Rasantes 2:2! SVW und Köln machen Werbung für die 3. Liga

Zum Abschluss des ersten Spieltags der neuen Saison trennten sich Waldhof Mannheim und Viktoria Köln am Montagabend mit einem 2:2-Unentschieden. Nachdem der SVW im ersten Durchgang geradezu übermächtig aufgespielt hatte und folgerichtig mit zwei Toren in Führung gegangen war, erzwang Köln das Remis nach Wiederanpfiff.

SVW überrennt Köln im ersten Durchgang

Mannheim-Trainer Patrick Glöckner setzte zum Liga-Auftakt gegen seinen Ex-Verein auf eine Aufstellung, die viel mit der Startelf aus dem DFB-Pokalauftritt gegen Freiburg gemein hatte. So rückte lediglich Christiansen für Unlüfcici in die Mannschaft. Kölns Übungsleiter Pavel Dotchev berief drei Neuzugänge in die erste Mannschaft, es begannen Schlussmann Mielitz sowie Cueto und Rossmann. Die Gäste aus der Domstadt zeigten sich schon zu Beginn präsent und drückten dem Spiel in den Anfangsminuten ihren Stempel auf. Köln verpasste es, die anfängliche Überlegenheit in Chancen umzumünzen – und Mannheim befreite sich schnell aus der Umklammerung.

Über links arbeitete sich Donkor erstmals nach vorne, fand dann kurz vor dem Sechzehner Ferati. Letzterer zog in den Strafraum, schloss aus spitzem Winkel ab und überwand den unglücklich agierenden Mielitz im kurzen Eck (7.). Die frühe Führung gab den Hausherren merklich Auftrieb, die Viktoria hingegen wirkte arg verunsichert. Nur wenige Minuten später scheiterte erst Saghiri an Mielitz, dann bewies der Keeper seine Klasse gegen einen Martinovic-Abschluss aus der Nahdistanz (11.). Erst im Anschluss gelang es den Kölnern, das Spiel wieder etwas zu beruhigen. Die Kontrolle behielten dennoch die Mannheimer. In der 20. Spielminute beschleunigte Costly auf der rechten Seite und schlug das Leder scharf in die Mitte. Der lauernde Ferati scheiterte am erneut stark parierenden Mielitz. Weniger stark präsentierte sich der Torhüter beim anschließenden Eckball, den er nicht aus der Gefahrenzone fausten konnte. Die entstandene Bogenlampe kam kurz vor der Linie herunter, Costly bedankte sich und köpfte zum 2:0 ein (20.). 

Die Defensivabteilung der Gäste drohte in dieser Phase endgültig auseinanderzufallen, während der Waldhof  weiterhin mit berauschendem Offensivspiel überzeugte. Vor 2.752 begeisterten Zuschauern (3.543 waren erlaubt) fuhr der SVW einen schnellen Angriff nach dem anderen, Mielitz blieb gezwungenermaßen der aktivste Kölner Akteur. Viktorias Führungsspieler um Mike Wunderlich fielen höchstens einmal durch ihr hartes Einsteigen auf. Nach einem bösen Foul an Garcia war der Gäste-Kapitän mit der Gelben Karte noch gut bedient (35.). "Gut bedient" bedient war für die Kölner auch das Stichwort in Sachen Halbzeitergebnis: Costly hätte nach Ferati-Vorarbeit fast den dritten Waldhof-Treffer nachgelegt (40.), auch Martinovic vergab aus bester Position (45.). Kurz vor dem Pausenpfiff hatten die Gäste zu allem Überfluss noch Pech, dass Schiedsrichter Hanslbauer nach einer grenzwertigen Abwehraktion gegen Handle nicht auf den Elfmeterpunkt zeigte. 

Köln stellt das Spiel auf den Kopf

Die Viktoria-Profis dürften schon angenehmere Halbzeitansprachen erlebt haben, Trainer Dotchev bewies seine Unzufriedenheit sogleich mit zwei personellen Veränderungen: Mit Thiele und Risse kamen zwei namhafte Neuzugänge für Handle und Fritz. Die Viktoria schien sich gefangen zu haben. Nach einem Eckball kam Abwehrmann Hajrovic am zweiten Pfosten zum Abschluss, Mannheim-Torhüter Bartels parierte (48.). Es dauerte nicht lange, ehe Köln sich endgültig zurückmeldete. Dafür benötigten die Gäste allerdings die Unterstützung der SVW-Defensive. Nachdem Bartels im Anschluss an einen Freistoß erneut pariert hatte, wurde Mannheims Christiansen vom eigenen Mann angeschossen. In hohem Bogen segelte der Ball in Richtung SVW-Tor und senkte sich tatsächlich in die Maschen (51.). Es wirkte fast, als hätten sich die Mannschaften in der Halbzeitpause zum Rollentausch verabredet. Denn nun entwickelten die Kölner gehörigen Druck auf das Waldhof-Gehäuse. 

