2:0! 1860 nach Sieg in Unterhaching zurück an der Spitze

Zum Abschluss des 7. Spieltags triumphierte 1860 München am Montagabend mit 2:0 bei der SpVgg Unterhaching. Während Dennis Dressel eine überzeugende erste Löwen-Halbzeit mit dem Führungstreffer krönte, blieb Haching vieles schuldig. So war es Routinier Sascha Mölders, der Derbysieg und Tabellenführung in der Schlussphase perfekt machen durfte. 

Dressel nimmt Haching den Elan 

Das Selbstvertrauen beider Kontrahenten im sogenannten "S-Bahn-Derby" hatte zuletzt einen kleinen Dämpfer erhalten. 1860 holte aus den vergangenen zwei Spielen lediglich einen Zähler, Unterhaching ging komplett leer aus. Ein wenig überraschend also, dass Haching-Trainer Arie van Lent die gleiche Startelf wie bei der Pleite gegen Duisburg auf das Feld schickte. Sein Gegenüber Michael Köllner wechselte hingegen zweimal: Steinhart begann nach abgesessener Sperre für Klassen, zudem stürmte Pusic anstelle des angeschlagenen Lex. Die Anfangsphase belegte: Im Hachinger Sportpark fand an diesem Abend kein gewöhnliches Ligaspiel statt.

Die Mannschaften gingen von Beginn an aggressiv zu Werke, auch das Tempo zeugte von der Prestigeträchtigkeit des Lokalduells. Die gastgebende Spielvereinigung wirkte dabei zunächst etwas gefälliger, Dombrowka stellte 1860-Schlussmann Hiller mit einem zentralen Gewaltschuss vor eine erste Prüfung – der Schlussmann bestand diese ohne Probleme (3.). Anschließend setzten auch die Löwen erste Nadelstiche, es resultierten gleich mehrere Eckbälle. In der 14. Spielminute legte sich Neudecker einen solchen auf der linken Seite zurecht und zog das Leder in Richtung des ersten Pfostens. Dort klärte Heinrich unzureichend vor die Füße von Dressel, der den Ball aus gut zehn Metern flach in die Maschen donnerte.

Unterhaching wirkte anschließend verunsichert, die Gäste aus Giesing spielten hingegen weiter nach vorne: Willsch suchte Steinhart, der zunächst an Haching-Keeper Mantl scheiterte und den zweiten Versuch dann über das Tor setzte (19.). Kurz darauf versuchte sich erneut Torschütze Dressel, zielte aus zentraler Position allerdings über das Gehäuse (20.). Die Spielvereinigung schaffte es in dieser Phase kaum einmal, den Ball über mehrere Stationen durch die eigenen Reihen laufen zu lassen. Bis auf einen Hufnagel-Kopfball, der sein Ziel deutlich verfehlte (33.), ging in der Offensive entsprechend wenig zusammen. Da 1860 trotz Überlegenheit ebenfalls die Durchschlagskraft abging, änderte sich bis zur Pause nichts mehr am leistungsgerechten Spielstand von 0:1. 

Löwen zurück an der Tabellenspitze

Dass sich Arie van Lent über den Auftritt seiner Mannschaft in der ersten Hälfte geärgert hatte, bewies der Unterhaching-Trainer zu Wiederbeginn mit gleich zwei personellen Veränderungen: Hasenhüttl und Heinrich blieben für Schröter und Marseiler in der Kabine. Auch taktisch hatte van Lent seiner Mannschaft offenbar eine neue Marschroute mit auf den Weg gegeben, die Gastgeber attackierten nun deutlich früher. Trotzdem: Die dominante Mannschaft trug an diesem Abend weiterhin weiß-blaue Spielkleidung. Einzig der eingewechselte Marseiler versuchte es einmal, blieb mit seinem Schuss aber an 1860-Verteidiger Moll hängen (50.). 

In der Folge wurde das Hachinger Spiel allerdings zielstrebiger – auch bedingt durch passiv agierende Löwen. Zunächst verfehlte Fuchs das Gehäuse aus rund 15 Metern nur knapp (55)., dann musste 1860-Torhüter Hiller per Grätsche gegen Hufnagel klären. Den zweiten Ball setzte Schröter aus dem Halbfeld deutlich über das verwaiste Tor (59.). Mit der Einwechslung von Sturmtank Stroh-Engel zog van Lent daraufhin seinen letzten Joker und erhöhte das Risiko noch einmal (68.). Gefährlich wurden jedoch erst einmal die Gäste: Nach einem Pusic-Pass klärte der herauseilende Mantl in letzter Sekunde vor Tallig (71.). Da sich die Sechziger Defensive gleichzeitig äußerst aufmerksam zeigte, geriet die Führung bis zur Schlussphase kaum in Gefahr.

Auch in dieser war wenig von einem Hachinger Sturmlauf zu erkennen. Stattdessen hatte Dressel nach einem unnötigen Mantl-Ausflug die Entscheidung auf dem Fuß, brachte den Ball aber nicht auf das Tor (79.). Es wirkte zuweilen fast, als müsse 1860 und nicht Haching noch ein Tor erzielen, um zu punkten. Die Löwen liefen weiter an, Pusic vergab aus der Nahdistanz ebenfalls das 2:0 (84.). So brauchte es offensichtlich den Torjäger vom Dienst, um den Deckel auf diese Partie zu setzen. Fünf Minuten vor dem Ende nahm sich Angreifer Sascha Mölders ein Herz und probierte es aus der Distanz – abgefälscht von Hachings Müller schlug die Kugel im linken Eck ein (85.). Der Derbysieg befördert den TSV 1860 zurück an die Tabellenspitze, Haching rutscht nach der dritten Pleite in Folge weiter ab. 

   
  • Christian Strixner

    Jungs, das heisst S-Bahn Derby

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