Zwischenfazit Wacker Burghausen: Um jeden Punkt kämpfen!

Ein Drittel der Saison 2013/2014 ist bereits absolviert. Grund genug, die 20 Drittligisten in einem Zwischenfazit unter die Lupe zu nehmen. Heute: SV Wacker Burghausen. Nach 12 absolvierten Partien stehen die Oberbayern mit sechs Punkten auf dem letzten Platz der Tabelle.  Nach dem Trainerwechsel war vor allem in den letzten drei Spielen ein Aufwärtstrend zu sehen. Gegen Unterhaching, Heidenheim und Regensburg blieben die Burghauser ungeschlagen, bei zwei Unentschieden. Im Folgenden schaut sich liga3-online.de die bisherige Saison vom SV Wacker Burghausen  einmal genauer an.

Das lief bisher gut:

Selbst der kühnste Optimist dürfte Schwierigkeiten haben, Gutes zu finden, bei einer Mannschaft die nach 12 Spielen mit nur einem Sieg auf dem letzten Platz der Tabelle steht. Was man aber speziell in den letzten Spielen erkennen kann, gibt Grund zur Hoffnung.

Die Moral

Die Mannschaft lebt. Im Spiel gegen Spitzenreiter Heidenheim sorgte Florian Pflügler in letzter Sekunde für den Ausgleich, der nicht unverdient war. Gegen den Erzrivalen erzwang man etwas glücklich einen Punkt. Zuvor musste sich die SpVgg Unterhaching der neuen Kälte Burghausens beim ersten Saisonsieg geschlagen geben. Der Trend spricht leicht für den SV Wacker. Die tabellarische Situation ist aber nach wie vor nicht entspannt.

Der Neue

Seit vier Spielen ist Uwe Wolf der neue Chef an der Seitenlinie. Seine Bilanz: Ein Sieg, zwei Unentschieden, eine Niederlage. Neben der wiedereingekehrten Aufbrauchstimmung ist vor allem die etwas komfortablere Tabellensituation die bisherige Errungenschaft von Uwe Wolf. Insgesamt fehlen Burghausen immer noch sechs Punkte zum rettenden 17. Platz. Aber wenn man die Spieler sieht, merkt man, dass der Glaube wieder zurück ist in Oberbayern.

Das lief bisher nicht gut

Der logische Umkehrschluss: Wenn ein Team mit nur sechs Punkten am Tabellenende steht, ist es recht einfach, genügend zu finden, das nicht so gut lief. Die beiden auffälligsten Punkte sind:

Angriff und Abwehr

Elf geschossene Tore verraten nicht, was man auf dem Spielfeld sieht. Zu harmlos agierte der SV Wacker speziell in den ersten Partien der laufenden Spielzeit. Hinzu kam die fast endlos scheinende Stürmersuche. Wunschstürmer Alessandro Ciarrocchi wurde schon als fast perfekt vermeldet, um wenig später zu bemerken, dass die Spielgenehmigung nicht erteilt werden wird. Am letzten Transfertag dann doch: Henrik Bencik. Er kam zu spät für Trainer Donkov, der nach dessen Debut beurlaubt wurde. Kulabas, Hauk (mit Abstrichen) und Simosis waren großenteils ungefährlich für den Gegner. Lichtblick: Stephan Thee, mit immerhin drei Toren (als Mittelfeldspieler). Das Umschaltverhalten in die Defensive war zuweilen nicht Drittliga-würdig. Gerade in der Phase nach Donkovs Entlassung ließ man sich fast wehrlos abschießen.

Der Fall Mokhtari

So richtig hatte man nicht das Gefühl, dass zwischen Mokhtari und dem SVW noch einmal so etwas wie Liebe aufflammt. Zunächst die Kündigung und der damit verbunden Streit vor dem Arbeitsgericht. Dann die Forderungen seines Beraters nach Rücktritten in der Vereinsführung. Der Ex-Trainer nannte mangelnde Fitness als Grund  für die Nicht-Berücksichtigung des 34-Jährigen. Nach dessen Beurlaubung trat Mokhtari nach. Und doch sieht man, wenn er spielt, ist er nach wie vor ein Virtuose am Ball, um den Burghausen von jedem Verein der Liga beneidet wird. Richtig Ruhe ist aber im Verlauf der bisherigen Saison nicht eingekehrt, vielleicht ja nach der Länderspielpause.

