6. Dezember 2017 um 13:16 Uhr

RL-Reform: Kallnik bringt zweigleisige 4. Liga ins Gespräch

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© imago/Schroedter

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Mario Kallnik ist nicht nur Geschäftsführer des 1. FC Magdeburg, er vertritt auch die Interessen der Drittligisten als Sprecher gegenüber dem DFB. Kurz vor dem außerordentlichen DFB-Bundestag am Freitag hat Kallnik nun im Interview mit der "SportBild" für eine neue zweigleisige 4. Liga zwischen der Dritten Liga und der Regionalliga ins Gespräch gebracht.

Ein Revival der zweigleisigen Regionalliga?

"Man sollte über eine neue, zweigleisige 4. Liga über der Regionalliga nachdenken", sagte Kallnik dem Magazin. Und die Begründung für seinen neuen Vorschlag lieferte Kallnik gleich mit: "Es gibt in jeder Regionalliga mehr und weniger ambitionierte Mannschaften." Und genau dort möchte Kallnik offenbar die Trennlinie ziehen zwischen den Vereinen, die wirtschaftlich, sportlich und von der Infrastruktur her überhaupt über die Voraussetzungen verfügen, um auch direkt für die 3. Liga gerüstet zu sein – etwa Cottbus, Aachen, Essen, Offenbach, Saarbrücken, Mannheim und 1860 München. Und alle denen, die dazu nicht in der Lage sind und die Regionalliga als "Champions-League der Amateure ansehen" – etwa Drochtersen/Assel, Egestorf-Langreder und Schalding-Heining. Sein Vorschlag: "Die Vereine mit professionellem Anspruch könnten in zwei Staffeln zusammengefügt werden, die Meister und Zweiten steigen in die 3. Liga auf."

Ein Vorschlag mit Konfliktpotenzial

Kallniks Vorschlag birgt aber – wie alle anderen Überlegungen auch – durchaus Konfliktpotenzial. Denkt man seine Idee weiter, wäre das Niveau der beiden Staffeln zwar sicher höher als es in den derzeit fünf Ligen der Fall ist – das zeigte sich auch, als man beim DFB zwischen 2000 und 2008 schon einmal auf die zweigleisige Regionalliga setzte (damals als dritthöchste Spielklasse). Doch auf die Vereine würden weite Fahrten und hohe Übernachtungskosten warten, die Derby-Dichte wäre eine geringere als bei rein regionalen Staffel-Einteilungen und für viele Vereine, die Kallniks Idee zufolge aussortiert und in eine – wie auch immer geartete – fünfte Spielklasse gesteckt würden, wäre es das Ende der Träume vom Dasein an der Schnittgrenze zwischen ambitioniertem Amateur- und dem Profifußball.

Schwierige Umstellungsphase

Und überhaupt: Wer soll entscheiden, wie ein Verein die Tauglichkeit für die neue, zweitklassige 4. Liga nachzuweisen hätte? Für die Umstellungsphase müsste beispielsweise auch der Tabellenplatz mit in die Entscheidung einbezogen werden. Wenn jetzt danach eine Entscheidung fiele, wären wahrscheinlich auch Teams wie der SSV Jeddeloh II, Union Fürstenwalde oder der SC Wiedenbrück dabei. Und ob die Kallniks Vorstellungen vom "professionellen Anspruch" erfüllen, darf man, bei allem gegebenen Respekt vor diesen Vereinen, durchaus anzweifeln. So oder so: Beim DFB-Bundestag am Freitag wird der Vorschlag von Mario Kallnik aber keine Rolle spielen.

 

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  • Ingo Schulz

    Warum nicht eine 2 gleisige 3te Liga, mit jeweils 16 bis 18 Vereinen?

    Daraus steigen die letzten 3 bis 4 ab und fertig. Somit steigt der Meister aus der Regionalliga automatisch auf ( halte ich für richtig und fair) und die Vize, haben ggf. die Möglichkeit, eine Aufstiegsrunde zu spielen. So ist es in vielen Landesverbänden, in den unteren Ligen auch aufgeteilt. Somit entsteht ein einheitlicheres System und den Vereinen, die mehr Möglichkeit haben, als andere in der Regionalliga (Cottbus, 1860 und Co.), wäre zusätzlich geholfen.
    Die Spielen 3te Liga und können sich und den Fans beweisen dahin zu gehören.

    Zusätzlich würde ein gewissen Niveau, in den Regionalligen und darunter verbleiben.
    Sollte das bestreben, eines jeden echten Fußballers sein!
    Ansonsten reist je weiter nach unten, dass Niveau ab. Die guten und halbwegs vernünftigen Kicker, spielen nur 3te-und 4te Liga. Alternativ Regionalliga. Danach kommt dann nur noch ….?

    Ab der Oberliga/Landesliga in den jeweiligen Verbänden, sind aktuell genügend Vereine
    die verzichten, weil sie wissen das die Regionalliga, zu Kostspielig und Zeitaufwendig ist.
    Im Norden ist vor einigen Jahren, Norderstedt als 4ter oder 5ter Aufgestiegen,
    weil die Anderen nicht konnten/wollten. Halten sich seit dem in der Regionalliga.

