3:1 gegen Uerdingen: Wiesbaden feiert vierten Sieg in Serie

Der SV Wehen Wiesbaden blieb am Montagabend auch im siebten Spiel im neuen Jahr ungeschlagen und feiert mit einem 3:1 über den KFC Uerdingen sogar den vierten Sieg in Serie. Die Hessen drehten einen frühen Rückstand noch vor Pause durch einen Doppelpack von Malone und haben die Aufstiegsplätze nun wieder im Blick. Auf Uerdingen wartet hingegen der Abstiegskampf. 

Medic und Malone mit sehenswerten Treffern

Mit dem SV Wehen Wiesbaden und dem KFC Uerdingen trafen zum Abschluss des 25. Spieltags zwei Mannschaften aufeinander, die im Jahr 2021 bisher noch keine Niederlage einstecken mussten. Die Gäste aus Krefeld waren in der vergangenen Woche dennoch gefährlich nahe an die Abstiegsplätze gerutscht, weil der DFB dem KFC nach dem Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens drei Punkte abgezogen hatte. In der Landeshauptstadt Hessens wollte das Team von Stefan Krämer das Punktekonto nun wieder um drei Zähler aufstocken und erwischte einen Start nach Maß. Nachdem Grimaldi bereits in der ersten Minute per Kopfballverlängerung die Latte getroffen hatte (1.), zeichnete sich der Uerdinger Stürmer nur wenige Zeigerumdrehungen später als Vorlagengeber aus. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß von der rechten Seite dribbelte der 29-Jährige entlang der Grundlinie in den gegnerischen Strafraum und bediente den einlaufenden Wagner, der aus wenigen Metern nur noch zur 1:0-Gästeführung einschieben musste (10.).

Wehen Wiesbaden hatte bis hierhin offensiv noch nicht stattgefunden und musste sich nun in die Partie beißen. Den Anfang machte Lankford, dessen Abschluss aus spitzem Winkel Jurjus im Tor der Uerdinger mit einem starken Reflex aber noch über das Tor lenken konnte (20.). Der niederländische Keeper war bisher in der Hälfte seiner 14 Einsätze ohne Gegentor geblieben und stellt damit prozentual den Bestwert der Liga. Aufstocken konnte Jurjus den Zahl seiner Weißen Westen an diesem Montagabend aber nicht, weil Wehen Wiesbaden nach der anschließenden Ecke zum Ausgleich kam. Medic pflückte die hohe Hereingabe von Ajani mit dem rechten Fuß und dem Rücken zum Tor herunter, drehte sich um die eigene Achse und traf mit links ins untere Ecke zum 1:1 (20.). Ein wirklich sehenswerter Treffer.

Davon beflügelt gab der SVWW weiter Gas und spielte seine individuelle Klasse aus. Malone bekam in halbrechter Position vor dem gegnerischen Sechzehner den Ball, legte sich das Spielgerät auf den linken Fuß und zirkelte es halbhoch ins lange Eck (32.), wodurch die Hausherren das Spiel gedreht hatten. Und Malone legte sogar noch einmal nach. Dieses Mal bekam der Leihspieler vom FC Augsburg den Ball auf der linken Seite und erneut zog der 20-Jährige ohne großes Nachdenken ab. Aus rund 20 Metern landete der wuchtige Schuss im rechten Eck (38.) und besiegelte den 3:1-Halbzeitstand für die Wiesbadener.

Uerdingen kämpft, kommt aber nicht zurück

Mit der Einwechslung von Traoré (für Göbel) wollte Krämer im zweiten Durchgang für mehr offensive Impulse sorgen, um so möglicherweise vielleicht doch noch einen Punkt mitzunehmen. Wenig später brachte der Uerdinger Coach mit Kiprit und van Ooijen (für Feigenspan und Grimaldi) zudem noch zwei weitere Kräfte in der Offensive und hätte wenig später beinahe die Früchte der Einwechslungen ernten können. Nach einem Pass von Traoré schoss Kiprit, vollkommen frei am Fünfer stehend, aber einen guten Meter rechts am Tor vorbei und vergab so die große Chance auf den Anschlusstreffer (57.). Der Abschluss von van Ooijen drei Minuten später geriet hingegen zu zentral und stellte Boss im Wiesbadener Tor vor keine echten Probleme (60.).

Uerdingen war nun aber wie in der Anfangsphase der ersten Hälfte das bessere Team. Allerdings blieben die echten Torchancen für die Gäste in der Folge aus, so dass eine Einwechslung bei den Hausherren bis in die Schlussphase hinein die einzige nennenswerte Szene blieb. Johannes Wurtz kam nach einer Operation am Knöchel erstmals seit Ende Oktober wieder zum Einsatz und traf gleich zum vermeintlichen 4:1, stand bei der Flanke auf seine Brust aber im Abseits (77.). So blieb Uerdingen zwar noch eine kleine Chance auf ein Comeback, die nach vergebenen Möglichkeiten von Kinsombi (87.) und Marcussen (90.) sowie einer gelb-roten Karte gegen Albutat (88.) aber schließlich auch verpuffte.

Der SV Wehen Wiesbaden feiert damit den vierten Sieg in Serie, verbessert sich auf den vierten Rang und kann nun wieder auf die Aufstiegsplätze schielen, während Uerdingen erstmals im laufenden Jahr verliert und nur noch dank des besseren Torverhältnisses über dem Strich steht. Die Hessen treffen nun am kommenden Samstag (14 Uhr) im eigenen Stadion auf den 1. FC Magdeburg. Ein "Heimspiel" haben tags darauf (14 Uhr) auch die Krefelder, die in Lotte ins Abstiegsduell mit dem geografischen und tabellarischen Nachbarn aus Duisburg gehen.

   
  • DM von 1907

    Hut ab vor Stefan Krämer! Wie der unter widrigen Bedingungen die Mannschaft weiterentwickelt hat, ist schon bemerkenswert. Uerdingen ist in Halbzeit 2 unbeirrt weiter angelaufen – bis in die Nachspielzeit -, um Tore aufzuholen. Ein Unentschieden wäre dabei durchaus möglich gewesen.

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