Zwickau-Lauf geht weiter: Längste Siegesserie seit 2019

Morris Schröter vertreibt beim FSV Zwickau das Abstiegsgespenst fast im Alleingang. Durch sein "goldenes Tor" beim 1:0-Sieg bei Aufstiegsanwärter 1860 München traf der Offensivspieler im dritten Spiel nacheinander mindestens einmal und machte damit zugleich den dritten Erfolg der Schwäne in Serie perfekt. Eben auch dank Schröter haben die Westsachsen inzwischen einen beachtlichen Vorsprung auf die Gefahrenzone.

"Er weiß selbst nicht, was los ist"

Der Matchwinner zog sich an der Grünwalder Straße zwar zurück und überließ seinen Teamkameraden die Bühne – war aber dafür umso mehr in aller Munde. "Ich weiß nicht, was mit Morris los ist, und er wusste es direkt nach dem Spiel auch nicht“, kommentierte Kapitän Johannes Brinkies im "MagentaSport"-Interview augenzwinkernd Schröters momentanen Lauf: "Was er raushaut, ist unglaublich. Nicht nur wegen seines Tores, sondern auch wegen der Wege dahin. Er hilft uns unglaublich. Bitte so weitermachen.“

Der Wunsch des Torhüters ist angesichts von Schröters Quote verständlich. Mit vier Treffern in den vergangenen drei Begegnungen schraubte der Ex-Magdeburger seine Gesamtausbeute auf nunmehr schon sieben Saisontreffer. Besonders seine Tore bei den jüngsten Erfolgen bei der SpVgg Unterhaching (2:1), gegen den MSV Duisburg (3:1) und nun in München dürften "Mr. Zuverlässig“ gute Argumente für die Gespräche über seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag liefern. Trainer Joe Enochs würde sich über eine Verlängerung der Zusammenarbeit mit Schröter sicher freuen. "Morris braucht im Augenblick nicht so viele Chancen für ein Tor“, lobte der Coach seinen „Serientäter“.

"Wollten Tor mit aller Macht verteidigen“

Zumal sich Schröters Torinstinkt auch zunehmend für Zwickau geradezu als Lebensversicherung im Kampf um den Klassenerhalt erweist. Durch insgesamt zehn Punkte in den vergangenen vier Spielen mit seiner längsten Siegesserie seit fast zwei Jahren – zuletzt gelangen dem früheren Zweitligisten im April 2019 gegen den SV Wehen Wiesbaden, Unterhaching und die Würzburger Kickers drei Liga-Erfolge nacheinander – kann der FSV nach zuvor schweren Wochen angesichts von schon sieben Punkten Vorsprung zumindest vorerst wieder etwas durchatmen.

Ohne Schröters Tor hätte die Begegnung mit den Löwen jedoch angesichts der drückenden Überlegenheit der Platzherren auch ein anderes Ende nehmen können. Das war auch Enochs bewusst: "Wir haben dem Druck standgehalten und unser Tor mit aller Macht verteidigen wollen“, lobte der Coach auf der Pressekonferenz die Energieleistung seiner Elf vor der Pause, als sich Brinkies im FSV-Tor "wie beim Handball“ vorkam. Entsprechend gestand Enochs beim schon fünften Auswärtserfolg auch „"Glück“ ein: "Wir haben unsere einzige Chance genutzt." Gegen den Halleschen FC hofft der vor noch nicht langer Zeit umstrittene Kalifornier auf eine Fortsetzung des positiven Trends: "Wir wollen diese Phase mitnehmen und gegen Halle wieder gewinnen.“

 
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