2:0! VfL Osnabrück wirft Werder Bremen aus dem Pokal

Der VfL Osnabrück hat am Samstag die Pokal-Überraschung geschafft und Zweitligist Bremen mit 2:0 besiegt. Während sich die Hausherren in Halbzeit eins von ihrer besten Seite zeigten und folgerichtig in Führung gingen, begann im zweiten Abschnitt das große Zittern. Bremer Aluminium-Pech und ein Köhler-Kunststück bescherten dem VfL letztlich jedoch einen perfekten Nachmittag. 

Trapp köpft zur Osnabrücker Führung ein

Um im Pokal gegen Bundesliga-Absteiger Bremen zu bestehen, setzte Osnabrücks Trainer Daniel Scherning auf eine im Vergleich zum Erfolg in Saarbrücken leicht veränderte Startelf: Anstelle von Beermann (Muskelverletzung) und Köhler (Bank) begannen Kunze und Trapp. Auch die Gäste starteten nach dem Ligasieg in Düsseldorf mit zwei Neuen, Agu und Dinkci spielten für Sargent und Osako. Die Abtastphase sparten sich beide Teams – und so ging es direkt zu Sache. Den Anfang machte Werders Dinkci, der die Kugel gleich einmal von der rechten Seite an Fünfmeterraum schlug. Dort versuchte sich Schlussmann Kühn mit einer Rettungstat, hatte aber nicht recht mit Bremens Agu gerechnet. Vom Oberschenkel des ehemaligen VfL-Akteurs abgeprallt, trudelte der Ball nur knapp links am Gehäuse vorbei (1.).

Osnabrück zeigte sich unbeeindruckt und schaltete nach wenigen Minuten erstmals auf Offensive. Über die rechte Seite kommend, landete der Ball im Zentrum, wo Higl heranrauschte und ebenfalls nur knapp links vorbeizielte (8.). Auch in der Folge konnte sich Werder höchstens leichte Vorteile erarbeiten, die der VfL aber immer wieder mit schnellen Gegenangriffen beantwortete. Die Geradlinigkeit der Osnabrücker Angriffsversuche spiegelte sich umgehend in den Tormöglichkeiten wider. Während Schlussmann Kühn bei einem Dinkci-Abschluss keine Probleme hatte (18.), erspielte sich die VfL-Offensive auf der Gegenseite gleich eine Reihe an Eckbällen.

Einer davon hatte es in sich: Die Kugel rutschte durch bis an den langen Pfosten, Gugganig köpfte an den Querbalken (21.). Anschließend befreite sich der Zweitligist etwas, wurde jedoch nur noch einmal gefährlich – Keeper Kühn kratzte einen Friedl-Freistoß aus dem unteren linken Eck (42.). In die Pause ging es damit allerdings noch nicht. Denn auch die Gastgeber hatten noch einen Pfeil im Köcher. Abermals segelte der Ball nach einem Eckstoß in den Werder-Strafraum, wo Gugganig mit dem Kopf verlängerte. Am zweiten Pfosten lief Innenverteidiger-Kollege Trapp ein und stellte auf 1:0 (44.).

VfL-Defensive wackelt – doch Köhler zaubert

Zum Wiederanpfiff nahm VfL-Cheftrainer Scherning eine Veränderung vor: Linksverteidiger Kleinhansl, der sich im ersten Durchgang die gelbe Karte eingehandelt hatte, blieb in der Kabine. Dafür durfte nun Manuel Haas mitwirken. Besser in die Partie kamen derweil wieder die Bremer, die sogleich zwei Chancen verbuchen konnten. Zunächst köpfte Angreifer Füllkrug nach einem Flankenball von rechts an die Latte, Sekunden später durfte er sich erneut per Kopf versuchen, verfehlte das Tor diesmal aber um rund einen Meter (47.). Osnabrück musste also auf der Hut sein, sah sich jedoch weiter in der Defensive gebunden, anstatt mit eigenen Angriffen für Entlastung sorgen zu können. Glück für die Niedersachsen, dass Bremens Füllkrug nach wie vor die Zielgenauigkeit abging. Die nächste Flanke von der rechten Seite köpfte der Mittelstürmer recht unbedrängt über das Gehäuse (57.).

Erst danach gelang es dem VFL, sich langsam aus der Umklammerung zu lösen. Mehrere eigene Standards verschafften den Osnabrückern etwas Luft. Doch Werder blieb insgesamt gefährlicher, Dinkci prüfte Torhüter Kühn mit einer Direktabnahme aus spitzem Winkel (65.). So schafften es die leidenschaftlich kämpfenden Lila-Weißen, den knappen Vorsprung in die Schlussphase zu retten. In dieser erhöhte Werder nochmals die Schlagzahl. Das Glück blieb den Gastgebern jedoch treu: Nach einer scharfen Flanke von links zog der eingewechselte Rapp mit Tempo in den Sechzehner und wuchtete den Ball per Kopf an den linken Innenpfosten (74.).

Kurz darauf musste wieder Kühn eingreifen, der sich groß machte und gegen den erneut gefährlich vor dem Tor auftauchenden Rapp parierte (77.). Werder schien langsam, aber sicher zu verzweifeln, die VfL-Akteure hingegen schmissen sich weiter in jeden Ball. Einmal musste Glücksgöttin Fortuna allerdings noch eingreifen – wieder scheiterte Rapp am linken Pfosten (90.+1). Ganz anders der VfL: Tief in der Nachspielzeit sah Sven Köhler, dass Werder-Schlussmann Zetterer sein Tor verlassen hatte und probierte es aus der eigenen Hälfte (90.+5). Die Kugel schlug tatsächlich ein – und die Feierlichkeiten an der Bremer Brücke durften starten.

 
Back to top button