1. FC Kaiserslautern: Regionale Investoren statt Flavio Becca

Stundenlang tagten am Montagabend die Gremien des 1. FC Kaiserslautern. Am späten Abend kam es zur überraschenden Wende: Der Einstieg von Investor Flavio Becca ist kurz vor Ablauf eines Ultimatums vom Tisch, stattdessen greift eine regionale Investorengruppe dem FCK unter die Arme.

Lizenz wohl gesichert

Drei Millionen Euro bringen die bisher nicht näher bekannten Pfälzer Geldgeber in Form von Eigenkapital demnach sofort ein und sichern damit wohl die Lizenz für die kommende Saison. Im Gegenzug erhält die Investorengruppe zehn Prozent der FCK-Aktien sowie einen Sitz im Beirat. Der Wert der Klubs wurde somit auf 30 Millionen Euro taxiert. "Weitere Investitionen werden in Abhängigkeit eines Bewertungsverfahrens in Aussicht gestellt, das laut Angebot in der zweiten Liga von 130 Millionen bis 190 Millionen und in der ersten Liga bis 250 Millionen reichen kann", teilte der FCK mit. In den nächsten Tagen sollen weitere Details geklärt werden.

"Damit ist das Angebot von Herrn Flavio Becca nicht mehr existent", so der 1. FC Kaiserslautern in einer Mitteilung. Der Luxemburger, der den Pfälzern ein verzinstes Darlehen über 2,6 Millionen Euro anbot, hatte seinen Einstieg bei den Roten Teufel unter anderem an den Rücktritt von Beiratsmitglied Michael Littig geknüpft. Dieser hätte bis Montagabend erfolgen müssen, doch Littig blieb im Amt. Die Entscheidung basiere "auf dem positiven Votum der Sitzung der Vereinsgremien Vereinsrat, Ehrenrat, Rechnungsprüfer und Vorstand," heißt es.

Kredite von Quattrex und Lagadere

Bis zum 28. Mai muss der FCK beim DFB eine Millionen-Summe nachweisen, um die Lizenz endgültig zu erhalten. Nach "Kicker"- und "SWR"-Recherchen fehlten den Roten Teufel zuletzt noch 1 bis 1,5 Millionen Euro. Durch den Einstieg der Investorengruppe kann diese Lücke nun wohl geschlossen werden, zudem scheint die Erhöhung des Profietats auf bis zu sechs Millionen Euro möglich, schreibt der "Kicker". In dieser Saison standen dem FCK etwa 5,5 Millionen Euro zur Verfügung, zuletzt plante der Klub mit einem Budget von 4,5 Millionen Euro für die neue Saison.

Weitere Gelder hatte der 1. FC Kaiserslautern über eine neue Fan-Anleihe und ein Crowdlending generiert (drei Millionen Euro), außerdem nahm der FCK interne Einsparungen vor und kann auf Kredite von Quattrex und Lagadere setzen. Diese sind aber offenbar an die Weiterbeschäftigung der Geschäftsführung gebunden. Vor allem deshalb will Littig nun Brücken bauen und die zerstrittenen Führungsetage des Traditionsklubs zusammenbringen.

   
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