Zurück in die Zukunft: Christian Knappmann im Exklusiv-Interview

Christian Knappmann ist seit Januar in Diensten von Borussia Dortmund II. Noch im Sommer hatte sich der Wechsel vom Wuppertaler SV zerschlagen. Im Winter gibt Knappmann sein Comeback in der Dritten Liga – ausgerechnet bei Ex-Verein Wacker Burghausen, wo „Knappi“ sein bisher letztes Drittliga-Spiel bestritt. Der Stürmer spricht exklusiv mit liga3-online.de-Redakteur Uli Hebel über seine alte und neue Heimat, sowie das bevorstehende Spiel.

Christian, Sie waren von Januar bis Juni 2011 Spieler des SV Wacker Burghausen. Warum sind Sie nach nur einem halben Jahr gegangen?

Grundsätzlich hatte ich mich riesig auf Burghausen gefreut, auch weil die Geschichte in Ahlen mit einer Insolvenz endete. Ich wurde von Mario Basler geholt und die Bedingungen in Burghausen waren riesig. Gerade die ersten Monate liefen für mich und auch den Verein super. Es kam dann aber ein kleiner Knick und wir konnten nichts mehr gewinnen. Dann werden Sundeböcke gesucht, auch von den Fans. So ist das eben – und dafür habe ich auch Verständnis. Als Basler dann entlassen wurde, war mein Abgang Richtung Heimat auch klar.

 

Sie hatten eine kurze aber auch turbulente Zeit in Oberbayern. Sind Ihre Erinnerungen positiv oder negativ – was überwiegt?

Ich muss ehrlich sagen, ich habe an den Verein und die Stadt durchweg positive Erinnerungen. Was gegen Ende passierte, tut dann natürlich schon weh. Aber der Verein: dort lief alles top. Ob es Florian Hahn war, oder sogar Gabi Bortner von der Geschäftsstelle.

 

Sie sagten, gerader der Abschied tat weh, was genau meinen Sie damit?

Eigentlich habe ich ja eine gute Bilanz gehabt, obwohl ich selten als Sturmspitze ran durfte. Ich spielte meist als Hängende Spitze oder gar im Mittelfeld. Ich habe Platz machen müssen für Eric Aygemang und das tat ich um der Mannschaft zu helfen. Wenn es dann aber sportlich nicht läuft, werden eben Schuldige gesucht, darunter auch meine Wenigkeit.

 

Ist es also ein besonderes Spiel in der Wacker-Arena?

Wie gesagt, ich habe mich in Burghausen wohl gefühlt, dadurch ist es etwas Besonderes, weil es auch mein erstes Drittliga-Spiel ist, nach der „Rückkehr“. So etwas ist dann auch typisch für den Fussball, dass es ausgerechnet in Burghausen ist.  Ich freue mich – auch weil ich die Atmosphäre in Burghausen und der Arena immer genossen habe

 

Gibt es noch Kontakt in die alte Heimat?

Ich hatte immer mal wieder Kontakt zu Temmanager Max Urwantschky. Ansonsten eigentlich nur zu einigen Spielern, die aber nicht mehr in Burghausen spielen.

 

Eigentlich sollten Sie ja schon im Sommer nach Dortmund wechseln. Über eine Einigung wurde auch bereits berichtet. Woran ist der Transfer dann doch noch gescheitert?

Der Wuppertaler SV hat damals eine Ablöse von 100.000 € aufgerufen . Diese sollte mit Freunschaftsspiel gegen die erste Mannschaft des BVB ausgeglichen werden. Beide haben eingewilligt. Der WSV wollte zusätzliche einen Spieler dazu. Der Spieler, Soltanpour (seit Januar 2013 in Saarbrücken, Anm.d.Red.) hat sein Veto eingelegt, nach Wuppertal zu gehen. Da hat der WSV einen Riegel vorgeschoben. Ich war aber die ganze Zeit mit David Wagner (Trainer Borussia Dortmund II, Anm.d.Red.) in Kontakt. Ich freue mich, dass es im Winter nun geklappt hat.

 

Was gab den Ausschlag für die Reserve des BVB?

Der Verein ist im Moment der Kulturverein in Deutschland. Die sportliche Philosophie die der Verein verfolgt ist besonders. Die Erfolge, die der Verein damit zu verbuchen hat sind sensationell. Insgesamt ist der ganze Verein einfach mega professionell. Jedes einzelne Training ist strukturiert. Das sucht Seinengleichen. Für einen Spieler wie mich, der sich nur auf Dritt-und Viert-Liga Niveau bewegt hatte, ist das gerade gegen Ende meiner Karriere noch einmal etwas ganz Besonderes. Ich gehe voll darin auf.

 

Der Trainer verriet: Sie sind im Kader, aber spielen Sie auch?

Ich weiß nicht, ob ich von Anfang an spiele. Ich gehe aber davon aus, dass das, was der Trainer und ich besprachen, aktuell bleibt.Ich wurde als Backup und Führungsspieler geholt. Der Aufgabe habe ich mich verschrieben. Als ich nicht kommen konnte im Sommer, hat man Balint Bajner verpflichtet – er macht einen Riesen-Job. Ich versuche ihn weiter zu pushen und mit meiner Erfahrung zu helfen.

 

Sie wurden also nicht als Stammspieler verpflichtet?

Nein, das war aber von vornherein klar. Wenn man mich aber braucht, werde ich alles geben und ansonsten der Mannschaft, mit meiner Erfahrung helfen.

 

Es geht Samstag ja gegen Ihren Ex-Trainer Georgi Donkov. Will man auch ihm etwas beweisen?

Nein, ich bin gut ausgekommen mit ihm. Georgi ist ein sehr guter Trainer. Er legt sehr viel Wert auf Disziplin und harte Arbeit. Das sind Werte ,mit denen ich mich voll identifiziere. Wir hatten ein gutes Verhältnis. Er war auch nicht der Grund meines Abgangs in Burghausen.

   
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