Die Neuzugänge

Stephan Thee und Stephan  Loboué sind gut angekommen in Burghausen.  Erstgenannter ist der Top-Torschütze (drei Tore) und letzterer unter Uwe Wolf zum Kapitän ernannt worden.  Bis auf einen kleinen Fehler, welcher der Abschluss einer Kette war, in Donkovs letztem Spiel gegen Elversberg, erwies sich der Routinier als Stütze für den SV Wacker. Bei den Neuzugängen im Angriff, Bencik, Simosis und Hauk besteht noch Steigerungsbedarf. Bencik stieß spät zur Mannschaft und zeigte sein Potenzial. Simosis enttäuschte bisher und Hauk arbeitete sich auf, ohne effizient zu sein (kein Tor in neun Spielen). Dies ist eine Statistik, die vor allem der taktischen Ausrichtung unter Donkov geschuldet war. Im Mittelfeld zeigte sich Tuncay Orhan allenfalls als Mitläufer. In der Verteidigung konnte Jure Colak bisher ebenfalls noch nicht seine Verpflichtung rechtfertigen. Anfangs gesetzt, wurde er später von Donkov in die Reserve degradiert um inzwischen wieder zu starten. Positiv herauszuheben ist der junge Florian Pflüger, der zwei wichtige Treffer für die Burghauser erzielte. Alles in Allem ist es noch nicht gelungen, die abgewanderte Qualität adäquat zu ersetzen.

Bisher bester Spieler

Es ist gar nicht so leicht einen einzelnen Spieler herauszugreifen, aus einem Kollektiv, welches bis dato kaum funktionierte. Wenn es denn der Torwart ist, dann weiß jeder Fußballfan was das bedeutet. Kapitän Loboué war Burghausens bester Mann – nicht nur vom Notenschnitt her. Er zeigte sich nervenstark und rettet seine Mannschaft oftmals vor noch höheren Niederlagen. Auf dem Feld ist in Teilen Stephan Thee zu nennen, welcher aber auch noch nicht nachhaltige seine Leistungen vergangener Spielzeiten bestätigen konnte.

Bisher schwächster Spieler

Ahmet Kulabas. Wie in seiner gesamten Zeit in Burghauser weiß der einstige Trierer Pokalheld nicht zu überzeugen. Schwächen gegen den Ball, sowie in der Rückwärtsbewegung, eindimensionale Spielanlage und Schnelligkeitsdefizite, gerade im Gedankengang. Vor allem aber taktische Mängel sind immer wieder sichtbar. Seine große Stärke, den Abschluss, setzt er zu selten gewinnbringend ein und wirkt zu weilen eigensinnig. Kulabas wurde vor der Saison vom Präsidium als Offensivkraft Nummer Eins verkauft. Gemessen am Potenzial des 26-Jährigen ist die Spielzeit bisher enttäuschend.

Fazit

Insgesamt entpuppte sich die bisherige Saison als noch schwieriger als erwartet. Anfangs lief es überhaupt nicht, selbst die so starke Defensive des letzten Jahres zeigte Löcher. Nach der Heimniederlage gegen Elversberg musste Trainer Donkov seinen Hut nehmen. Die Folgeleistungen waren nicht besser. Fast wehrlos schien Burghausen sich dem Gegner hinzugeben. Seit der neue Trainer, Uwe Wolf, übernahm ist wieder so etwas wie ein Aufbäumen zu erkennen. Sechs Punkte aus zwölf Spielen und der letzte Tabellenplatz sind aber absolut enttäuschend für die Oberbayern.

Ausblick

Bis zum Ende der Hinrunde wird Burghausen nicht den Sprung ans rettende Ufer, Platz 17, schaffen. Das ist aber auch nicht die Maßgabe des SVW. Die Devise muss heißen: Anschluss halten und bis zum Ende um jeden Punkt kämpfen. Gelingen noch mehrere Überraschungspunkte, wie gegen Ligaprimus Heidenheim, ist das realistisch.

FOTO: calcio-culinaria.de

 

   
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