0:6! Hannover 96 lässt Karlsruhe keine Chance

Von

© imago

Drei Jahre hintereinander kam der Karlsruher SC nicht über die erste Runde des DFB-Pokals hinaus. Das sollte sich am Sonntagnachmittag mit der Partie gegen Hannover 96 ändern. Doch der Bundesligist machte dem KSC einen Strich durch die Rechnung und ging nach 90 Minuten mit 6:0 als deutlicher und verdienter Sieger vom Platz.

Wimmer, Bebou und Füllkrug schocken den KSC

Die Vorzeichen vor der Partie standen nicht gerade optimal für die Badener, nur eines der letzten zehn Aufeinandertreffen konnte der KSC für sich entscheiden. Auch das letzte Duell im DFB-Pokal, welches aus dem Jahr 1992 datierte, gewannen die Roten im Viertelfinale mit 1:0. KSC-Coach Alois Schwartz tauschte gegenüber dem 1:1-Remis in der Liga gegen den FC Carl Zeiss Jena auf zwei Positionen aus: Kyoung Rok Choi ersetzte Marc Lorenz, Saliou Sané rückte für Martin Röser in die Startelf. Die ersten zehn Minuten tat sich auf dem Platz erst einmal herzlich wenig, dann konterten die Gastgeber gefährlich, der Abschluss von Marvin Pourié wurde jedoch geblockt (13.). Nur drei Minuten später legte Marvin Wanitzek Hannovers Bebou, ein Freistoß mit Folgen: Schwegler flankte aus dem linken Halbfeld auf den unerklärlich freien Neuzugang Kevin Wimmer. Der ehemalige Profi des 1. FC Köln ließ sich nicht zweimal bitten und nickte aus fünf Metern ein, 0:1. Der Drittligist war in der Folge um den Ausgleich bemüht, konnte jedoch keine nennenswerten Torabschlüsse verbuchen Ganz anders die eiskalten 96er aus Niedersachsen: Erneut flankte Schwegler in den KSC-Strafraum und fand Bebou. Der Rechtsaußen drehte sich unter Bedrängnis einmal um die eigenen Achse und netzte durch die Hosenträger von Benjamin Uphoff zur komfortablen 2:0-Führung ein (31.). Karlsruhe zeigte sich geschockt und musste zehn Minuten später den nächsten Nackenschlag hinnehmen: Stiefler legte unglücklich Takuma Asano im eigenen Sechzehner, den fälligen Strafstoß verwandelte Niclas Füllkrug souverän zur 3:0 Halbzeitführung der Gäste (41.).

Asano erhöht – Debütant Weydandt trifft doppelt

Trotz des Klassenunterschieds konnte Alois Schwartz nicht mit der Leistung seiner Mannschaft in den ersten 45 Minuten zufrieden sein, zu unkonzentriert und harmlos hatte sich der KSC präsentiert. Der Übungsleiter sah aber vorerst keine Notwendigkeit für Auswechslungen und schickte – wie auch Gegenüber André Breitenreiter – dieselbe Elf wie in der ersten Hälfte auf den Platz. Und die zweite Hälfte startete direkt mit einer weiteren Unkonzentriertheit der Gastgeber, einen katastrophalen Rückpass konnte Füllkrug jedoch nicht zum 4:0 verwerten (47.). Drei Minuten später war es dann aber soweit – und der KSC hatte zu diesem Zeitpunkt redlich um den nächsten Gegentreffer gebettelt. Füllkrug schickte Asano steil, der wuselige Japaner versetzte Pisot und traf mit Hilfe des Innenpfostens zur Vier-Tore-Führung der Gäste. Immerhin: In der 59. Minute durfte auch der KSC seine erste dicke Torchance verbuchen, Wanitzek scheiterte jedoch mit einem tollen Schlenzer am stark parierenden Michael Esser im Tor von Hannover 96. Danach tat sich lange Zeit nichts mehr, der KSC konnte nicht, Hannover 96 musste nicht mehr abliefern und so plätscherte das Geschehen vor sich hin. Für eine kurze Schrecksekunde sorgte die 72. Spielminute, als KSC-Keeper Uphoff und Hannovers Bebou aneinander rasselten, beide Akteure konnten jedoch weitermachen. Kurzzeitig ging auch ein Raunen durch den Wildpark, der Abschluss des eingewechselten Anton Fink strich jedoch knapp am Kasten von Michael Esser vorbei (81.). Fünf Minuten vor Schluss erzielte der erst 180 Sekunden zuvor eingewechselte Hendrik Weydandt bei seinem Profidebüt das 5:0 auf Vorlage von Bobby Wood und sorgte kurz vor Spielende mit einem schönen Volleytreffer auch für das 6:0 und so für den Schlusspunkt einer sehr einseitigen Partie.

Für den KSC heißt es nach dieser derben Pokalschlappe: Mund abputzen und weitermachen. Am kommenden Wochenende reist die Elf von Alois Schwartz an den Betzenberg und duelliert sich dort mit dem 1. FC Kaiserslautern, der sich im DFB-Pokale schon am gestrigen Samstagnachmittag der TSG Hoffenheim mit 1:6 geschlagen geben musste.

   

Hinweis: Seit dem 25. Mai gilt unsere neue Datenschutzerklärung.