2:2 nach 0:2: Haching erkämpft Remis gegen Köln

Nach zuletzt vier Niederlagen in Folge und zwischenzeitlich zwei coronabedingt verlegten Pflichtspielen sollte am Sonntagnachmittag gegen Viktoria Köln der Knoten auf Seiten der SpVgg Unterhaching endlich wieder platzen. Doch die in dieser Saison bislang auswärtsstarken Gäste aus der Domstadt hatten etwas dagegen und stellten früh auf 2:0. Haching kämpfte sich jedoch zurück in die Partie und kam am Ende turbulenter und mit offenem Visier geführter 90 Minuten noch zu einem verdienten Punktgewinn.

Kölner Sturm und Drang

Haching-Coach Arie van Lent würfelte sein Team im Vergleich zur 1:3-Auswärtsniederlage beim KFC Uerdingen gleich auf vier Positionen durcheinander: Bandowski, Stierlin, Hasenhüttl und Stroh-Engel ersetzten Fuchs, Marseiler, Heinrich und Schröter. Auf der Gegenseite brachte Trainerpendant Pavel Dotchev nach dem 0:2 gegen den 1. FC Saarbrücken Weis, Koronkiewicz, Wunderlich und Cueto anstelle von Mielitz (rotgesperrt), Gottschling (5. Gelbe), Risse und Bunjaku. Die erste Torchance der Partie gehörte prompt den Gästen, Koronkiewicz flankte auf Thiele, der das Spielgerät aber nicht richtig kontrollieren konnte und knapp am Kasten von Mantl vorbeibugsierte (5.). Die Kölner wirkten in der Anfangsphase deutlich zielstrebiger und belohnten sich nur zehn Minuten später mit der Führung. Wunderlich brachte einen Eckball scharf an den Fünfmeterraum, wo nach einer Verlängerung im Getümmel mit Grauschopf ausgerechnet der eigene Mann unglücklich ins Netz der Hachinger abfälschte (15.). Nur weniger Zeigerumdrehungen später pochten die Domstädter auf den zweiten Treffer des Tages, doch Schiedsrichter Patrick Alt verwehrte den Fingerzeig zum Mittelkreis: Wunderlich brachte einen scharf getretenen Freistoß von links direkt auf das Gehäuse von Mantl. Der Hachinger Keeper packte sich die Kugel erst im Nachfassen – und vermeintlich auch erst hinter der eigenen Torlinie, knifflige Szene (19.)

Doch die aktiven Kölner haderten nur kurz mit der Entscheidung des Referees und erhöhten nur kurz nach dieser Szene offiziell auf 2:0: Einen Freistoß auf der rechten Seite zirkelte – natürlich – Wunderlich zauberhaft aus 18 Metern um die Mauer und direkt in den Hachinger Kasten (22.). Nun sah alles nach einem Hachinger Debakel aus, auch weil die Gäste weiterhin aufs Gaspedal drückten. Doch mitten hinein in diese starke Kölner Phase kamen die Hausherren plötzlich zum Anschluss, Hasenhüttl köpfte aus Nahdistanz nach Schwabls Flanke eiskalt zum 1:2 ein (27.). Die Kölner begannen nun zu schwimmen und es entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch. Hasenhüttl verpasste nach Müller-Ablage den Ausgleich nur denkbar knapp (31.), auf der Gegenseite verzog Wunderlich aus 20 Metern nur denkbar knapp (41.). Doch da auch Thiele per Kopf (44.), Cueto aus der Distanz (45.) als auch Bandowski im Eins-gegen-Eins an Viktoria-Keeper Weis scheiterten, ging es mit 1:2 in die Katakomben.

Anspach egalisiert Kölner Führung

Bei den Hausherren hatte der Anschlusstreffer offensichtlich Mut gemacht und den Kampfgeist geweckt. Keine fünf Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, da scheiterte Stroh-Engel schon mit einer höchst vielversprechenden Möglichkeit im letzten Moment an der Fußspitze des hereingrätschenden Kyere (49.). Die Spielvereinigung drückte immer mehr auf den Ausgleich und erzielte diesen auch rund zehn Minuten nach Stroh-Engels Hochkaräter: Schwabl brachte über rechts kommend einen Flachpass in den Rücken der Kölner Abwehr, wo Niclas Anspach lauerte und das Leder per Flachschuss an Weis vorbeispitzelte, der Ausgleich (60.). Die Viktoria wirkte nun angeknockt und konnte sich glücklich schätzen, dass Weis einen strammen Anspach-Abschluss gerade noch so um den Pfosten lenkte (62.). Das Spiel gönnte sich nun eine kleine Auszeit, die jedoch nur knapp zehn Minuten in dieser intensiven Begegnung anhalten sollte. Dann scheiterte zunächst Dombrowka mit einem Fernschuss an Weis (72.), auf der Gegenseite zirkelte Wunderlich einen Freistoß nur knapp über das Gehäuse (77.). Eine hitzige Schlussphase deutete sich an, in der das Pendel sowohl für die Heimelf als auch die Gäste ausschwingen konnte.

Doch da weder Thieles noch Hasenhüttls Kopfbälle auf den jeweiligen Seiten den Lucky Punch herbeiführen wollten (86./87.), blieb es am Ende höchst unterhaltsamer 90 Minuten beim leistungsgerechten 2:2-Remis, welches wohl für unterschiedlich frohe Gemüter sorgen dürfte. Während die Viktoria durch den Punktgewinn ganze vier Plätze gut macht und sich auf den fünften Tabellenrang schiebt, klettert Haching zwar auf den 16. Tabellenplatz, ist dort jedoch derzeit punktgleich mit dem 1. FC Kaiserslautern auf dem 17. Rang. Schon unter der Woche geht es für die beiden Teams in der Liga weiter. Während Viktoria Köln am Mittwochabend im Sportpark Höhenberg den FSV Zwickau zum Tanz bittet, gastieren die Hachinger gleichzeitig beim gut in die Saison gestarteten Aufstiegsanwärter aus Dresden.

   
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