1:0 gegen Havelse: MSV Duisburg siegt im Kellerduell

Der MSV Duisburg siegt zum Auftakt in das Fußballjahr 2022 mit 1:0 beim TSV Havelse und holt drei wichtige Punkte im Abstiegskampf. Kapitän Stoppelkamp erzielte nach einem Eckball den goldenen Treffer und beendete für die Zebras damit eine Serie von fünf Spielen ohne Dreier. Es war zudem der erste Auswärtssieg nach zuletzt acht (!) Niederlagen in Folge.

Duisburg mit mehr Torgefahr

Mit dem Kellerduell zweier seit längerem sieglosen Teams endete am Freitagabend die Winterpause in der 3. Liga. Während das Schlusslicht TSV Havelse keines seiner letzten sechs Spiele gewinnen konnten, blieben die Gäste aus Duisburg fünf Partien ohne Dreier, wobei die letzte Begegnung vor der Winterpause gegen den VfL Osnabrück aufgrund einer rassistischen Beleidigung von der Tribüne abgebrochen wurde. Gleichzeitig war es auch das Duell des schwächsten Heimteams gegen gegen die schlechteste Auswärtsmannschaft, was im Vorfeld nicht gerade für ein Feuerwerk auf dem Platz sprach. Beide Trainer tauschten im Vergleich zum letzten Aufritt vor der Winterpause zweimal: Während beim MSV Neuzugang Marvin Knoll (für Marlon Frey) und Kapitän Moritz Stoppelkamp (für Pusch) im die erste Elf rückten, starteten beim TSV Havelse Deniz Cicek und Yannik Jaeschke für Fynn Arkenberg und Tobias Fölster.

Tatsächlich taten sich die Kontrahenten von Beginn an schwer, wobei der Wille auf beiden Seiten klar erkennbar war. Die erste echte Torchance ließ aber eine ganze halbe Stunde auf sich warten. Dann fasste sich Pusch aus rund 20 Metern mal ein Herz und probierte es mit einem Distanzschuss, den Quindt im Kasten des TSV mit einer guten Parade noch klären konnte (29.). Die Zebras nahmen das Zepter nun aber mehr und mehr in die Hand und kamen dem ersten Tor im Jahr 2022 deutlich näher als die Niedersachsen. Steurer köpfte den Ball nach einem Eckball von Stoppelkamp aber nur in die Arme von Quindt anstatt ins Tor (40.). So blieb es bei einem torlosen Unentschieden zur Halbzeit.

Stoppelkamp mit dem entscheidenden Treffer

Ohne Wechsel ging es in den zweiten Durchgang, dennoch war von beiden Teams nun zunächst deutlich mehr Zug zum Tor zu erkennen. Während Düker für die Hausherren von der Strafraumkante aber knapp links am gegnerischen Kasten vorbeischoss (48.), traf Stoppelkamp auf der Gegenseite nach Zuspiel von Steurer in die Spitze den rechten Pfosten (54.). Schnupperte Duisburgs Kapitän in dieser Szene schon an seinem seinem dritten Saisontreffer, war es nur etwas mehr als 60 Sekunden später bereits so weit. Pusch zirkelte einen Eckball von der linken Seite genau auf den Kopf des 35-Jährigen, der gekonnte ins rechte Eck zum 1:0 für die Zebras einköpfte (55.).

Havelse war nun gefordert, fand aber offensiv weiterhin kaum statt. Dennoch blieb es durchaus spannend, weil auch die Duisburger nach ihrem Führungstreffer wieder etwas Tempo rausnahmen und lediglich durch Distanzschüsse von Yeboah (78.) und Stierlin (81.) noch zum Abschluss kamen. Als der eingewechselte Bretschneider nach einer Havelser Ecke den Ball dann knapp am eigenen Kasten vorbeilenkte (82.) schien ein glücklicher Ausgleich tatsächlich auch wieder im Bereich des Möglichen zu liegen. Der MSV stand nun aber mit allen Mann hinten drin und verteidigte gemeinsam den Sieg, wobei Stoppelkamp nach einem Konter frühzeitig für klare Verhältnisse hätte sorgen können, bei seinem Abschluss jedoch zu hoch zielte (87.). Auch so brachte Duisburg das 1:0 in einer fast sechsminütigen Nachspielzeit ins Ziel und feierte so am Ende einen erfolgreichen Start in das neue Jahr.

Die Zebras rücken damit auf Platz 17 vor und haben noch einen Punkt Rückstand auf das rettende Ufer, während Havelse nach der 14. Saisonniederlage mit lediglich 13 Punkten am Tabellenende verbleibt. Für Duisburg geht es am nächsten Sonntag (14 Uhr) zu Hause gegen den 1. FC Saarbrücken weiter, Havelse spielt eine Stunde später auswärts beim 1. FC Magdeburg.

   
  • DM von 1907

    Man hat dem Spiel schon angemerkt, warum beide Mannschaften so weit unten stehen. Havelse engagiert und mit gutem Spielaufbau, aber vor dem Tor völlig harmlos. Bei jetzt neun Punkten Rückstand auf das rettende Ufer (das schlechte Torverhältnis eingerechnet) ist der Klassenerhalt nicht mehr realistisch.

    Aber auch Duisburg wird es sehr schwer haben. Die Mannschaft lebt von ihrem großen alten Mann Stoppelkamp, aber auch der kann nicht immer alles alleine richten. Hinten oft fahrlässig, viele Sicherheitspässe, wenig Tempo, nach dem Führungstreffer fast nur noch im Verwaltungsmodus – wer beim Schlusslicht so zittern muss, ist vom Klassenerhalt ganz weit weg.

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