    Und die Reisekosten, sind für einige Regionalliga-Vereine, aktuell auch nicht viel geringer
    als es in der 3ten Liga, der Fall wäre/ist. Siehe z.B. in Bayern oder Hessen, wo teilweise
    je nach Zugehörigkeit, ein Verein durch ein 1/3 oder die Hälfte von Deutschland reist.
    Mit einer Tagesfahrt, inkl Spiel ist das nicht zu stemmen. Und hat einer an die Fans gedacht?

    Einige neue Strukturen, für mehr Gerechtigkeit, würde ich positiv erkennen.
    Nur beim DFB und den weiteren Landesverbänden, sollte eine bessere Alternative als aktuell, für die Regionalmeister und weitere Vereine einfallen.
    Fördern und Fordern, mit und in der/dem richtigen Größenordnung/Gefüge (nicht Größenwahn).

    Wenn ein Verein, einen Sponsor hat (oft Abhängigkeit) und nur seine erste Mannschaft fördert, keine weiteren Unterstützungen. Sofern ein Verein Jugend und dem gesamtem Verein formt und entwickelt, soll außer den Sponsoren, auch Gelder über die Verbände erhalten.
    Beispiel: 1. Herren Regionalliga/Oberliga und die 2. und 3. Herren nur jeweils 1 bis 2 Klassen tiefer spielend, da könnte ich mir sofern die Jugendarbeit zusätzlich Früchte trägt, auch Fördergelder vorstellen, um den Kurs noch intensiver und beständig fort zu führen.
    Beispiele in HH: Niendorf. St. Pauli, Sasel langsam am zurück kommen VFL 93
    und ja auch der HSV. Solche tollen Beispiele, gibt es auch in anderen Verbänden.

    Eigene Spieler entwickel und ggf. auch für einen höheren Bereich, die Spieler Ausbilden-und Vorbereiten, sofern erkennbar ist, dass da "einer" ran wächst.

    Fußball ist ein Geschäft geworden, auch in den unteren Ligen. Manchmal LEIDER!
    Nur als Kaufmann und Fußballer über 30 Jahre gespielt, Trainer und auch Schiri gewesen,
    kann ich nur zu sauberen und Qualitativen höchst möglichen Fußball, aufrufen.
    Ein wenig Geld, gehört ab einer gewissen Liga genau so dazu, wie ein Paar Buffer,
    Trainings-Klamotten und ein Essen, nach dem Heimspiel.

    Was ist Fußball? Samstag Nachmittag/Sonntag Morgen zum Heimverein.
    Von mir aus auch Freitag Abend.
    Eine Wurst (vielleicht auch 2), genau so 1 oder 2 Bier und ein wenig im gesunden Rahmen über die Spieler und die/den Schiri-Frau/Mann pöbeln. Nach dem Spiel vergessen, ggf. der Mannschaft eine Runde spendieren und auf das nächste Spiel freuen.

    Gewinnen oder verlieren, tut nur die Mannschaft und nicht der Schiri.
    Ärger und Verdruss hin oder her, nach dem Spiel Mund abwischen und weiter.
    Faiplay, nennt man Das!

    Erklärung: Fairplay ist alte Schule und gehört grundsätzlich auf jeden Sportplatz,
    egal in welcher Liga und egal welches Alter. Eltern nicht zu vergessen!
    Zusätzlich kann man dieses Fairplay auch im restlichen Leben anwenden!

    Unterstützt doch einmal den "kleinen Verein" vor Ort und schon ist ein Teil
    unseren Gedanken überflüssig. Mehr Einnahmen und in einem gewissen Rahmen
    auch mehr Möglichkeiten. Bedeutet, mein "kleiner Verein" kann sich entwickeln und so
    auf Dauer auch von den Oben genannten Förderungen Nutznießer sein.

    Nun noch einmal genau über die Vorschläge nachdenken, was und wie sich ändern soll.

  • Ein BlauWeißer

    Ich frage mich, was an fünf Abstiegsplätzen aus der 3. Liga schlimm ist? Die betreffenden Vereine haben 38. Spieltage Zeit ihr Allerwertesten zu retten, wenn das nicht klappt … tschüss!
    Des Weiteren hätten die Absteiger auch die Möglichkeit direkt wieder aufzusteigen, da die Relegation wegfällt (ist nat. Pech wenn zwei o. drei in die selbe Liga rutschen).

    • schleppel12

      Warum nicht 17 Absteiger?
      Haben schließlich 38 Spieltage Zeit ihren Arsch zu retten und unter die ersten Drei zu kommen.

      • Ein BlauWeißer

        Leider lassen sich dann aus 5 RL schlecht 17 Aufsteiger ermitteln, man hätte also nichts gekonnt. Wieder nicht aufgepasst.
        Mal im Ernst, was ist daran schwierig? Auch wenn der Club unten drin stehen würde, wäre dies gerecht. Nur in Deutschland hält man an den drei Absteigern/Aufsteigern fest. Guckt doch mal nach Spanien oder Italien.

