängerten langen Ball völlig freistehend zunächst noch an Bayerns-Keeper Ron Thorben Hoffmann (6.), machte es Routinier Michele Rizzi nach einer anschließenden Ecke besser. Der ehemalige Drittligaprofi von der SG Sonnenhof Großaspach und Preußen Münster bekam nach dem Eckstoß den zweiten Ball und drosch die Kugel mit Wucht zum 1:0 in die Maschen (7.). Kramer hätte kurz darauf sogar schon auf 2:0 erhöhen können, verlor aber erneut im Eins-gegen-eins mit Hoffmann (9.).

Die U23 des FC Bayern brauchte einen Moment, um sich aus der frühen Umklammerung der Gastgeber zu lösen und von dem schnellen Gegentor zu erholen, drehte anschließend unter den Augen von Sportdirektor Hasan Salihamidzic und Präsident Uli Hoeneß aber mächtig auf. Der von den Profis abgestellte Alphonso Davies erwischte am Fünfmeterraum eine Flanke von Mert Yilmaz, brachte den Ball aber nicht Keeper Phillip Menzel vorbei (15.), ein Kopfball von Regionalliga-Torschützenkönig Kwasi Okyere Wriedt flog etwas später auf der falschen Seite des Pfostens über die Grundlinie (25.). Die Bayern blieben aber dran und waren im Minutentakt gefährlich. Davis nach einem Konter (26.) und Woo Yeong Jeong (31.) mit einem Schlenzer fanden erneut ihren Meister in Menzel.

Und plötzlich stand es 2:0 für Wolfsburg, wobei auch dem zweiten Treffer eine Ecke vorausging. Dieses Mal war Daniel Hanslik nach der Hereingabe von Rizzi per Kopf zur Stelle und traf eiskalt ins rechte Eck (32.). Mit dem nächsten Tor eines Wolfsburgers sollte es wenige Minuten später aber wieder etwas spannender werden, denn nach einem Freistoß von Meritan Shabani traf Robin Ziegele mit einer Kopfballverlängerung ins eigene Netz und brachte die Gäste somit wieder auf einen Treffer heran (44.). Dennoch fiel der Schlusspunkt in Halbzeit eins auf der anderen Seite: Bayerns Abwehrspieler Maxime Awoudja spielte einen katastrophalen Pass in die Füße von Hanslik und der Torschützenkönig der Nord-Staffel nahm das Geschenk dankend an und traf aus 20 Metern mit einem präzisen Flachschuss zum 3:1-Pausenstand.

Spiel verflacht im zweiten Spielabschnitt

Die Bayern waren mit Beginn des zweiten Spielabschnittes nun gefordert, die eigenen Chancen konsequenter zu nutzen, kamen aber trotz Feldüberlegenheit nun kaum noch zu nennenswerten Abschlüssen. Erst nach 67 Minuten wurde es mal wieder nach einer Ecke gefährlich und tatsächlich trafen die Wölfe in Person von dem bisher überragenden Menzel ins eigene Netz. Schiedsrichter Thorben Siewer (Olpe) wollte aber ein Foulspiel von Wriedt gesehen haben und verweigerte dem vermeintlichen Anschlusstreffer die Anerkennung.

Mit Jannik Rochelt für Joshua Zirkzee hatte Bayerns Trainer Holger Seitz zuvor für frischen Wind in der Offensive sorgen wollen, dennoch blieb im Spiel nach vorne vieles Stückwerk. Wriedt setzte sich schließlich mit einer Einzelaktion auf der linken Seite mal gegen Ziegele durch, der den Abschluss des Stürmers aber noch so abfälschen konnte, dass er rechts am Tor vorbeiging (79.). Die letzten Minuten waren schließlich durch viele Verletzungsunterbrechungen immer wieder unterbrochen, so dass kein wirklicher Spielfluss mehr aufkam. Ein letzter Abschluss von Rochelt wurde in der Nachspielzeit schließlich gerade noch so geblockt, Halbzeit zwei blieb also ohne Tore.

Und so fuhren die Wölfe letztlich einen wichtigen Sieg ein, der der Mannschaft von Trainer Rüdiger Ziehl einen vernünftigen Puffer für das Rückspiel verschafft. Das startet am Sonntag bereits um 16 Uhr im Grünwalder Stadion und verspricht dank der Auswärtstorregel, trotz des Vorsprungs von zwei Treffern für die Wölfe, noch einmal ordentlich Spannung.

   

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