1. FC Magdeburg: November wird zur Reifeprüfung

Das Spitzenfeld der 3. Liga ist nach dem 14. Spieltag enger zusammengerückt. Für den zuletzt strauchelnden 1. FC Magdeburg warten im November mit dem SV Wehen Wiesbaden, Fortuna Köln und dem Halleschen FC Teams, die bei den Elbestädtern positive wie negative Erfahrungen in Erinnerung rufen.

Durststrecke mit ungewöhnlichem Chancenwucher

Nach zwei Liga-Niederlagen in Folge kann man kaum von einer Krise reden, eine Durststrecke allerdings verzeichnen die Magdeburger tatsächlich. Der sonst so problemlos laufende Offensivmotor kam zuletzt ins Stottern. Schließlich war es nicht hauptsächlich die Leistung, die den Blau-Weißen in Karlsruhe einen Strich durch die Rechnung machte, sondern der eigentlich ungewöhnliche Chancenwucher. In einem ausgeglichenen Spiel im Wildparkstadion kam der Club vor allem in der ersten Halbzeit zu zwei Hochkarätern durch Rother und Türpitz, die vor ein paar Wochen wohl noch traumwandlerisch den Weg ins Tor gefunden hätten. Da die Spielidee im zweiten Durchgang zunehmend ins Stocken geriet, fiel der 1. FC Magdeburg durch die dritte Auswärtsniederlage der Saison auf den Relegationsplatz zurück.

Die Sorge, die vor wenigen Spieltagen so glänzend erscheinende Ausgangsposition im kommenden Heimspiel gegen den furios auftrumpfenden SV Wehen Wiesbaden zu verspielen, scheint in den Köpfen einiger Spieler zu spuken. Die Situation bietet allerdings zugleich die Gelegenheit, sich gegen die momentanen Spitzenteams der 3. Liga zu beweisen und zu unterstreichen, dass die Elbestädter in diesem Feld ein gewichtiges Wort mitreden wollen. Dass die Wochen vor und nach dem DFB-Pokalspiel ein knochenhartes Programm beinhalten, wussten die Elbestädter bereits, als der Vorsprung auf die Verfolger noch komfortabler war. Wer hintereinander gegen Unterhaching, Karlsruhe, Wiesbaden und Köln antritt, muss mit Punktverlusten rechnen. Trotzdem muss er angesichts der anspruchsvollen Aufgabe allerdings nicht in Ehrfurcht erstarren.

Gute Bilanz gegen Wehen und Halle – Angstgegner Fortuna Köln

Diese Attitüde gleich für das kommende Heimspiel gegen Wehen anzunehmen, wird Cheftrainer Jens Härtel seinen Schützlingen einimpfen müssen. Die Rückbesinnung auf die Stärken, mit denen sich die Magdeburger bis zur Unterhaching-Niederlage so sehenswert durch die Liga kämpften, gilt es für die Verantwortlichen in die Köpfe der Spieler zu bekommen. Dass der 1. FC Magdeburg gegen die Hessen eine besondere Statistik aufweist, scheint angesichts der Offensivqualität des Tabellennachbarn sehr kurios. In allen bisherigen vier Begegnungen konnte der SVWW keinen Treffer gegen die Sachsen-Anhalter erzielen. Die Blau-Weißen blicken in den vorangegangenen Partien auf eine Bilanz von zwei Siegen und zwei Remis bei 4:0-Toren.

Ganz anders sieht dies beim darauffolgenden Gegner der Blau-Weißen aus. Seit dem Drittligaufstieg sah der FCM in den Begegnungen mit Fortuna Köln meist ganz alt aus. Nicht nur ergebnistechnisch, auch spielerisch zogen die Rheinländer den Magdeburgern oft den Zahn. In den vier Spielen holte der Club lediglich einen Punkt bei einer Trefferbilanz von 2:7.

Ambitionierter November sollte genügend Ansporn bieten

Den anspruchsvollen Monat November beschließt der 1. FCM mit dem Sachsen-Anhalt-Derby in der heimischen MDCC-Arena. Was den Härtel-Schützlingen gegen Fortuna Köln nicht gelang, klappte in der 3. Liga gegen den Landesrivalen umso besser. Noch nie verlor sie ein Spiel, holte aus vier Duellen zehn Punkte bei 6:3-Toren.

Wie man es auch dreht und wendet: Der November hält für den Tabellendritten einen Dreierpack voll ambitionierter Spiele und Gegner bereit, gegen die der Club die in der Vergangenheit geschriebene Geschichte entweder fortsetzen oder beenden will. Die Qualität der Gegner sowie die sportliche Brisanz dieser Begegnungen sollte Ansporn genug sein, die Mannschaft nach der Durststrecke wieder in den Fluss zu bringen.

 
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