FSV Zwickau hadert: "Elfmeter ist ein Witz" – Möker fehlt wochenlang

Der FSV Zwickau musste im sächsischen Duell unter Freunden am Samstag gegen Spitzenreiter Dynamo Dresden eine 0:2-Niederlage einstecken. Die Gastgeber hatten dabei bei beiden Gegentoren Pech mit den Entscheidungen des Schiedsrichters. Bei der spielentscheidenden Szene waren sich sogar beide Trainer einig. Derweil wird Yannik Möker wochenlang ausfallen.

Strittiges Tor, strittiger Elfmeter

Nein, es war nicht der glücklichste Tag, den die Kicker des FSV Zwickau an diesem sonnigen Februar-Nachmittag erwischt hatten. Spätestens als Schiedsrichter Patrick Kessel unmittelbar vor dem Pausenpfiff auf den Punkt des Zwickauer Strafraums zeigte, war dies auch dem letzten der Rot-Weißen klar. Kessel hatte ein Handspiel von Steffen Nkansah gesehen, der aus einem Meter von Dresdens Sohm angeschossen wurde. Noch dazu hielt der Abwehrspieler der Schwäne seinen Arm angelegt und in keiner Weise unnatürlich. Dresdens Daferner ließ sich die ihm bietende Chance auf eine beruhigende Halbzeitführung nicht nehmen und verwandelte sicher zur 2:0-Führung.

Auch mit etwas Abstand nach dem Spiel verstand Nkansah am Mikrofon von "MagentaSport" noch immer nicht, welches Vergehen ihm der Schiedsrichter in der Elfmetersituation vorwarf. "Der Elfmeter ist ein Witz, der schießt mir aus einem Meter an die Hand. Mit den Schiedsrichtern kannst du sowieso nicht reden, die interessiert das nicht. Nichtsdestotrotz hat der Gegner verdient gewonnen. Die Entscheidung muss man akzeptieren", ordnete der 24-Jährige das Geschehen rund um den Elfmeter ein. Ausnahmsweise teilten sogar die Trainer beider Mannschaften die Meinung, dass man diesen Elfmeter nicht geben müsse. "Wenn mir alle sagen: 'Den muss man nicht geben', dann glaub ich das allen", kommentierte Dresdens Übungsleiter Kauczinski, der neben dem Auswärtssieg auch seinen Geburtstag zu feiern hatte, die spielentscheidende Szene.

Bänderriss bei Möker

Sein Zwickauer Kollege Joe Enochs sah sich und seine Mannschaft kurz vor der Halbzeit zwar ungerecht behandelt, ordnete die Niederlage im Derby aber dennoch als verdient ein. "Ich habe ein Problem mit dieser Szene, weil er die Hand davor hält und er aus einem Meter angeschossen wird. 99 Prozent von den Schiedsrichtern geben keinen Elfmeter. Aber der eine heute hat’s gegeben. Ich finde es eine ganz harte Entscheidung. Aber wir haben kein Tor geschossen und deswegen haben wir das Spiel heute verloren." Dresden war über die komplette Spielzeit die spielbestimmende Mannschaft, nutzte die sich bietenden Gelegenheiten, hatte aber auch bereits beim ersten Tor eine gehörige Portion Glück.

Denn nach einem Eckball in der 38. Minute köpfte Dresdens Pascal Sohm den Ball an den Innenpfosten des Zwickauer Gehäuses. Von dort flog das Spielgerät entlang der Torlinie und schien sich für einen Moment im Tor zu befinden. Fraglich blieb, ob der Ball mit vollem Umfang hinter der Linie war. Auch die Bilder der im Stadion befindlichen TV-Kameras brachten keinen eindeutigen Aufschluss. Schlussendlich entschied der Schiedsrichter auf Tor, das Dresden einen 2:0-Auswärtserfolg bescherte. Für Zwickau war es die zweite Niederlage in Folge, der Vorsprung auf die Abstiegszone beträgt fünf Punkte. Am kommenden Sonntag gastieren die Westsachen bei Türkgücü München und müssen dann auf Yannik Möker verzichten. Der 21-Jährige erlitt gegen Dresden bei einem Pressschlag an der Mittellinie einen Bänderriss im rechten Sprunggelenk und wird damit für mehrere Wochen ausfallen. Am Samstag war er mit einer Liege vom Platz und anschließend direkt in ein Krankenhaus gebracht worden.

   
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