1:2! Lezcano dämpft Wiesbadens Aufstiegshoffnungen

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Mit großen Ambitionen ging der SV Wehen Wiesbaden in das Hinspiel der Relegation gegen den FC Ingolstadt. Doch nach 90 Minuten herrschte Ernüchterung bei der Elf von Rüdiger Rehm: Dario Lezcano schockte den Drittligisten mit je einem Tor pro Halbzeit, jeweils kurz nach Anpfiff. Erst kurz vor Schluss kam der SVWW auch durch – am Ende stand dennoch 2:1-Auswärtssieg für die Schanzer.

Blitztor nach 33 Sekunden

Die Partie war gerade angepfiffen, da gab es die kalte Dusche für den SV Wehen Wiesbaden: Gleich der erste Angriff des FC Ingolstadt brachte die Rehm-Elf in Rückstand. Eine Flanke von Kittel landete bei Pledl, der kurz vor dem Tor Lezcano fand. Der musste nur noch zum 0:1 aus Sicht der Gastgeber vollstrecken – nach nur 33 Sekunden. Doch ohne sich lange von dem Schock erholen zu müssen, lieferte Wiesbaden nahezu postwendend die Antwort: Schäffler verpasste den direkten Ausgleich per Fallrückzieher nur um wenige Zentimeter (2.).

Es folgte eine offene Anfangsphase, in der beide Mannschaften konsequent nach vorne spielten. Wiesbaden ließ sich von der Führung des Zweitligisten kaum beeindrucken und machte vor allem über die Außen Druck. So richtig gefährlich wurde es aber erst wenige Minuten vor der Pause: Erst fand Schönfeld Kuhn im Strafraum, der allerdings am parierenden Tschauner scheiterte (37.). Dann versuchte es Schäffler nach einer Ecke per Kopf (40.), zielte aber nicht genau genug. Auf der anderen Seite verpasste Lezcano nur ganz knapp seinen zweiten Treffer, nachdem Sonny Kittel den Angreifer stark freigespielt hatte (45.). Dann bat Schiedsrichter Guido Winkmann zur Pause: Mit 0:1 aus Sicht des SVWW ging es in die Kabinen.

Lezcano trifft erneut, Kyereh lässt hoffen

Ohne Wechsel kamen beide Teams wieder auf den Platz. Der SVWW hatte sich einiges vorgenommen – doch wieder dauerte es nur Sekunden, bis es zum nächsten Aufreger kam. Lezcano spitzelte den Ball im Sechzehner vor Kolke weg, der den Angreifer beim Abwehrversuch zu Fall brachte – Elfmeter! Der Gefoulte trat selbst an, verzögerte beim Anlauf und schoss den Ball ins linke untere Eck. Kolke bekam sogar noch die Fingerspitzen ran, doch die Kugel landete trotzdem im Netz – 0:2 (47.).

Erneut hatte der SVWW also einem frühen Rückschlag zu verarbeiten. Der Frust war dem Drittligisten durchaus anzumerken, es ging nun ruppiger auf dem Platz zu: Schäffler und Gaus knallten bei einem Zweikampf mit den Köpfen aneinander, beide konnten aber weitermachen. Dennoch: Dem SVWW lief so langsam die Zeit davon. Mit dem Wechsel Kyereh für Titsch Rivero zeigte Trainer Rüdiger Rehm klar die Marschrichtung an: Nach vorne sollte es gehen. Doch die Defensive der Schanzer ließ Wehen nicht in aussichtsreiche Positionen kommen. Dann war Rüdiger Rehm auch noch gezwungen, Manuel Schäffler verletzungsbedingt vom Platz zu nehmen. Eine schlechte Nachricht für die sowieso schon hakende Wiesbadener Offensive: Die Rehm-Elf kam einfach nicht zu Abschlüssen (71.). Erst in der 79. Minute feuerte Gökhan Gül den ersten SVWW-Torschuss der zweiten Hälfte auf das Tor von Philipp Tschauner, der aber sicher zupackte. Auf der anderen Seite sorgte wieder einmal Lezcano für Gefahr: Der Angreifer schloss nach einem Freistoß völlig frei vor dem Tor ab, allerdings aus Abseitsposition (82.). Die letzten Minuten brachen an, und es sah nicht aus, als würde der SVWW nochmal durchkommen – das galt auch für die sechsminütige Nachspielzeit. Doch dann schlug Daniel-Kofi Kyereh plötzlich zu: In allerletzter Minute erzielte der Angreifer quasi aus dem Nichts noch den Anschlusstreffer zum 1:2. Dann aber war Schluss.

Die zweite Liga ist für den SV Wehen Wiesbaden vorerst in weite Ferne gerückt, während sich der FC Ingolstadt über zwei wichtige Auswärtstore freuen durfte. Ob die für den Klassenerhalt reichen? Der Last-Minute-Treffer von Kyereh sorgte nochmal für Hoffnung beim Drittligisten. Die endgültige Antwort gibt es am kommenden Dienstag: Dann steigt das alles entscheidende Rückspiel (18:15 Uhr, live im ZDF). Klar ist: Der SVWW benötigt entweder einen Sieg mit zwei Toren Vorsprung oder einen Sieg mit mindestens drei erzielten Treffer.

   

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