14 Punkte Vorsprung! Meppen ist seinem Ziel näher denn je

'Zwick‘ mich mal jemand', wird sich mancher Anhänger des SV Meppen am heutigen Montagmorgen gedacht haben. Der Blick auf die Tabelle offenbart ein unglaubliches, vor der Saison kaum für möglich gehaltenes Bild: 14 Zähler Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Wie soll das noch schiefgehen?

31 Punkte, Platz 9

Natürlich bleibt der SVM in seiner ersten Drittliga-Saison auf dem Boden der Tatsachen. Natürlich geht er weiterhin mit enormer Bescheidenheit an die kommenden Wochenenden. Aber was ist das für ein Genuss, auf die aktuelle Platzierung der Emsländer zu schauen! Als Neunter weisen die Blauen eine positive Bilanz auf und haben 31 Punkte gesammelt, das entspricht etwa 1,5 Zählern pro Spiel. Weil die „Konkurrenz“ im Abstiegskampf, der die Elf von Christian Neidhart mittlerweile längst enteilt ist, ausnahmslos gepatzt hat, müssen Chemnitz, Bremen und Münster nun bereits fünf Siege mehr holen als Meppen. Das kann doch kaum noch schiefgehen.

Ein großer Schritt

"Wir haben einen weiteren Schritt gemacht, den Abstand vergrößert", sagte Neidhart am Sonntagnachmittag, kurz nach 16 Uhr. Kurz zuvor hatte der Aufsteiger eine erste Rechnung aus der Hinrunde beglichen und Preußen Münster mit 2:0 in die Heimat geschickt. Es war kein Erfolg der höheren Qualität – es waren drei Punkte, die durch Konsequenz im Abwehrverhalten und emsiges, fast fehlerloses Arbeiten garantiert wurden. Denn während Münsters Torhüter Nils Körber einen entscheidenden Fehler beging, fing etwa Erik Domaschke im SVM-Tor die hohen Bälle sicher ab und war bei den wenigen Abschlüssen der Westfalen zur Stelle. Und während Adriano Grimaldi den einzigen Fauxpas der SVM-Hintermannschaft kurz vor dem Seitenwechsel nicht zum 1:1-Ausgleich nutzte, hämmerte "Emsland-Messi" Martin Wagner einige Minuten zuvor den Ball aus ähnlicher Position humorlos ins Netz.

Münster fehlt Glück und patzt

Das Glück des Tüchtigen war dem Besserplatzierten beim Elfmeter zum 2:0 hold. Marius Kleinsorge war nach 75 Minuten und einem Fehlpass der Preußen auf und davon, fädelte dann aber geschickt vor Körber ein und provozierte so den Strafstoß zur späteren Entscheidung, der eher keiner war. Schiedsrichter Alexander Sather erwischte einen schwachen Tag, bevorteilte aber dennoch keine der Mannschaften – hatte er doch nach 20 Minuten schon ein Eigentor von SCP-Torhüter Körber aufgrund eines vermeintlichen Stürmerfouls abgepfiffen. "Uns fehlte das Glück in den wichtigen Situationen“, bilanzierte Preußen-Trainer Marco Antwerpen auf der Pressekonferenz. Und Gegenüber Neidhart musste den erfahrenen Drittligisten fast schon aufbauen. "Ich wünsche ihnen alles Gute, dass sie den Klassenerhalt schaffen“, sagte der Erfolgscoach des SV Meppen. Seine Freude über den Sieg konnte er da noch gut verbergen.

Mit gutem Gefühl nach Magdeburg

Aufgrund der langen Spielpause war nämlich etwas untergegangen, dass Meppen zuvor fünf Begegnungen nicht für sich entscheiden konnte. So wohl jeder Sieg tut, so optimal kam das 2:0 über den Abstiegskandidaten aus Münster. Zumal bei der kommenden Auswärtsfahrt zum 1. FC Magdeburg eher keine Punkte einkalkuliert werden sollten. "Es warten ordentliche Aufgaben auf uns“, sagte Torschütze Thilo Leugers gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Wir können nun mit einem besseren Gefühl nach Magdeburg fahren“, ergänzte Fabian Senninger. Dass die neue Nordtribüne vor etwas mehr als 9.000 Zuschauern eingeweiht wurde, freute den Außenverteidiger. "Es ist alles nah dran, das gefällt mir deutlich besser.“ Es sei mehr wie in einem Hexenkessel. "Ein großer Dank geht an alle Helfer, die bei Wind und Wetter gearbeitet haben", sagte Neidhart nach Abpfiff.

Wer in diesen Tagen immer noch nicht optimistisch in Richtung Klassenerhalt des SVM blicken kann, dem sei abschließend ein Blick zum Gegner aus Münster empfohlen. Der hat nach der neuerlichen Pleite im Gegensatz zu Meppen wirkliche Probleme. Ein Szenario, das nach der 0:3-Hinrundenniederlage der Emsländer in Münster kaum jemand für möglich gehalten hatte.

   
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