Zwischenfazit Stuttgarter Kickers: Kontinuität muss zurückkehren

Ein Drittel der Saison 2013/2014 ist bereits absolviert. Grund genug, die 20 Drittligisten in einem Zwischenfazit unter die Lupe zu nehmen. Heute:  Stuttgarter Kickers. Mit nur neun gesammelten Punkten stehen die Kickers im Moment auf dem achtzehnten Tabellenplatz. Auf den ersten Sieg mussten die Schwaben bis zum neunten Spieltag warten, dann gelang ein 3:0-Heimsieg gegen Regensburg. Auch das nächste Heimspiel konnte man mit 3:0 gegen Dortmund II für sich entscheiden, jedoch unterlag man auswärts in Chemnitz und Darmstadt mit 0:1. Im Folgenden schaut sich liga3-online.de die bisherige Saison von den Stuttgarter Kickers einmal genauer an.

Das lief bisher gut: Fans

Die Mannschaft enttäuschte in der bisherigen Saison, die Fans nicht. Diese hatten sich einen ganz anderen Saisonstart erhofft, denn mit erfahrenen Neuzugängen wie Patrick Milchraum oder Marc Stein hätten nur wenige gedacht, dass man nach 10 Spieltagen wieder so tief im Abstiegsstrudel steckt. Trotzdem haben die Fans die Mannschaft durchgehend unterstützt, und dass obwohl „Fanlieblinge“ wie Fabian Gerster und Patrick Auracher zwischenzeitlich aus dem Kader verbannt wurden. Nachdem man gegen Unterhaching am siebten Spieltag 2:3 verlor und weiterhin auf den ersten Saisonsieg warten musste, wurde die Mannschaft noch Minuten nach dem Abpfiff für ihren Kampfgeist gefeiert. Dies schätzt auch Kapitän Enzo Marchese sehr. „Unsere Fans sind einmalig. Wie sie uns nach der 2:3-Niederlage gegen Unterhaching gefeiert haben, war richtig klasse und hat uns einen Schub gegeben. Wir brauchen unsere Fans gerade in schwierigen Situationen und wollen es ihnen mit guten Ergebnissen danken.“

Das lief bisher nicht gut: Späte Gegentore

Die Kickers kassierten immer wieder späte Gegentore, die zu Punktverlusten führten.  Gegen Holstein Kiel schoss man kurz vor Schluss das 1:0, konnte diese Führung aber nicht über die Zeit bringen. In Elversberg reichte es aufgrund eines späten Gegentreffers auch nur zu einem Unentschieden, ebenso wie in Osnabrück, als man in der Nachspielzeit noch das 2:2 kassierte. Als wäre dies noch nicht genug, verlor man die Spiele zuhause gegen Unterhaching und in Chemnitz auch aufgrund eines entscheiden Gegentreffers innerhalb der letzten 10 Spielminuten.

Fehlende Kontinuität

Die Stuttgarter Kickers haben mit Horst Steffen nun schon den dritten Trainer auf ihrer Bank sitzen. Damit kann bundesweit im Profifußball keiner mithalten. Mit Michael Zeyer kam während der laufenden Saison noch ein Sportdirektor und Präsidiumsmitglied und Aushängeschild des Vereins Guido Buchwald trat zurück. Auch bei der Mannschaftsaufstellung gab es keine Kontinuität. So teilten sich Daniel Wagner und Markus Krauss zwischenzeitlich die Rolle der Nummer 1 im Tor, da keiner wirklich überzeugen konnte.  Leistungsträger wie Auracher, Gerster, Ivanusa und später auch Leist wurden zwischenzeitlich aus dem Kader geworfen und in der Offensive fehlte zu Saisonbeginn die Abstimmung, da Soriano und Grischok lange verletzt waren.

Bewertung der Neuzugänge:

Elia Soriano

Soriano kam vor der Saison vom Karlsruher SC und hatte lange Zeit mit einer Verletzung zu kämpfen. Als Grüttner-Ersatz waren die Erwartungen an ihn sehr hoch, diese konnte er bisher noch nicht erfüllen. Allerdings steigert er sich von Spiel zu Spiel. Bei neun Einsätzen war er zweimal erfolgreich. Im Spiel gegen Unterhaching traf er per Fallrückzieher zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Das Tor stand zur Auswahl zum Tor des Monats September bei der ARD Sportschau.

Patrick Milchraum

Der 29- jährige Rückkehrer konnte der Mannschaft  noch nicht entscheidend weiterhelfen. Bisher ist er eher ein Mitläufer und bestritt keines seiner neun Spiele über die komplette Spielzeit. Ihm fehlt bisher die Torgefährlichkeit. Zudem vergibt er reihenweise gute Möglichkeiten wie in Heidenheim, als er freistehend aus 10 Metern übers Tor schoss. Aufgrund seiner Erfahrung in der zweiten Bundesliga, wo er bei 1860 München und Alemannia Aachen Stammspieler war, darf man von ihm noch mehr erwarten.

Bisher bester Spieler: Sandrino Braun

Sandrino Braun überzeugt im defensiven Mittelfeld und ist absoluter Stammspieler, egal unter welchem Trainer. Ruhig, abgeklärt und solide löste er die Aufgaben im defensiven Mittelfeld und bestritt alle Saisonspiele über die komplette Spielzeit. Im Spielaufbau rutscht er in die Rolle des Innenverteidigers, ähnlich wie Philipp Lahm bei Bayern München. Kurz um: Braun ist aus der Kickers-Elf nicht mehr wegzudenken.

Bisher schwächster Spieler: Patrick Milchraum

Gemessen an den Erwartungen ist es sicherlich der oben erwähnte Patrick Milchraum, der bisher enttäuschte. Allerdings muss man erwähnen, dass er immer wieder mit kleinen Verletzungen zu kämpfen hatte. Wie stark er sein kann, hat er bei 1860 München und Alemannia Aachen schon bewiesen. Bleibt zu hoffen, dass er so schnell wie möglich an diese Leistung wieder anknüpfen kann.

Fazit und Ausblick

In der bisherigen Saison gab es sehr viel Unruhe im Verein. Neue Trainer, neuer Sportdirektor und der Rücktritt von Guido Buchwald waren dafür mit ausschlaggebend. Die Punkteausbeute und Tabellenplatz 18 ist für Fans und Mannschaft einfach ernüchtert. Allerdings machen die letzten beiden Heimspiele, die man beide 3:0 gewinnen konnte, etwas Hoffnung, dass man aus dem Tabellenkeller rauskommt. Mit Neu-Trainer Horst Steffen soll endlich die Kontinuität zurückkommen. Ihm ist es zu zutrauen längerfristig etwas mit den Kickers aufzubauen. Dafür müssen jedoch die Ergebnisse stimmen.

FOTO: Flohre Fotografie

 

   

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