1:0 in Zwickau! Brünker lässt Großaspach aufatmen

Am Freitagabend musste der FSV Zwickau im Spiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach eine überraschende Niederlage hinnehmen. Am Ende einer intensiv geführten Partie setzte sich die Zapel-Elf verdient mit 1:0 durch. Die Gastgeber verloren trotz eines starken Beginns früh den Faden und schafften es erst in der Schlussphase, das Aspacher Tor noch einmal ernsthaft in Gefahr zu bringen. 

Halbzeit eins: Viele Chancen, keine Tore

Zum Auftakt hatte der 14. Spieltag das Duell zwischen dem Achten aus Zwickau und dem Achtzehnten aus Großaspach im Programm. Während die tabellarischen Vorzeichen recht eindeutig für die Hausherren sprachen, ließen die vergangenen Duelle zwischen den Teams auf eine enge Begegnung hoffen – bei sechs Vergleichen siegten beide je dreimal. Nach der Nullnummer in Unterhaching sah FSV-Trainer Joe Enochs kaum Grund für personelle Veränderungen, lediglich der verletzte Schröter musste durch Miatke ersetzt werden. Gäste-Coach Oliver Zapel wechselte derweil auf zwei Positionen, Bösel und Imbongo Boele verdrängten Hingerl und Röttger auf die Bank.

Die seit fünf Spielen ungeschlagenen Hausherren demonstrierten in der Anfangsphase ihr Selbstvertrauen und drängten die SGS schon früh zurück. Auch den ersten Abschluss konnten die Schwäne verbuchen: König spielte einen Doppelpass mit Huth, setzte die Kugel schließlich jedoch neben den Kasten (3.). Dass auch der Zapel-Elf daran gelegen war, etwas an dem ernüchternden Tabellenstand zu ändern, zeigte die folgende Szene: Vlachodimos' Fernschuss strich knapp über den Querbalken (5.). Anschließend übernahmen wieder die Schwäne das Kommando, in der 10. Spielminute zahlte sich das beinahe aus. Nach einem Frick-Zuspiel bekam Huth den Ball nicht an Gäste-Schlussmann Reule vorbei. Großaspachs Imbongo Boele sorgte mit einem Schuss aus spitzem Winkel – FSV-Keeper Brinkies parierte – für etwas Entlastung, ansonsten drängten die Gastgeber konsequent auf den Führungstreffer. Reule klärte einen Querschlänger von Lange vor die Füße von Zwickaus Viteritti, dessen Abschluss blockte Slamar vor der Linie (23.).

Und der FSV blieb dran: Erst verfehlte Reinhardt das linke Kreuzeck mit einem Distanzschuss hauchzart (24.), dann drosch Huth die Kugel nach einem starken Handke-Pass volley an die Latte (26.). Der Dorfklub war auch in der Folge hauptsächlich defensiv gebunden, Torchancen entsprechend selten. Wenn etwas ging, dann hatte meist Vlachodimos seine Aktien im Spiel: Der nächste Versuch des Mittelfeldmannes wurde abgefälscht und verfehlte das Tor ebenfalls (28.). Da Zwickau die Entschlossenheit der Anfangsphase daraufhin etwas abging, kämpfte sich die SGS immer besser in die Partie. Zwar blieben Großchancen zunächst weiter aus, allerdings verlagerte sich das Geschehen zunehmend in Richtung des FSV-Gehäuses. Nach einigen ordentlichen, aber glücklosen Ansätzen wurde es kurz vor der Pause richtig brenzlig für die Hausherren: Der auffällige Vlachodimos flankte halbhoch in den Strafraum, das Leder kam bis zu Bünker durch und klatschte nach dessen Abschluss an den Pfosten (42.). Zwickau sehnte nun den Halbzeitpfiff herbei, musste vorher jedoch noch einmal zittern – einen Eckball lenkte Handke an die Latte des eigenen Tores (45.).

Brünker belohnt starken Dorfklub

Nachdem beide Mannschaften im ersten Durchgang gute Aktionen gezeigt hatten, erkannten die Trainer auch zum Wiederanpfiff keinen verstärken Bedarf an Veränderungen, ohne Wechsel ging es weiter. Während einer kurzen Phase des Abtastens erinnerten sich die Gäste offenbar an ihr schwungvolles Auftreten unmittelbar vor der Pause und legten wieder den Vorwärtsgang ein. Für das erste Ausrufezeichen zeigte sich wieder der auffälligste Aspacher verantwortlich. Eine Hereingabe von Panagiotis Vlachodimos senkte sich gefährlich, Brinkies lenkte den Ball gerade noch über das Tor (48.). Auch Zwickau, seit Mitte der ersten Halbzeit nicht mehr wirklich gefährlich, wurde wieder aktiver. Die erste vielversprechende Szene ließ nicht lange auf sich warten, im letzten Moment klärte Behounek vor dem einschussbereiten Huth (53.).

Jene Möglichkeit veranschaulichte der Mannschaft von Joe Enochs, dass sie mit relativ einfachen Mitteln vor das Tor der Aspacher gelangen konnte. So folgte eine recht ähnliche Szene: Dieses Mal war Huth der Vorbereiter für Miatke, wieder rauschte ein SGS-Akteur dazwischen (55.). Zwickau schien sich endgültig stabilisiert zu haben – und durfte die Kugel nur Momente später aus dem eigenen Netz holen. Vlachodimos zog eine Ecke scharf in den Sechzehner, Brünker behielt die Lufthoheit und nickte ein (57.). Der FSV war damit umso mehr gefordert, Trainer Enochs reagierte umgehend und ersetzte Viteritti durch Hauptmann. Es gelang den Schwänen dann auch, offensiv wieder stärker in Erscheinung zu treten. Allerdings ergaben sich dadurch für die Gäste ebenfalls neue Räume, Gehring verpasste das 2:0 nur knapp (61.). Es schien, als werde die SGS-Brust mit jeder guten Aktion breiter. Zwickau hingegen hatte angesichts vieler Großaspacher Nadelstiche Probleme, selbst zu Abschlüssen zu kommen. FSV-Torhüter Brinkies musste erst sehenswert gegen Leist parieren (71.), bekam dann rechtzeitig eine Hand an den Abschluss des durchgestarteten Hottmann (75.).

Die Schlussviertelstunde war längst angebrochen, als es die Westsachsen endlich schafften, den Druck einmal über mehrere Minuten zu erhöhen. Die kritischen Szenen spielten sich jedoch weiterhin vor dem eigenen Tor ab. Bei einem Konter erwischte Frick Großaspachs Brünker am Knie – die Pfeife von Schiedsrichter Patrick Schwengers blieb fälschlicherweise stumm. Dann aber Zwickau: Handke kam aus fünf Metern zum Kopfball, zielte allerdings zentral auf Torhüter Reule (86.). Letzterer stand in der Schlussminute erneut im Mittelpunkt. Der Schlussmann kratzte einen abgefälschten Schuss von Jäpel sensationell von der Linie. In Nachspielzeit wurde es dann wild: Unter anderem scheiterte der aufgerückte Brinkies gleich zweimal (90.+3), anschließend sicherte Reule seiner Mannschaft mit einer weiteren Parade den immens wichtigen Dreier (90.+4). Durch das 0:1 verpasst Zwickau den Anschluss an die Spitzenteams, wohingegen Großaspach die Abstiegsränge zumindest vorübergehend verlässt.

   
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