1860 München: Mitglieder bestätigen Präsident Robert Reisinger

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Am Sonntag wählten die Mitglieder von Aufsteiger 1860 München ihren neuen Verwaltungsrat und bestätigten sämtliche bisherigen Amtsinhaber – inklusive Löwen-Präsident Robert Reisinger – in ihrer Tätigkeit. Für die investorfreundliche Gruppierung "Team Profifußball" hingegen hagelt es eine vernichtende Niederlage. 

Reisinger weiterhin Präsident

Seit Juni 2017 leitet Robert Reisinger als Präsident die Geschicke beim TSV 1860 München und übernahm damit vor gut einem Jahr jenen Posten, den vor ihm noch Peter Cassalette innehatte und unter dessen Regie die Katastrophen-Saison 2016/17 im Zwangsabstieg in die Viertklassigkeit mündete – inklusive eines Verlusts in Höhe von fast 22 Millionen Euro.

Mit dem Amtsantritt Reisingers schipperten die Löwen wieder in ruhigere Fahrgewässer und machten mit dem direkten Aufstieg in die 3. Liga zumindest einen Teil der Katastrophen-Saison vergessen. Und nach der fast elf Stunden andauernden ordentlichen Mitgliederversammlung vom Sonntag steht fest: Der Präsident hört weiter auf den Namen Reisinger. Auch der Verwaltungsrat um Vorsitz Markus Drees bleibt in seiner bisherigen Besetzung bestehen.

Neuer Verwaltungsrat als Zeichen "Pro1860"

Pikant: Der neue und gleichzeitig alte Verwaltungsrat steht der Initiative "Pro1860" sehr nahe, welche sich deutlich gegen weitere Finanzspritzen des jordanischen Investors Hasan Ismaik positioniert. Das "Team Profifußball" um Helmut Reiter, Bernhard Winkler und Co. hingegen kassierte eine herbe Ohrfeige: Kein Einziges Mitglied der Gruppierung, die Investor Ismaik gerne wieder verstärkt in die Vereinsplanungen involvieren würde, schaffte es in den Verwaltungsrat. Ein deutliches Votum der Anhänger des TSV 1860 also, deren Ultra-Gruppierungen sich ohnehin schon mehrfach gegen das "Team Profifußball" ausgesprochen hatten.

Und während Präsident Reisinger mit deutlicher Mehrheit entlastet wurde, blieb seinem Vorgänger Peter Cassalette diese Bestätigung verwehrt. Ganze 779 Mitglieder stimmten bei dessen Entlastungsfrage mit einem Nein und setzten so ein Zeichen gegen dessen Verschuldungspolitik zwischen 2015 und 2017. "Ich bin nicht der Präsident des Kuschelkurses, aber auch nicht der Präsident der Konfrontation", zitiert die Münchner "AZ" Reisinger nach dessen Entlastung, der sich am Ende der Veranstaltung einen Wink in Richtung "Team Profifußball" und Hasan Ismaik jedoch nicht ersparen wollte: "Der Verein sind wir – wir alle, die hier sind."

 

   

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