14. Dezember 2016 um 16:31 Uhr

Finanzkrise: Zwickau fehlen 411.000 Euro – Punktabzug droht

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© imago/Picture Point

Der FSV Zwickau steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Wie die Westsachsen am Mittwoch im Rahmen einer eigenes angesetzten Pressekonferenz bekanntgaben, fehlen derzeit 411.000 Euro in der Kasse. Bis zum 23. Januar muss die Etatlücke geschlossen werden – ansonsten droht ein Punktabzug.

Keine Hilfe seitens der Stadt

Hintergrund der Finanzprobleme sind offenbar fehlerhafte Kalkulationen bei der Saison-Planung. So liegen die Sponsoring-Einnahmen mit 1,84 Millionen Euro unter den geplanten Umsätzen von 2,17 Millionen Euro. Hinzu kommt, dass der FSV die vergangene Saison mit einem Minus von 283.000 Euro abgeschlossen hat. Auf die Hilfe der Stadt wird der Drittliga-Neuling derweil nicht setzen können – auch das gab der FSV am Mittwoch bekannt. Stattdessen will der Verein eigenständig einen Businessplan zur Schließung der Finanzlücke erstellen. Dieser sieht unter anderem ein Freundschaftsspiel gegen den VfB Stuttgart vor, das über den gemeinsamen Ausrüster "puma" eingefädelt werden soll. Die Zeit drängt allerdings: Bis zum 23. Januar 2017 muss der FSV die Finanzlücke im Rahmen der DFB-Nachlizenzierung geschlossen haben – ansonsten droht ein Punktabzug. Darüber hinaus darf der Aufsteiger vor dem vollständigen Abbau des Liquiditätsdefizits keine neuen Spieler verpflichten.

Zwei Vorstände zurückgetreten

Unabhängig von den finanziellen Problemen sind am Dienstagabend mit Toralf Wagner und Matthias Chodora zwei Vorstände von ihrem Ämtern zurückgetreten. Wie Vorstandssprecher Tobias Leege auf der Homepage der Westsachsen erklärt, habe es "Differenzen zwischen einzelnen Vorstandsmitgliedern im Hinblick auf eine weitere Zusammenarbeit im Vorstand" gegeben, die nicht "überwunden werden konnten." Finanzprobleme, interne Unstimmigkeiten und Tabellenplatz 19 – der FSV Zwickau steuert einer schweren Winterpause entgegen.

 

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  • Schächtel

    Für Erfurt sehe ich rabenschwarz. Das wird genau so enden, wie in Chemnitz, Zwickel und Lalle. Hoffentlich wird der DFB mal langsam wach und wertet die attraktive 3. Liga entsprechend auf. Also finanziell. Damit die armen Ostklubs endlich gleiche Chancen haben.

  • Cox Orange

    In der 3. Liga kann man vernünftig wirtschaften, man muss es nur auch tun.

    Es gibt knapp 800.000 Euro Fernsehgelder, Zuschauereinnahmen und für kleine bis mittelgroße Sponsoren ist die Liga nicht uninteressant. Natürlich kann man dafür keine 2.Liga-Mannschaft finanzieren wie es in Chemnitz versucht wird.

    Jedenfalls sollte es für jeden Verein der Liga möglich sein, einen Spieleretat von 2-3 Mill. zusammenzubringen.

    Beispiele wie Wiesbaden, Großaspach oder Magdeburg zeigen das es geht, wenn auch mit unterschiedlichen Gewichtungen.

    • Phillip

      Ich denke viele wirtschaften vernünftig, allerdings haben die Ostvereine nach wie vor Standortnachteile. Das lässt sich einfach nicht leugnen. Zwickau hat ein VW Werk genau vor der Tür, Sponsoring gibts hier aber maximal für die Jugendabteilungen, weil das große Geld in Wolfsburg, hannover oder Braunschweig fließt. Gleiches Beispiel mit JohnsonControls… in Zwickau steht das weitaus produktivere Werk, wohin fließt aber die Kohle? Nach Hannover. Es gäbe hier genug große Firmen, allerdings werden diese eben oftmals aus westdeutschen Zentralen gesteuert und da bleibt das Geld ganz einfach im Westen. Situationen wie in Erfurt oder Chemnitz wo Millionenlöcher auftreten, haben natürlich anders gelagerte Probleme.

  • ehjal

    Ich drücke die Daumen das es in Zwickau wieder aufwärts geht und der Verein es zusammen mit den Fans schafft die Lücke zu schließen. Denn mit Punktabzug werden sie leider die Klasse nicht halten können, wenn nicht ein wunder geschieht.
    ich freu mich auf das Spiel gegen Dresden 2 (aka Zwickau) und hoffe das es nicht das letzte in Liga 3 oder höher ist.

    • Phillip

      Was genau meinst du bitte mit Dresden 2? Weil ab und an mal paar Hanseln der UD dabei sind?

  • Thomas Horstmann

    In der 3. Liga ist aus Sicht der Vereine schwer zu wirtschaften. Aber hier sollte nicht die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden; vielmehr sollte die DFL für eine Besserstellung der Clubs etwa durch die Beteiligung an den Fernsehgeldern sorgen.

    • Kiebietz

      Die DFL ist nur für die Bundesligen zuständig, die werden also einen Teufel tun. Eher muss man schauen, ob bei den TV-Rechten des DFB noch mehr Geld herausgeholt werden kann, das sollte durchaus im Rahmen des Möglichen sein.

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