1. FC Magdeburg: Ohne Druck den Blick nach oben wagen

Der Druck ist endgültig weg! Tatsächlich hat der 1. FC Magdeburg schon neun Spieltage vor dem Saisonende jeden Zweifel am Klassenerhalt beseitigt: Durch den 4:1 (2:1)-Erfolg über Hansa Rostock hat die Elf von Jens Härtel nun 45 Punkte auf dem Konto. Und kann fortan ohne jedes Risiko Blicke nach oben wagen – was haben die Blau-Weißen noch zu verlieren?

Bundesligareife Atmosphäre

Hart umkämpft waren nicht nur die 90 Minuten auf dem Rasen, sondern auch das Gästekontingent für die Fans von der Ostsee. Schlussendlich wurden der Hansa-Kogge 2.000 Tickets zur Verfügung gestellt – ein Kompromiss, der zwar nicht alle Wünsche erfüllte, jedoch immens wichtig für die Stimmung im Rund war: Über 20.000 Zuschauer waren insgesamt in die MDCC-Arena gepilgert und sorgten dort für bundesligareife Atmosphäre. Komplett hüpfende Gästeanhänger sowie eine Magdeburger Hintertor-Fankurve, die ebenfalls eine Beteiligungsquote von 100 Prozent aufweist – gibt es das irgendwo in Deutschlands Eliteklasse zu sehen? Wohl kaum. Die ganze Magdeburger Börde schien sich auf dieses erste von zwei ganz großen Traditionsduellen zu freuen, denn Dynamo Dresden kommt bekanntermaßen im April noch, um in Magdeburg möglicherweise bereits den Aufstieg zu feiern. Wer jedenfalls am Samstagnachmittag erschien, der sollte keinen Fehler begehen.

Zum ersten Mal vier Tore für den FCM

Denn diese Saison, die für den 1. FC Magdeburg bereits mit ausverkauften Spielen, Derbysiegen und Spielwendungen einherging und eigentlich schon alles für ein rundum gelungenes erstes Drittligajahr parat hielt, sie wurde gegen den FCH um ein weiteres Novum bereichert: Vier Treffer hatte die Härtel-Mannschaft bisher noch nie erzielen können. Den über weite Strecken umkämpften Spielverlauf spiegelte das Schlussresultat nur bedingt wider, so schlecht waren die Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern, die derzeit gegen den Abstieg kämpfen, mit Sicherheit nicht gewesen. Der Vorteil des FCM war, schon zu Beginn hellwach gewesen zu sein und daher schnell in die Begegnung gefunden zu haben. Die Belohnung erfolgte durch einen Kopfball Marius Sowislos (24.), noch vor der Pause drückte Manuel Farrona-Pulido das Leder zum 2:0 in die Maschen (39.). Ärgerlich aus Magdeburger Sicht einzig der 1:2-Anschlusstreffer von Marco Kofler, wenige Minuten später (43.).

Härtel: "Sehr komfortable Situation für uns“

Doch die Hanseaten konnten an ihre zwei 1:0-Erfolge aus der Vorwoche nicht anknüpfen. Der FCM verlagerte sich auf das Konterspiel und profitierte davon, dass Topstürmer Christian Beck nach schier unendlichen sieben Spielen ohne eigenen Treffer das 3:1 markierte (77.). Zuvor hatte sich das Geschehen 30 Minuten lang eher neutralisiert, die Magdeburger Defensive stand sicher und musste einzig bei einem wuchtigen Kopfball Dennis Erdmanns (56.) zittern, der ans Aluminium prallte. Mit dem Abpfiff gelang Sowislo gar noch per Handelfmeter das 4:1 (90. +2) – der höchste Saisonsieg der Elbstädter. Ein Fingerzeig an die Konkurrenz im Rennen um den Relegationsrang? Sonnenhof Großaspach und der VfL Osnabrück konnten schließlich beide nur ein Remis einfahren. "Unsere Situation ist jetzt sehr komfortabel, und der Dampf innerhalb der Mannschaft bleibt groß“, ist Härtel für die kommenden Wochen optimistisch. Die Spannung ist beim 1. FC Magdeburg in den kommenden Wochen jedenfalls gewiss. Ebenfalls in die Karten dürfte dem FCM die Tatsache spielen, dass die Top-Teams aus Aue, Dresden und Großaspach allesamt noch in Magdeburg antreten müssen.

 

 
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