30 Millionen Euro: Grünwalder Stadion soll ausgebaut werden

Das Grünwalder Stadion auf Giesings Höhen erregt seit geraumer Zeit die Aufmerksamkeit: Kann man die Spielstätte des TSV 1860 München ausbauen? Und wenn ja, um wieviel Plätze und zu welchen Kosten? Und wie sieht es eigentlich mit dem Lärmschutz aus? Jetzt soll endlich Klarheit herrschen.

Keine 30.000 Zuschauer machbar

Den Trubel auf Giesings Höhen verfolgen Fans des TSV 1860 München schon seit längerer Zeit – seit Monaten ist eine Machbarkeitsstudie zur Stadion-Erweiterung ein Thema. Klar ist: In jedem Fall wollen die Münchener Löwen die Kapazität von aktuell 15.000 Zuschauern erhöhen. Von 18.600, 25.000 oder gar 30.000 Plätzen war die Rede, die Studie sollte genau das prüfen – nun kommt Bewegung in die Angelegenheit "Alle, die glauben, man wird dort 30.000 oder 40.000 Menschen sehen, denen kann ich sagen, das wird nicht mehr passieren", sagt Oberbürgermeister Dieter Reiter im Gespräch mit der "AZ". In einem Facebook-Post wurde der OB dann sogar noch konkreter: "Überraschend ist für mich, dass die Studie ergeben hat, dass eine Erweiterung auf 18.060 Zuschauer das Maximum sind."

Fest steht jetzt, dass das Grünwalder Stadion für die 2. Bundesliga tauglich gemacht werden soll. Aber eben nur bis zu den 18.060 Zuschauern. "Eine Erweiterung darüber hinaus könnte dazu führen, dass das Grünwalder Stadion seinen Bestandsschutz verliert und dann dort überhaupt nicht mehr Fußball gespielt werden kann!", gibt Reiter einen Einblick in die Planungen, vor der Verein und Stadt nun stehen werden. Denn das Risiko zu gehen, in ein später unbespielbares Stadion zu investieren, will der Oberbürgermeister nicht gehen.

Lärmschutz bleibt Streitpunkt

1860-Geschäftsführer Michael Scharold soll in Gesprächen zuletzt wenig Begeisterung gezeigt haben, soll sogar infrage gestellt haben, ob ein solch geringer Stadion-Ausbau wirtschaftlich überhaupt einen Sinn mache. OB Reiter befürwortet die Erweiterung dennoch: "Daher werde ich dem Stadtrat vorschlagen, dass die Stadt die notwendigen knapp 30 Millionen Euro in die Erweiterung und in die Zweitligatauglichkeit – also auch eine komplette Überdachung – investiert."

Ein Streitpunkt wird in Zukunft wohl auch der Lärmschutz sein. Eine Bezirksausschuss-Chefin habe gegenüber der "AZ" angegeben, dass es in der Vergangenheit zwar Beschwerden gab, diese in ihrer Anzahl aber doch eher wenige waren. Ziel des Ausbaus wird es dann aber auch sein, dass es nicht mehr Lärm wird – vorzugsweise soll er sogar reduziert werden. Schon in den kommenden Tagen könnten die Planungen konkreter werden, spätestens am Montag werde den "Stadträten das Papier aus dem Sportreferat" vorgelegt. Ob dann Ende der Diskussionen naht?

Pläne liegen offen

Die Pläne für den geplanten Umbau liegen jedenfalls offen. Weil bislang nur Haupttribüne und Stehhalle überdacht waren, ist nun eine Komplett-Überdachung des Stadions angedacht. Das bleibt allerdings nicht die einzige Änderung an der Osttribüne, die zukünftig mit einem Sitzplatz-Oberrang für Gästefans ergänzt werden soll – auch die Haupttribüne der Löwenfans soll in Breite und Tiefe gewinnen, ein "Business-Club" über der Stehhalle ist ebenfalls angedacht.

Oberbürgermeister Reiter treibt die Pläne voran, insgesamt will die Verwaltung somit 8.000 Sitzplätze schaffen: Schon am Mittwoch soll der Grundsatzbeschluss geklärt werden. Innerhalb des Stadtrates wird eine Mehrheit für Reiters Pläne erwartet, wenngleich diese nicht unumstritten gesehen werden. So kritisierte CSU-OB-Kandidatin Kristina Frank beispielsweise, dass der Ausbau weiterhin wenig Transparenz biete und Fans, Anwohnern und Stadträten kaum Zeit für eine Entscheidung gegeben werde. Es bleibt also dabei, dass das Grünwalder Stadion die Stadt im Atem hält.

So soll das Stadion aussehen:

© Albert Speer & Partner

   
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