Zwischenfazit Darmstadt 98: Erfolg ist das Resultat solider Arbeit

Der SV Darmstadt 98 hat eine erstaunliche Entwicklung hinter sich. In der vergangenen Saison sportlich abgestiegen, stehen die „Lilien“ in dieser Spielzeit nach zwölf Spielen auf dem zweiten Tabellenplatz. 22 Punkte beträgt die bisherige Ausbeute, dazu stellen die Darmstädter die beste Abwehr (neun Gegentreffer) und mit 20 erzielten Toren den zweitbesten Angriff der Liga (gemeinsam mit Münster und Unterhaching). Besonders erwähnenswert sind dabei die hohen Siege gegen den MSV Duisburg (4:0) und Hansa Rostock (6:0). Dazu kommt der Erstrundenerfolg im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach (5:4 n.E.). Mittlerweile ist die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster seit sechs Ligaspielen ohne Niederlage. Im Folgenden schaut sich liga3-online.de die bisherige Saison des SV Darmstadt 98 einmal genauer ein.

Das lief bisher gut

Dirk Schuster hatte vor Saisonbeginn nur wenig Zeit, eine schlagkräftige Truppe zusammenzustellen. Durch die Hängepartie bei der Lizenzierung der Offenbacher Kickers konnten zahlreiche Verträge nicht abgeschlossen werden. Auch der Verbleib einiger Leistungsträger hing lange in der Schwebe. Mittlerweile zeigt sich, dass Darmstadts Trainer ein gutes Händchen bei der Zusammenstellung des Kaders gehabt hatte. Die Mannschaft funktioniert als Kollektiv hervorragend und scheint auch kleinere Rückschläge wie beim 1:1 in Dortmund problemlos wegstecken zu können. Die Abwehr, seit Schusters Amtsantritt ohnehin das Prunkstück, konnte sich in dieser Spielzeit nochmals deutlich steigern. Und vorne haben die Lilien mit Dominik Stroh-Engel mittlerweile den gefährlichsten Angreifer der Liga in ihren Reihen.

Das lief bisher nicht gut

Auf dem Platz bei den Lilien nach negativen Faktoren zu suchen, ist nahezu unmöglich. Alle Rädchen greifen derzeit ineinander, auch die Reservisten ziehen voll mit. Aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit und des knappen Budgets fehlt es der Mannschaft jedoch etwas an Qualität in der Tiefe. Auch der traditionell schnell steigende Erwartungsdruck im Darmstädter Umfeld könnte für die Mannschaft zur Belastung werden, sollte die angestrebte 40-Punkte-Marke bereits im Frühjahr 2014 erreicht werden.

Bewertung der Neuzugänge 

Elf Treffer in elf Ligaspielen, zudem noch fünf Torvorlagen ergeben überragende 16 Scorerpunkte. Dominik Stroh-Engel ist der torgefährlichste Spieler der Liga und die personifizierte Lebensversicherung der Hessen. Dabei erzielte der 1,97 Meter große Angreifer gegen Unterhaching einen „Hattrick“, gegen Hansa Rostock legte er sogar einen „Viererpack“ nach. Auch im Mittelfeld haben die Neuzugänge Milan Ivana und Marcel Heller voll eingeschlagen. Beide beleben das Spiel der Darmstädter auf den Außenbahnen und bringen über die Flügel Gefahr; das wohl größte Manko der Darmstädter in der abgelaufenen Saison. Vor allem Marcel Heller hat sich durch seine quirlige Spielweise längst in die Herzen der Fans gespielt. Mittelfeldspieler Jérôme Gondorf entwickelt sich zudem nach anfänglichen Startproblemen mehr und mehr zu einer festen Größe im Spiel der Lilien.

 Bester bisheriger Spieler

 Es wäre trotz aller Lobeshymnen für die Neuzugänge nicht fair einen Spieler zu vergessen, der seit der vergangenen Saison im Mittelfeld beim SV Darmstadt 98 die Fäden zieht. Der 23-jährige Hanno Behrens hat in dieser Spielzeit einen enormen Leistungssprung gemacht und ist aus der Mannschaft des Tabellenzweiten nicht mehr wegzudenken. Das frühere HSV-Talent organisiert das Spiel der Hessen und fungiert als unverzichtbares Bindeglied zwischen Abwehr und Angriff. Behrens ist einer der Gründe für den derzeitigen Erfolg der Lilien. Auch aus diesem Grund kann Schuster auf seinen Mittelfeldstrategen nicht mehr verzichten. Davon überzeugen konnten sich die Fernsehzuschauer beim DFB-Pokalspiel der Lilien gegen Schalke 04, als Behrens per Kopf zum zwischenzeitlichen 1:1 traf.

Schwächster bisheriger Spieler

Die bisherigen Neuzugänge konnten fast ausnahmslos überzeugen. Muss man trotzdem einen Spieler herausnehmen, dann fällt am ehesten Dennis Schmidt ins Auge. Der Angreifer, der vor der Saison von den Sportfreunden Lotte ans Böllenfalltor gewechselt war, kam unter Trainer Dirk Schuster bislang fast noch überhaupt nicht zum Zug. Lediglich vier Kurzeinsätze in der Liga stehen für den 25-Jährigen zu Buche, der sich in diesen aber auch nicht wirklich zeigen konnte. Möglicherweise erhält der gebürtige Wermelskirchener in Halle seine Chance von Beginn an, da sich der etatmäßige Angreifer Marco Sailer einen Muskelfaserriss zugezogen hat und rund zwei Wochen pausieren muss.

 Fazit

Nach dem ersten Drittel der Saison stehen die Lilien auf einem starken zweiten Tabellenplatz. Zu Beginn erneut als Abstiegskandidat gehandelt, überzeugt die Mannschaft im Gegensatz zur vergangenen Runde vor allem durch spielerische Klasse. Hinzu kommen die weiter verbesserte Qualität in der Defensive und die nun konsequente Verwertung der erspielten Torchancen. Der zweite Platz ist daher kein Zufall, sondern das Resultat solider Arbeit und einer geschlossenen Mannschaftsleistung.

 Ausblick

Sollte die Mannschaft von Verletzungspech verschont bleiben, ist für den SV Darmstadt 98 bis zur Winterpause ein Platz in den vorderen Tabellenregionen (bis Platz fünf) drin. Ob das Potential über die gesamte Saison betrachtet letztlich für den ganz großen Wurf reicht, bleibt abzuwarten. Dafür dürfte der Kader in der Tiefe wohl nicht gut genug besetzt sein. Eines jedoch scheint nach zwölf Spieltagen klar zu sein: Mit dem Abstieg dürften die Hessen in dieser Spielzeit nichts zu tun haben.

FOTO: Flohre Fotografie

   

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