3:1 gegen BVB II – Zumindest das Ergebnis stimmte bei Erfurt

Nein, überzeugend war die Leistung der Rot-Weißen auch am Donnerstag nicht – auch wenn das Endergebnis gegen die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund eventuell einen anderen Eindruck erweckt. Das Publikum im Erfurter Steigerwaldstadion begann früh zu murren, Rückpässe zu Torhüter Philipp Klewin wurden bereits früh mit zaghaften Pfiffen quittiert. Die Verunsicherung nach der peinlichen 0:4-Niederlage beim Chemnitzer FC war den Thüringern anzumerken. Die Devise war zu Beginn, eigene Fehler zu vermeiden und die Gäste nicht zum Abschluss kommen zu lassen. Dass diese wissen, wo das Tor steht, stellten sie am vergangenen Sonntag beim 3:3 gegen RB Leipzig unter Beweis. So entwickelte sich eine extrem zähe und niveauarme erste Halbzeit, was auch BVB-Coach David Wagner nach der Partie betonte: "Ich habe eine verfahrene erste Halbzeit ohne große Torchancen und spannende Momente gesehen, sagte der 42-Jährige. Der Deutsch-Amerikaner war dennoch nicht unzufrieden mit seinem Team, da man punkten wollte und daher "auf einem guten Weg" war. Lediglich ein Abschluss von Simon Brandsetter, der nach einem Solo des wiederholt agilen Christopher Drazan an den Ball kam, sorgte für etwas Gefahr. Mehr gab es auf beiden Seiten nicht zu verbuchen.

Erfurter Doppelschlag sorgt für die Vorentscheidung

So wusste nach 51 Minuten niemand so genau, wieso die Gastgeber plötzlich mit 2:0 führten. Ein abgeblockter Kammlott-Schuss landete genau vor den Füßen von Marco Engelhardt. Der 33-Jährige, der das Amt des Kapitäns innehatte, behielt die Ruhe und verwandelte aus Nahdistanz zum 1:0. Nur Sekunden später war Simon Brandstetter erfolgreich, nachdem die Schwarz-Gelben den Ball verloren und in der Defensive nur hinterhergeschaut hatten. "Die beiden ersten Tore machen wir fast selbst", musste Wagner feststellen: "Beim ersten Gegentor ist es ein Stellungsfehler, beim zweiten Treffer haben wir den Ball zu leicht hergegeben." Sein Gegenüber Walter Kogler sah den Schlüssel zum Erfolg im aggressiven Spiel gegen den Ball, Mittelfeldspieler Kevin Möhwald lobte zudem die Geduld, die das Team aufgebracht hatte. Man ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und belohnte sich am Ende dafür.

Klassenerhalt wohl geschafft – Fokus auf den Landespokal

Mit der 2:0-Führung im Rücken verlagerte sich das Team aufs Kontern und hatte in einigen Situationen Glück, dass die Mannschaft aus dem Ruhrpott viele gute Ansätze und auch Möglichkeiten ungenutzt ließ. "Die Dortmunder haben noch einmal alles versucht und dann wird es natürlich schwer, weil sie auch Fußballspielen können. Wir haben dann aber dagegen gehalten und auch das dritte Tor dann schön herausgespielt", befand Brandstetter, der erstmals seit dem 7. September 2013 wieder für RWE traf. Bei einem schnellen Anschlusstreffer hätte Rot-Weiß sicherlich mehr zittern müssen, als es vielen lieb gewesen wäre. "Die Reaktion danach war klasse. Wir haben dominant gespielt und kamen zu vielen Torchancen", sagte der Borussen-Trainer nach den 90 Minuten, musste aber eingestehen, dass der verdiente und zudem sehr sehenswerte Treffer zum 1:3 durch Timmy Thiele zu spät kam.

So war es sicherlich keine Partie für die Geschichtsbücher, doch das wird den Klub vom Steigerwald nicht stören. Nach dem Spiel war man sich einig, mit nun 46 Punkten den Klassenerhalt geschafft zu haben. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt jedoch nicht, am Montag geht es im Halbfinale des Landespokals um die Qualifikation für den DFB-Pokal und dringend benötigtes Geld.

FOTO: Marcel Junghanns / Klettermaxe Photographie / Fototifosi

   
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