3:1 gegen Türkgücü München: Rehms Joker stechen direkt

Der SV Wehen Wiesbaden siegt in einem phasenweise spektakulären Sonntagsspiel mit 3:1 gegen Türkgücü München und nimmt wieder Kontakt zu den Aufstiegsplätzen auf. Trotz bester Chancen traf in der ersten Halbzeit nur Tietz – das aber sehenswert aus über 30 Metern. Im zweiten Durchgang glichen die Münchner dann mit ihrem zweiten Elfmeter der Partie zunächst aus, bevor Rehm mit zwei Einwechslungen ein goldenes Händchen bewies. 

Tietz trifft aus über 30 Metern!

Nach fünf Spielen ohne Niederlage (zwei Siege und drei Unentschieden) ging der SV Wehen Wiesbaden mit breiter Brust in das Spiel gegen gegen den Aufsteiger aus München, der mittlerweile seit vier Partien (drei Unentschieden und eine Niederlage) auf einen Sieg wartete. Tatsächlich zeigten die Hessen auch von Beginn an, warum sie vor der Begegnung als klarer Favorit gehandelt wurden. Medic schoss nach einer schönen Kombination noch knapp am Tor von Türkgücü vorbei (5.), Tietz traf wenig später immerhin schon einmal den Innenpfosten (13.). Das Aluminium spielte auch bei der nächsten Großchance der Hausherren eine Rolle, dieses Mal legte Brumme vor dem Münchner Torhüter quer auf Prokop, der zunächst zu lange zögerte und dann nur die Latte traf (21.).

Damit war der Wiesbadener Chancenwucher aber noch nicht vorbei, weil Türkgücü den Hessen viel zu große Räume anbot und seinerseits zu selten den Weg in die Offensive fand. Nach einer halben Stunde probierte es Kempe aus der Distanz, schoss aber knapp am rechten Pfosten vorbei (31.). Und auch Tietz zielte aus größerer Entfernung nicht genau genug (32.). Erst als sich bereits ein torloses Unentschieden zur Halbzeit abzuzeichnen schien, stach der SVWW dann doch noch zu. In der Nachspielzeit sah Tietz, dass Vollath zu weit vor seinem Kasten stand und probierte es mit dem Kunstschuss aus 30 Metern, der sich tatsächlich über den Münchner Keeper hinweg ins Netz senken sollte (45.+1). Eins Wahnsinnstreffer zum 1:0 Pausenstand durch den 23-jährigen Stürmer, für den es bereits das siebte Saisontor war.

Wiesbadens Joker sichern den Heimsieg

Mit einem Doppelwechsel wollte Alexander Schmidt im zweiten Durchgang einen positiven Einfluss auf den Spielverlauf bringen und brachte Kircicek und Röser für Sijaric und Jacob. Und tatsächlich konnte Türkgücü in der Folge nicht nur weitere Großchancen der Hausherren verhindern, der Aufsteiger erhielt nach einer Chance sogar die Riesenmöglichkeit auf den Ausgleichstreffer. Weil Kempe Sliskovic im Strafraum auf den Fuß trat, musste Schiedsrichter Lars Erbst auf den Punkt zeigen (60.). Sliskovic scheiterte mit dem fälligen Elfmeter allerdings an Torhüter Boss, wodurch die viereinhalb Spiele andauernde Torflaute der Gäste zunächst kein Ende nahm (61.).

Türkgücü war nun allerdings drin im Spiel und investierte immer mehr in die Offensive. Nach einer Freistoßhereingabe von der rechten Seite durch Maier verpasste Kircicek am zweiten Pfosten nur knapp (68.). Bei einem Schuss von Sararer musste Boss zudem sein ganzes Können aufweisen, um den Ball noch um den Pfosten herum zu lenken (79.). Und dann bot sich Türkgücü die zweite Chance aus elf Metern. Weil Ajani auf dem Boden liegend mit der Hand an den Ball gekommen war, wurde den Münchnern erneut ein Elfmeter zugesprochen. Dieses Mal trat Sararer an und traf unten rechts zum 1:1 (82.). Boss hatte die Ecke zwar erneut geahnt, konnte dieses Mal aber nicht mehr retten.

Der Unglücksrabe Ajani musste direkt nach dem Ausgleich weichen und für Kuhn Platz machen, womit SVWW-Coach Rüdiger Rehm ein goldenes Händchen bewies. Keine 60 Sekunden auf dem Platz, wurde der 29-Jährige am rechten Strafraumrand von Lankford per Hacke bedient und schweißte das Spielgerät aus spitzem Winkel zum 2:1 in die Maschen (87.). Nachdem Carstens anschließend mit Gelb-Rot vom Feld flog (88.), musste der SVWW dennoch kurzzeitig einmal zittern, bis der ebenfalls eingewechselte Nilsson in der Nachspielzeit mit dem 3:1 den Deckel auf die Partie setzte (90.+2). Wiesbaden verkürzt den Rückstand zum Relegationsplatz damit auf drei Punkte, während Türkgücü nach dem sechsten sieglosen Spiel in Folge auf Rang sieben abrutscht.

 
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