1:2 in Wiesbaden: Hansa Rostock verpasst die Spitze

Wehen Wiesbaden gelang am Sonntag ein 2:1-Heimsieg über den F.C. Hansa Rostock, der damit den Sprung an die Tabellenspitze verpasste. Kurz vor der Pause brachte Hollerbach die bis dahin unterlegenen Hessen in Führung, zu Beginn des zweiten Abschnitts legte der junge Offensivmann nach. Rostocks Antwort kam trotz weiterer Großchancen zu spät. 

Youngster Hollerbach bestraft Rostock

In Wiesbaden duellierten sich am Sonntagmittag zwei Kontrahenten mit großen Ambitionen. Während die Hausherren bis auf Rang fünf vorrücken konnten, war für die formstarken Gäste aus Rostock sogar der Sprung an die Tabellenspitze möglich. Wiesbaden-Trainer Rüdiger Rehm veränderte seine Startelf im Vergleich zur Pleite in Unterhaching auf drei Positionen und brachte Hollerbach, Lais sowie Ajani für Kuhn, Tietz und Schwede. Hansa-Coach Jens Härtel beließ es nach dem Sieg über Türkgücü München hingegen bei einem Wechsel: Daedlow rückte für Rother in die Mannschaft. Welch breite Brust die letzten Erfolge dem FCH verliehen hatten, zeigte sich schon in den Anfangsminuten. Kaum war die Partie angepfiffen, machte sich die Kogge auch schon auf den Weg nach vorne.

Verhoek steckte in einer ersten vielversprechenden Szene für Litka durch, welcher SVWW-Torhüter Boss umkurvte, dabei jedoch aus dem Tritt kam und die Kugel nur an das Außennetz setzte (4.). Die Wiesbadener zeigten danach aber, dass sie keinesfalls vorhatten, sich ausschließlich mit Defensivarbeit aufzuhalten – erste Angriffsbemühungen der Hausherren mündeten noch nicht in Zählbarem. So waren es die Norddeutschen, die auch die zweite nennenswerte Chance verbuchten. Vom rechten Flügel brachte Bahn das Leder in die Mitte, dort scheiterte Verhoek aus kurzer Distanz am Wiesbadener Schlussmann (17.). Für eine weiterhin bemühte SVWW-Elf schien die Luft nun dünner zu werden, wenig später musste Boss vor dem heranstürmenden Riedel erneut den Rückstand verhindern (23.).

Obwohl sich die Mannschaft von Rüdiger Rehm in der Folge wieder etwas stabilisierte, ging in der Offensive weiterhin wenig zusammen. Umso überraschender, was dann kam: In Minute 34 gelangte Korte einmal in der Rostocker Hälfte an den Ball und spielte vor dem Sechzehner quer. Das Leder passierte Mitspieler Chato ebenso wie Gegenspieler Riedel und landete halbrechts bei Hollerbach. Der noch abgefälschte Schuss des 19-Jährigen schlug letztlich im linken Toreck ein. Es war zugleich das Premierentor Hollerbachs in Liga drei. Und der Youngster hatte Blut geleckt: Noch vor der Pause scheiterte er am Ende eines Konters freistehend an Ex-Wiesbadener Kolke im Hansa-Tor (41.). Letzterer musste kurz darauf nochmals zupacken, der Abschluss von Malone stellte jedoch kein größeres Problem dar (44.).

Verhoek-Treffer reicht Hansa nicht

Den Rückstand hatte der F.C. Hansa in der Halbzeitpause offenbar nicht wirklich verdauen können, Wiesbaden blieb das bessere Team. Anders als die Gäste wussten die Hausherren auch durchaus mit ihren Chancen umzugehen – und so dauerte es nicht lang bis zum 2:0. Erst drei Minuten waren nach Wiederanpfiff gespielt, da legte Malone auf der linken Seite den Turbo ein. Der Offensivmann marschierte bis in den Sechzehner und passte dann quer. Der im Zentrum bereits wartende Hollerbach schob unbedrängt zu seinem zweiten Treffer ein (48.). Die Hansestädter verstanden in dieser Phase kaum noch, wie ihnen geschah: Erst tauchte erneut Hollerbach gefährlich vor dem Tor auf (50.), dann verfehlte Korte nur knapp (52.) Die im ersten Abschnitt noch so dominanten Rostocker taten sich auch weiterhin enorm schwer, zur alten Stabilität zurückzufinden.

Immerhin ebbte die Wiesbadener Chancenflut danach erst einmal ab, womit leise Hoffnungen auf einen Hansa-Punktgewinn bestehen blieben. Das half allerdings erst einmal wenig. Wenngleich der SV Wehen nicht mehr ganz so drückend agierte, hatte er das Übergewicht doch weiter auf seiner Seite. Hansa brauchte demnach einen besonderen Moment – und der sollte kommen. So überraschend, wie Wiesbaden im ersten Durchgang in Führung gegangen war, schoss Verhoek zum Anschlusstreffer ein. Zuvor hatte Farrona Pulido nach einem geblockten Bahn-Schuss die Übersicht behalten und vor dem Tor abgelegt (68.). Das Spiel war plötzlich wieder ein anderes. Hansas neuer Mut führte dazu, dass Wiesbaden wieder vermehrt in der Defensive gebunden wurde.

Allerdings gelang es der Kogge bis zur Schlussphase nicht, das wiedererlangte Übergewicht in klare Tormöglichkeiten umzumünzen. Im Gegenteil: Offensiv boten sich Wiesbaden neue Räume, Chato scheiterte per Kopf am stark reagierenden Kolke (81.). Doch Rostock kam noch einmal auf, Vollmann verpasste per Direktabnahme nur knapp (84.). In der nächsten Situation schien der Ausgleich fällig, aber Mockenhaupt rettete gegen Kopfbälle von Verhoek und Riedel gleich doppelt auf der Linie (87). Danach war Schluss! Rostock verpasste mit der Pleite den Sprung auf Rang eins, Wiesbaden schob sich hingegen bis auf einen Zähler an die Hansestädter heran.

 
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