Es war Viktoria-Kapitän Wunderlich, der in der 60. Minute nur haarscharf am Ausgleich vorbeischrammte. Nach einem fatalen Fehlpass in der Mannheimer Defensive hatte der Offensivmann den Torhüter schon umspielt, scheiterte dann jedoch am Innenpfosten. Es schien jetzt alles möglich, auch die Hausherren beteiligten sich wieder stärker an einer Partie mit schier wahnwitzigem Tempo. Martinovic setzte den Ball im Gegenzug knapp über die Querlatte (60.). Auch die nächste Möglichkeit verbuchte der SVW: Nach einer Garcia-Flanke kam Costly zum Kopfball, Mielitz begrub die Kugel unter sich (68.). Erst in der Folge gönnten sich beide Mannschaften eine kurze Verschnaufpause: Für eine Weile blieben die Tormöglichkeiten aus. Mit Anbruch der Schlussphase waren beide Kontrahenten wieder präsent. Etwas stärker wirkte zunächst der SVW.

Und so lag die Vorentscheidung in der Luft. Nachdem Mielitz einen Distanzschuss von Garcia aus dem rechten Toreck gekratzt hatte, tauchte er auch in die linke Ecke ab und parierte stark gegen Donkor (75.). Köln jedoch zeigte sich ebenfalls noch einmal. Einen Freistoß-Hammer von Risse wehrte Bartels mit Mühe ab, Christiansen klärte in höchster Not (77.). In der nächsten Szene setzte die Viktoria dem Wahnsinn die Krone auf: Mannheim schien bei einem langen Ball in den Tiefschlaf verfallen, Wunderlich schnappte sich das Spielgerät und stellte aus gut zehn Metern Torentfernung auf 2:2 (78.). Anschließend wurde klar, dass die Mannschaften im Laufe der Partie doch so einige Körner gelassen hatten. Die Passgenauigkeit ließ nach – und nachdem Shala noch einmal an Kölns Mielitz gescheitert war, pfiff der Unparteiische die Partie ab. Am Ende muss sich der Waldhof ankreiden lassen, im ersten Durchgang nicht bereits für die Vorentscheidung gesorgt zu haben. Am kommenden Wochenende reist der SVW zu Dynamo Dresden, Köln empfängt mit Wehen Wiesbaden den anderen Zweitliga-Absteiger. 

   
  • DM von 1907

    Hochklassiges Spiel mit einem glücklichen Punkt für Köln, weil Waldhof viel Chancenwucher betrieben hat bzw. am starken Mielitz scheiterte.

    Allerdings leistete sich Schiri Hanslbauer neben den im Bericht genannten zwei gravierenden Fehlentscheidungen (Foul im Strafraum von Donkor an Handle übersehen; keine rote Karte gegen Wunderlich) noch eine dritte: Das 2:1 hätte nie fallen dürfen, weil es keine Ecke war! Bartels hechtete dem Ball zwar hinterher, verfehlte ihn aber deutlich.

    • Günther1987

      Klasse Spiel, leider aus sicht vom Waldhof 2 Punkte verschenkt. Was der Mielitz alles rausgeholt hat net normal.

      Ja der Schiri in manchen Situationen echt unglücklich, erstes Foul vom Wunderlich am 16er nicht gesehen, zweites Foul von Wunderlich kann man Rot geben, elfer für Viktoria ganz klar hätte der Linienrichter auch sehen können.
      Das Bartels den Ball zur Ecke nicht berührt hätten Schiri und Linienrichter auch sehen müssen.
      Trotz allem sehr starke Werbung für die 3. Liga.

      Freu mich jetzt auf den Sonntag, mal Gucke was die Buwe bei Dynamo machen :-)

    • Max T.

      Fehlentscheidungen :D…Pech gehabt ;)! Ich erinnere mich schwach an eine Buwe-Schwalbe letzte Saison im Ostseestadion, wo es dann 11m für Waldhof gab. Köln hätte das Spiel auch gewinnen können. Waldhof wirkte am Ende ziemlich platt. Allerdings war das Spiel im Vergleich zu den Langweilern Lautern vs. Dresden oder Halle vs. Magdeburg insgesamt topp!!!

      • Josef Scherf

        Elfmeter? ich glaube der Schiri hat Richtig endschieden ! das Faul wurde vom Kölner Spieler durch absichtlichem hervorstellen des Beines verursacht der Ball war längst weg. Und wo bleibt die Rote Karte für Wunderlich, da wundert man sich.

      • Günther1987

        Beste Szene im Spiel, Costly macht das 2-0 per Kopf, achte mal auf Wunderlich :-)

      • Max T.

        Richtig lesen ;)! Ich bezog mich mit dem 11m nicht auf das gestrige Spiel, sondern auf das Spiel von W.M. letzte Saison in Rostock und wie das so ist mit Fehlentscheidungen ;). Im Spiel in Rostock flog ein Buwe ziemlich sensationell im Strafraum ohne das ein Rostocker in berührt hatte. Dafür gab es glücklicherweise für Waldhof 11m, das zum Tor führte! Gestern habt ihr eben mal Pech gehabt ;). So wird es bleiben, solange es in der 3. Liga keinen Videobeweis gibt.

      • DM von 1907

        Ich erinnere mich auch! Es war nicht "ein Buwe" (wenn schon, dann bitte: "ein Bu" ;), sondern Marx. Und er wurde durchaus getroffen, hätte aber deswegen nicht fallen müssen. Es war einer der Elfmeter, bei denen man zu Recht sagen kann: Der Spieler hat ihn "gezogen". Eine Schwalbe war es aber definitiv nicht!

      • Max T.

        Okay, verstehe "Bu" ist die Einzahl oder? Sprachliches Nord-Süd-Gefälle ;). Ja dann viel Erfolg bei Dynamo. Die sind für uns ein rotes Tuch, wie für euch die roten Teufel.

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