14 Spieler in sieben Ländern: So viel 3. Liga steckt in der WM

Seit acht Tagen rollt der Ball bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Mit dabei: 14 Spieler, die einst in der 3. Liga aktiv war. Zwei konnten sich gar schon in die Torschützenliste eintragen. Ein Überblick.

"Lücke" auch in der 3. Liga treffsicher

Viele Fußball-Fans in Deutschland freuen sich über jede Einsatzminute von Niclas Füllkrug, der innerhalb von sechs Monaten vom Zweitliga-Torjäger zum Nationalstürmer aufgestiegen ist. Am Sonntagabend bewies er seinen Torriecher dann erstmals bei einer Weltmeisterschaft – und wuchtete den Ball in der 83. Spielminute gegen Spanien zum 1:1-Ausgleich ins Netz. Füllkrug, wegen seiner prägnanten Zahnlücke oft "Lücke" genannt, hat damit beispielsweise jetzt schon genauso viele WM-Tore in seiner Karriere erzielt wie Robert Lewandowski. Und wo hat der Bremer Stürmer seine Karriere angefangen? Natürlich in der 3. Liga.

In der Saison 2011/12 lief der gebürtige Hannoveraner 22 Mal für die U23-Mannschaft von Werder Bremen auf, lieferte fünf Tore und zwei Vorlagen. Den damaligen Abstieg der jungen Bremer konnte er damit nicht verhindern, doch persönlich feierte er kurz darauf sein Bundesliga-Debüt für die Grün-Weißen. Eine ganz ähnliche Quote in der 3. Liga erzielte übrigens Antonio Rüdiger. Für den VfB Stuttgart II absolvierte er ebenfalls 22 Partien, in denen ihm drei Tore und eine Vorlage gelangen. Auch Joshua Kimmich wurde zwar bei den Schwaben ausgebildet, debütierte aber dann für RB Leipzig in der Saison 2013/14 in der 3. Liga. 26 Spiele (ein Tor/zwei Vorlagen) sammelte der 73-fache Nationalspieler in seinem Debütjahr für die Roten Bullen.

Talente von Bayern und dem BVB

Aus der U23-Fraktion der Bayern und Dortmunder reihen sich weitere Spieler in den heutigen Kreis der Nationalelf ein. So absolvierte auch Thomas Müller in seiner Karriere schon 32 Drittliga-Partien, in denen er 15 Mal ins Tor einnetzte. Supertalent Jamal Musiala debütierte zwölf Jahre nach Müller in der 3. Liga – und schoss seine einzigen Tore bei einem Doppelpack gegen den FSV Zwickau (2:0) im September 2020. Der letzte Treffer von Youssoufa Moukoko ist hingegen auf Januar 2022 datiert, als er in seinem zweiten Einsatz für Borussia Dortmund II seinen ersten Treffer erzielte.

Mit Jonas Hofmann hat der BVB noch einen weiteren Nationalspieler in der 3. Liga ausgebildet, sodass der heutige Gladbacher auf eine Quote von fünf Toren und fünf Vorlagen in 36 Spielen kommt – zwischen 2012 und 2014. Auch Matthias Ginter schnupperte zwei Mal für die Schwarz-Gelben in die niedrigste Profi-Spielklasse hinein, beließ es aber auch bei dem kurzen Ausflug. Beide Spiele absolvierte der gebürtige Freiburger nach einer Verletzung – und musste dabei unter anderem eine 1:4-Niederlage gegen den MSV Duisburg hinnehmen.

Davies gelingt historischer Treffer

Acht Spieler aus dem 26-köpfigen Kader von Hans-Dieter Flick haben Drittliga-Erfahrung – doch damit stehen die Deutschen bei der Weltmeisterschaft nicht alleine dar. Der wohl erfolgreichste Akteur ist Daniel-Kofi Kyereh mit 15 Toren in 35 Spielen für den SV Wehen Wiesbaden. Der Offensivspieler, der im Kader von Ghana steht, hat einen bemerkenswerten Weg von der Regionalliga bis zur Bundesliga hinter sich gebracht. Aus der Jugend vom VfL Wolfsburg wechselte er zum TSV Havelse, dann nach Wiesbaden und zum FC St. Pauli. Nun kickt er beim SC Freiburg. Genauso, wie auch Woo-yeong Jeong, der noch auf sein WM-Debüt für Südkorea wartet. Jeong kommt auf 15 Spiele für Bayern II.

Mit Josip Stanisic (42 Spiele) und Alphonso Davies (drei Spiele) haben die U23-Bayern noch zwei weitere Nationalspieler in der 3. Liga eingesetzt. Stanisic, in der Bundesliga ein Edeljoker für Julian Nagelsmann, kam für Kroatien noch nicht zum Einsatz. Davies hingegen gelang historisches: Bei der 1:4-Niederlage gegen Kroatien schoss der Außenverteidiger das erste kanadische Tor der WM-Geschichte, dennoch sind die Nordamerikaner bereits ausgeschieden. Milos Veljkovic, der für Serbien auf dem Platz steht, kommt derweil auf acht Drittliga-Spiele für Bremen – und Milos Degenek, den viele aus seiner Zeit bei 1860 München kennen, absolvierte neun Partien für Stuttgart II. Für Australien kam der 28-Jährige bislang auf zwei Joker-Einsätze.

   
Back to top button