21. August 2014 um 14:07 Uhr

Jordanov: „Mein Traum ist die Bundesliga mit Dortmund“

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Die U23 von Borussia Dortmund ist besser gestartet als man es nach der schwierigen Vorbereitung erwarten durfte. Platz fünf heißt es nach vier Spieltagen für die Truppe von Chefcoach David Wagner. Eine wichtige Stütze im Team ist Spielgestalter Edisson Jordanov, der sich Zeit nahm, um mit liga3-online.de über den Saisonstart, die Stimmung in der Mannschaft und seine Vertragssituation zu sprechen. Der 21-Jährige, der sämtliche Jugendmannschaften des F.C. Hansa Rostock durchlief, stieß im Sommer 2013 von der Kogge zum BVB, wo er bisher 38 Drittliga-Spiele bestritt, fünf Tore erzielte und ebenso viele vorlegte.

liga3-online.de: Die Mannschaft ist mit sieben Punkten aus den ersten vier Spielen in die neue Spielzeit gestartet. Wie bewerten Sie den Start in die Saison?

Edisson Jordanov: Sieben Punkte sind natürlich ordentlich. Vor dem Saisonstart wären wir damit zufrieden gewesen, aber so, wie die Spiele jetzt gelaufen sind, war es fast schon zu wenig. Gegen Kiel haben wir nach einer 2:0 Führung nur 2:2 gespielt, in Wehen Wiesbaden haben wir in der 90. Minute einen Punkt verloren. Diese Punktverluste sind ärgerlich. Der Start war okay, mehr aber nicht.

Die Saisonvorbereitung war schwierig für euch, weil einige Spieler mit den „Profis“ im Trainingslager waren und im Trainingsbetrieb aushelfen mussten. Selten war das Team komplett, so dass es kaum die Möglichkeit gab, etwas einzustudieren. Haben Sie deshalb zu Beginn der Saison nicht mit mehr Problemen gerechnet?

Wir wussten vorher, dass uns immer mal Spieler fehlen werden. Das ist bei uns in jeder Vorbereitung so, dementsprechend konnten wir uns darauf einstellen. Wir wissen aber, dass wir sehr gute Spieler bei uns im Kader haben, deshalb ist die Punkteausbeute nach den ersten vier Spielen für mich keine Überraschung.

In der abgelaufenen Woche war für euch wegen des DFB-Pokals spielfrei.  Habt ihr die Woche genutzt, um Dinge einzustudieren, weil ihr nun endlich einmal komplett als Mannschaft zusammen wart?

Wir hatten eine intensive Trainingswoche und haben gut gearbeitet. Wir haben Leistungstests und einen Laktattest durchgeführt. Außerdem standen viele Spielformen auf dem Programm. Wir hatten viel Spaß im Training. Fußball ist für uns zwar ein Beruf, den wir ernst nehmen müssen, aber es muss auch Spaß dabei sein. Wenn man gewinnt, macht es erst recht Spaß und das tun wir momentan ja zum Glück.

Wie schätzen Sie das Niveau der diesjährigen Drittligamannschaften insgesamt ein?

Die Dritte Liga ist schon sehr stark. Es spielen viele Traditionsmannschaften in der Liga, jeder kann jeden schlagen. Da müssen wir uns behaupten. Wir wissen jedoch, was wir drauf haben.

In der Partie gegen Regensburg haben Sie im linken Mittelfeld agiert. In der vergangenen Saison haben Sie zwischen dem linken und rechten Flügel gewechselt und auch  im Zentrum gespielt. Gibt es für Sie überhaupt eine Lieblingsposition?

Ich habe die ersten  drei Spiele in dieser Saison auf der „Zehn“ gespielt und fühle mich grundsätzlich auf der Position sehr wohl. Jetzt gegen Regensburg habe ich links gespielt. Wir spielen sehr variabel, wechseln oft die Positionen im Spiel, daher ist es eigentlich egal, ob ich nun links, rechts oder in der Mitte beginne. Jeder kann jede Position besetzen, das gehört auch zu  unserer Philosophie.

In den letzten Jahren haben es immer wieder Spieler in den Kader der „Ersten“ geschafft. Erik Durm hat vor rund einem Jahr den Sprung in den Profikader geschafft und ist diesen Sommer in Brasilien Weltmeister geworden. Nehmen Sie sich diese Akteure zum Vorbild und sagen sich: „Da will ich auch hin“?

Klar, Erik ist ein Vorbild für mich, wie schnell es gehen kann. Es ist nicht leicht, den Sprung zu schaffen, weil  der BVB ein großer Verein ist. Anfang des Jahres in La Manga und jetzt im Sommer durfte ich in Österreich mit dem Profikader trainieren und dabei sein. Ich gebe weiter alles für meinen Traum.

Gibt es aktuell Kontakt mit Jürgen Klopp?