      • schleppel12

        Dann zeig mir mal eine italienische oder spanische Profiliga mit 5 festen Absteigern du Kackarsch. Wieder nicht aufgepasst. :(

      • Ein BlauWeißer

        Nochmal langsam … quasi "Kackarsch" an Dünnschiss(!):
        In Spanien stehen vier (da vier Gruppen in Segunda Division B) und in Italien drei Absteiger fest und der vierte wird ausgespielt (bevor es in die Girone A, B oder C geht).
        Die 5 Absteiger in Dtl. wären also ebenfalls eine logisch Konsequenz, wenn man es bei 5 RL belassen würde. Wenn ich also 5 RL habe, komme ich n. m. E. um 5 Absteiger eben nicht herum (wenn die Meister aufsteigen sollen).
        Der Vergleich war darauf bezogen, dass "scheinbar" nur wir an diesen drei Absteigern/Aufsteigern festhalten, unabhängig in welcher Profiliga.

      • schleppel12

        Nochmal langsamer:

        4 < 5(klingt vielleicht unglaublich – ist aber wirklich so) !

        Mit maximal 3 Aufsteigern und dann 5 Absteigern würden also 8 von 20 Mannschaften auf- oder absteigen. Wie will man bei den Vereinen ein für eine Profiliga angemessenes Umfeld schaffen, wenn sich bei 40% der Vereine nach der Saison die Rahmenbedingungen krass ändern würden?

        Und dein Vergleich mit der spanischen 3. Liga hinkt. Dort müssen die Vereine eine Infrastruktur unterhalten, die unserer Regionalliga entspricht.
        Die Gruppe 2 hat einen Zuschauerschnitt von 711(!). Die Staffeln sind regionalisiert und damit sind Anreise und Abfahrt am Tag des Spiels möglich – keine Übernachtungskosten. Wenn man aus so einer Liga absteigt, ist das kein Beinbruch. Steigt man aus unserer Dritten Liga ab und hat ein 10k+ Stadion am Hals, ist die Existenz des Vereins in Gefahr.

  • Pro 4. Liga!

    Wäre die absolut gerechteste Lösung!!

  • Fat Tony

    Wäre Herr Kallnik mit seiner Truppe noch in der Regional-Liga, würde er an diesen Vorschlag keinen Gedanken verschwenden. Letztlich könnte man dann ja auch die Dritte Liga zweigleisig machen und müsste keine 4. Liga erfinden! Aber die Dritte Liga ist gut so wie sie ist. Vielleicht dann doch einfach 5 Abstiegsplätze. Das würde die Qualität der Liga nicht mindern, da die letzten Aufsteiger aus der Regional-Liga nicht selten den Durchmarsch geschafft haben, also sehr wohl "Qualität" haben.

  • Was zum Geier

    Das Argument mit der höheren Reisekosten sollte hier kein Gewicht haben. Was sagen die denn erst wenn sie in der 3. Liga aufgestiegen sein sollten? Es ist schon ein unterschied ob man in einer 4. Liga nur im Norden oder nur im Süden unterwegs ist als in der 3. Liga bundesweit. Was soll denn die Rostocker sagen wenn nach Unterhaching müssen? Der Herr Kallnik spricht schon das richtige an, die Hürde zwischen der Regionalliga und der 3. Liga ist schon recht groß und für viele Vereine zu einfach zu groß. Manche Vereine verzichten sogar auf den Aufstieg in Liga drei. Wie z.B. als Freiburg II Main II den vortritt überließ. Eine 4. Liga mit nicht allzu strengen Auflagen kann durch aus eine Möglichkeit sein für ambitionierte Vereine näher an die 3. Liga heran zu arbeiten aber auch für weniger ambitionierte Vereine sich weiter zu entwickeln.

  • schleppel12

    Die Drittligisten wollen keinen vierten Absteiger und die Regionalligisten mosern schon über die höheren Reisekosten bei vier Regionalligen.

    Die Lösung ist also vier Absteiger und noch höhere Reisekosten? Ein Vorschlag, den weder Dritt- noch VIertligisten wollen? Nicht durchsetzbar.

  • Pappnase

    Egal ob nun neue 4. Liga oder nicht. Es würden trotzdem alle aufsteigen wollen.
    Aber da ist ein interssanter Gedanke drin:
    Niemand MUSS in die Regiopnalliga aufsteigen. Wer es wirtschaftlich nicht stemmen kann oder will – da hat MK schon nicht Unrecht mit dem CL-Vergleich – der muss eben in der Landesliga bleiben können, ohne dass man diesem Verein dafür jetzt Unsportlichleit vorwerfen dürfte. Und wenn man das so akzeptieren könnte – auch als Zaunpfahl für die Vereine, doch bitte REALISTISCH ihre eigenen Möglichkeiten einzuschätzen – dann könnte man auch sagen: "OK, Ihr wollt Regionalliga spielen (oder meinetwegen neue 4. "Halbprofi"-Liga), dann stellt Euch auf höhere Finanzielle Anforderungen ein."

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