1:6-Klatsche: 1. FC Kaiserslautern erlebt historisches Debakel

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Nach zuletzt zwei Liga-Niederlagen in Folge musste sich der 1. FC Kaiserslautern am Samstag auch im DFB-Pokal geschlagen geben – und erlebte beim deutlichen 1:6 gegen 1899 Hoffenheim ein historisches Debakel.

Zwei-Klassen-Unterschied

Dass der FCK gegen einen Champions-League-Teilnehmer kaum eine Chance haben und nach den zuletzt schwachen Auftritten in der Liga als Verlierer vom Platz gehen würde, war bereits im Vorfeld erwartet worden. Doch dass die Pfälzer gegen Hoffenheim derart unter die Räder kamen, hatten selbst die meisten Pessimisten wohl nicht erwartet.

Bereits nach nur 22 Minuten war die Partie nach Toren von Joelinton (6.), Schulz (13.) und erneut Joelinton (22.) zugunsten der Gäste entschieden, zumal Kaiserslautern zunächst überhaupt nicht ins Spiel kam. "Der Zwei-Klassen-Unterschied ist mehr als deutlich geworden", stellte Trainer Michael Frontzeck auf der Pressekonferenz nach Spielende fest und kritisierte die Abwehrleistung seiner Mannschaft: "Das war mir zur einfach". Und Lukas Spalvis gab gegenüber der "Rheinpfalz" zu: "Wir haben die ersten 20 Minuten komplett verschlafen."

Höchste Heimniederlage der Geschichte

Zwar kam der FCK danach besser ins Spiel und in der 33. Minute durch einen Kopfballtrefer von Spalvis zum 1:3, doch nach dem Seitenwechsel schaltete der Bundesligist sofort wieder einen Gang hoch und erhöhte zwischen der 51. und 63. Minute nach weiteren Treffern von Kaderabek (51.), Joelinton (53.) und Brenet (63.) auf 6:1. Ein "Déjà-vu", befand Spalvis. Immerhin: Der FCK ließ sich im Anschluss nicht hängen, spielte trotz des aussichtslosen Spielstands nach vorne und verhinderte somit eine noch höhere Niederlage.

Und dennoch: Die 1:6-Pleite ist ein historisches Debakel. Noch nie (!) zuvor in der Vereinsgeschichte hat der 1. FC Kaiserslautern bei einer Pflichtspiel-Niederlage auf dem Betzenberg sechs Gegentore kassiert. Folglich sahen die 22.818 Zuschauer am Samstagnachmittag die höchste Heimniederlage in der langen und ruhmreichen Historie des FCK. Die bislang höchste Pleite vor heimischer Kulisse kassierte der FCK beim 0:5 gegen den VfB Stuttgart – vor 48 Jahren!

FCK unter Druck

"Wir brauchen nicht darüber reden, dass der Sieg auch in der Höhe absolut verdient war", versuchte Frontzeck erst gar nicht, Ausreden zu suchen. Letztlich kassierte der FCK die erwartbare Niederlage, offenbarte dabei jedoch erneut spielerische und taktische Schwächen. Eine Reaktion auf die blutleere Vorstellung beim 0:2 in Halle, die einige Anhänger als "Arbeitsverweigerung" bezeichnet hatten, blieb aus – auch kämpferisch konnte der 1. FC Kaiserslautern nur bedingt überzeugen. Von einer Niederlage mit Applaus kann somit keine Rede sein, dementsprechend gab es bereits während der Partie deutliche Pfiffe von den Rängen. "Wir müssen diese Rückschläge verarbeiten", forderte Sportvorstand Martin Bader am "ARD"-Mikrofon.

Klar ist aber: Vor dem anstehenden Derby gegen den Karlsruher SC am kommenden Samstag steht der FCK mächtig unter Druck. "Jetzt", weiß auch Frontzeck, "haben wir ein Spiel vor der Brust, das wir gewinnen sollten." Verliert Lautern jedoch erneut, dürfte die Stimmung im Umfeld endgültig kippen.

   

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