Er hat viel mit mir gesprochen, als ich im Trainingslager dabei war. Momentan gibt es keinen Kontakt, da jeder sehr mit seiner Aufgabe beschäftigt ist.

Wo sehen Sie selbst noch am meisten Verbesserungspotenzial?

Ich kann mich überall noch verbessern. In manchen Spielsituationen muss ich bessere Entscheidungen auf dem Platz treffen. Zudem muss ich geradliniger spielen und mich im Torabschluss verbessern.

Ihr gehört mit im Schnitt knapp 21 Jahren zu den jüngsten Teams der Dritten Liga. Nur David Solga ist über 30 Jahre alt. Liegt es an der mangelnden Erfahrung, dass ihr es häufig trotz hoher Führungen wie gegen Erfurt und Kiel noch einmal spannend macht?

Gegen Kiel war es mangelnde Konzentration. Wir sind ein junges Team und werden in hektischen Phasen natürlich mal unruhig. Daran müssen wir arbeiten und versuchen, dies abzustellen. Das wird sich im Laufe der Saison bei uns sicher verbessern.

Wie bewerten Sie den Anteil von Trainer David Wagner an dem momentanen Erfolg?

Er hat einen riesigen Anteil daran, dass es aktuell so gut bei uns läuft. Gerade für junge Spieler ist er wichtig. Er zeigt uns auch nach guten Spielen die Dinge, die wir nicht so gut gelöst haben. Umgekehrt zeigt er uns nach weniger gelungenen Partien, was gut war, um uns aufzurichten. Die Voraussetzung ist immer, dass wir uns an die Aufgaben halten. Wenn er merkt, du ziehst nicht mit, redet er auch mal Klartext und wird lauter.

Auf dem Platz harmoniert ihr momentan prächtig. Versteht ihr euch auch privat so gut miteinander?

Ja, wir unternehmen eine Menge zusammen und gehen abends oft zusammen raus. Ob Bowling, Kino, essen gehen oder FIFA-Turniere an der Play Station, uns fällt immer etwas ein. Wir kommen alle gut miteinander aus.

Sie haben bis zur U19 für Deutschland gespielt und sind dann zum bulgarischen Verband gewechselt und haben die Qualifikation zur U21- EM gespielt. Welche Gründe gab es für den Wechsel?

Das waren damals persönliche Gründe, auf die ich nicht näher eingehen möchte. Ich habe die Entscheidung dann zusammen mit meinen Eltern getroffen.

Ist die Entscheidung, für Bulgarien auflaufen zu wollen, endgültig oder hätte der DFB in Zukunft noch eine Chance?

Die Entscheidung ist jetzt gefallen, da möchte ich jetzt nicht wieder zurückwechseln.

Zu Beginn der vergangenen Saison sind Sie von Hansa Rostock zum BVB II gewechselt. Gibt es noch Kontakt zu den ehemaligen Mitspielern und verfolgen Sie die Geschehnisse um Hansa Rostock?

Zu Tommy Grupe hab ich noch Kontakt und auch zu Tom Weilandt, der jetzt bei Greuther Fürth spielt. Ich verfolge immer, wie Hansa gespielt hat. Ich war seit dem dreizehnten Lebensjahr bei Hansa Rostock, da interessiert es mich natürlich schon, was bei meinem ehemaligen Verein passiert. Ich habe Rostock viel zu verdanken und würde mir wünschen, dass der Verein möglichst schnell wieder in die zweite Bundesliga aufsteigt. Leider sieht es derzeit nicht so gut aus.

Der Vertrag läuft nach dieser Saison aus. Gab es schon Gespräche bezüglich einer Vertragsverlängerung?

Nein, aktuell gibt es keine Gespräche zwischen dem Verein und mir. Ich möchte mich zunächst nur auf den Fußball konzentrieren, dann muss ich gucken, wie es weitergeht. Es gibt auch keinen Zeitplan, bis wann ich eine Entscheidung treffe. Mein Traum ist es natürlich, mit Borussia Dortmund im Signal Iduna Park Bundesliga zu spielen.

Vor der Saison war die Devise, mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. Ist nach dem gelungenen Start in die neue Spielzeit nicht sogar mehr drin?

Wir bleiben da bescheiden. Zunächst einmal wollen wir so viele Punkte wie möglich sammeln und den Klassenerhalt so schnell es geht klarmachen. Was als Bonus dann noch dazukommt, wird man sehen.

Der nächste Gegner heißt am Freitag Großaspach. Was erwartet euch dort für eine Begegnung?

Aufsteiger sind nie leicht zu spielen. Großaspach ist gut in die Saison gestartet. Wenn wir etwas holen wollen, müssen wir ans Maximum gehen. Es wird ein hartes Spiel, aber wir wollen gewinnen.

 

FOTO: ef-pixx.de

 

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