Sensation bleibt aus: Saarbrücken verpasst Pokalfinale

Im vielleicht größten Spiel der Vereinsgeschichte unterlag der 1. FC Saarbrücken Bayer Leverkusen am Dienstagabend mit 0:3. In einer einseitigen Begegnung verpasste der FCS den Sprung in das DFB-Pokalfinale. Nach langer Zwangspause schlug der fehlende Rhythmus der Saarbrücker gerade im ersten Durchgang deutlich zu Buche.

Doppelschlag! Frühe Ernüchterung beim FCS

Zwei Erst- und zwei Zweitligisten hatte der 1. FC Saarbrücken bereits ausgeschaltet – nun sollte Champions League-Aspirant Leverkusen dran glauben. Als erster Regionalligist überhaupt schaffte es der Drittligaaufsteiger aus Saarbrücken in das DFB-Pokal-Halbfinale, für den letzten Schritt in Richtung Endspiel konnte Cheftrainer Lukas Kwasniok auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Bayer-Trainer Bosz verzichtete hingegen auf seinen angeschlagenen Top-Scorer Kai Havertz. Die Grundordnung seiner Elf war dennoch eine offensive, was sich bereits in den ersten Spielminuten zeigte. So erwarteten tiefstehende Saarbrücker den angreifenden Bundesligisten.

Nach zuvor 94 Tagen Spielpause brauchte der FCS im Ausweichspielort Völklingen etwas, um sich zu finden – der Kaltstart jedoch gelang erst einmal. Obwohl die Hausherren von Beginn an hart in die Zweikämpfe gingen, sah Leverkusens Tapsoba nach einem taktischen Foul an Golley die erste gelbe Karte der Partie (7.). Saarbrücken wurde mutiger und setzte mit schnellen Kontern Nadelstiche. Doch die kalte Dusche folgte sogleich: Bayers Demirbay hatte im Zentrum zu viel Platz und hob die Kugel in den Sechzehner. Dort lief Diaby ein und vollendete per Volleyschuss (11.). Saarbrücken zeigte sich geschockt, Leverkusen machte einfach weiter: Nach einer Demirbay-Flanke behinderten sich Zeitz und Schlussmann Batz gegenseitig, Alario bedankte sich und drosch die Kugel zum 0:2 in die Maschen (19.). 

In der Folge ließ die eingespielte Leverkusener Mannschaft den Ball zirkulieren und profitierte wohl auch davon, dass Saarbrücken in den letzten Wochen nur hatte trainieren dürfen. Außerdem konnten die Anfeuerungsrufe der FCS-Akteure auf der Tribüne den fehlenden Vorteil eines vollen Heimstadions trotz großen Engagements nicht wettmachen. Chancen auf das 3:0 hatten die Gäste immer wieder, die größte vergab Paulinho in der 37. Spielminute, indem er die Kugel links am Tor vorbeilegte. Bis zum Halbzeitpfiff geschah weiter nichts, dennoch schien der Ausgang der Partie festzustehen. 

Bayer erstickt Saarbrücker Bemühungen

Beim Drittligaaufsteiger blieb Jänicke in der Kabine, dafür durfte Froese mitwirken. Bayers Trainer Bosz nahm sogar zwei Veränderungen vor, brachte Tah und Bellarabi für Tapsoba und Wirtz. Saarbrücken startete mutig in die zweite Hälfte – und kam sogleich zur ersten wirklichen Chance: Nach einem scharfen Flankenball zwang Leverkusens Bender seinen eigenen Torhüter Hradecky per Brust-Verlängerung zu einer Parade (47.). Der Underdog witterte nun Morgenluft und presste offensiv, Baryllas Schuss aus rund 18 Metern Torentfernung wurde geblockt (56.). Doch Leverkusen hatte an diesem Abend nicht vor, etwas abzuschenken und machte wieder ernst. Nach sehenswerter Vorarbeit von Demirbay drosch Bellarabi die Kugel unter das Tordach (58.). 

Der Treffer gab den Rheinländern neue Sicherheit, Leverkusen agierte wieder souveräner. Die Molschder änderten an ihrer Herangehensweise jedoch nichts: Mit frühem Pressing wollte die Kwasniok-Elf zumindest den Ehrentreffer erzwingen. Der nächste Abschluss folgte auf eine erneute Flanke von der rechten Seite, Golley fand seinen Meister in Hradecky (69.). Anschließend wurde immer deutlicher, wie viel Kraft der laufintensive Auftritt der Saarbrücker gekostet hatte. Leverkusen bekam mehr Raum in der Offensive – und FCS-Schlussmann Batz mehr zu tun. Mit einer herausragenden Parade gegen den Abschluss von Paulinho bewahrte der Keeper seine Mannschaft vor einem höheren Rückstand (77.).

In den Schlussminuten verlor die Partie zusehends an Tempo. Leverkusen verwaltete, Saarbrücken hatte zu viele Körner gelassen. Einen Pfeil hatten die Gastgeber allerdings noch im Köcher: Mendler verfehlte das Gehäuse nur um Haaresbreite (88.). So endete die einmalige Pokalreise des Regionalligisten Saarbrücken mit einer 0:3-Pleite gegen Bayer Leverkusen. Nicht nur aufgrund der ungünstigen Umstände rund um die Halbfinal-Begegnung gebührt der Kwasniok-Elf größter Respekt. Die Saarländer spielten sich in die Geschichtsbücher des DFB-Pokals. 

 
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