Zu teuer! Drei Regionalligisten verzichten auf Drittliga-Lizenz

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"3. Liga? – Nein, danke!" das haben sich jetzt drei bayerische Regionalligisten gedacht und werden am Freitag – obwohl sie in aussichtsreicher Position um den Aufstieg in die 3. Liga stehen – beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) keinen Antrag auf eine Drittliga-Lizenz für die kommende Spielzeit stellen. Der FV Illertissen, der TSV Buchbach und der SV Seligenporten, die derzeit auf den ersten drei Plätzen in der Regionalliga Bayern stehen und eigentlich das Aufstiegsrennen untereinander ausmachen sollten, verzichten freiwillig auf einen Aufstieg in die 3. Liga und werden beim DFB lediglich Lizenzen für die Regionalliga beantragen.

Finanzieller Aufwand zu groß – Stadien umbauen rentiert sich nicht!

"Wir haben nicht die nötige Unterstützung der Stadt" erklärt Illertissens 1. Vorstand Kränzle gegenüber fupa.net, das Vöhlin-Stadion (Kapazität 3.000) entspricht nicht den Auflagen des DFB und der 3. Liga, die Stadt Illertissen hat sich allerdings gegen einen nötigen Ausbau entschieden. Die 3. Liga rentiere sich nicht, ein Umbau wäre nur sinnvoll, wenn sich der FVI dauerhaft in der Liga halten könnte. Das ist bei der aktuellen Situation in der Liga aber nicht kalkulierbar. Aus einem ähnlichen Grund verzichtet auch der Zweite auf die 3. Liga. Der TSV Buchbach müsste sogar ein komplett neues Stadion für bis zu vier Millionen Euro errichten, um aufsteigen zu können. Da "wir keine Garantie haben, dass wir es sportlich schaffen", so Abteilungsleiter Günther Grübl, komme ein Neubau nicht in Frage. Der finanzielle Aufwand wäre auch in diesem Fall viel zu groß und das Risiko, sich trotz der enormen Ausgaben nicht dauerhaft in der Liga etablieren zu können, zu hoch.

3. Liga: Ein finanzielles Abenteuer

Dass es die Drittligisten finanziell nicht leicht haben, monierte jüngst Erfurts Präsident Rolf Rombach (liga3-online.de berichtete), und somit scheint es nicht verwunderlich, dass die Viertligisten lieber auf einen Aufstieg verzichten, als sich in ungewisse Fahrwasser zu begeben. Das finanzielle Risiko ist aufgrund der bevorstehenden Ausgaben und der unsicheren Einnahmen schlicht zu hoch. ""Das wäre finanziell ein Abenteuer, auf das wir uns nicht einlassen wollen", sagt auch Seligenportens Klubchef Walter Eisl. Auch hier ist das kostenspieligste Manko das Stadion – aber auch die Zuschauerzahlen sind zu niedrig, um in der 3. Liga bestehen zu können. Im Schnitt sehen 350 Leute die Heimspiele der Oberpfälzer. "Wir sind froh, dass wir die Auflagen für die Regionalliga Bayern erfüllen können. Das ist schon schwer genug", so Eisl. Die 3. Liga komme nicht in Frage.

Nutznießer sind Zweitvertretungen der Bundesligateams

Sie lohnt sich nicht nur nicht, sie wäre schlicht "ein Abenteuer". Die Regionalligisten können sich die 3. Liga ohne Risiko nicht leisten. Die ersten drei der Regionalliga Bayern wollen gar nicht aufsteigen, der einzige sportliche Ehrgeiz ist in dieser Saison die Amateur-Meisterschaft – und die damit verbundene Qualifikation für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal 2013/14. Wer nimmt statt Illertissen, Buchbach oder Seligenporten an den Aufstiegsspielen zur 3. Liga teil? Aufsteigen können grundsätzlich nur Mannschaften bis zum vierten Tabellenplatz – und den hat aktuell die U23 des FC Bayern inne.  Hinter den "kleinen" Bayern stehen bereits die nächsten Zweitvertretungen: 1. FC Nürnberg II und TSV 1860 München II. Teams, die der aktuellen Situation in der 3. Liga sicherlich nicht weiterhelfen, da sie als "unattraktiv" gelten und weniger Fans (Zahlkräftige) in die Stadien locken. Ein Teufelskreis? Auf alle Fälle Probleme, auf die Illertissen, Buchbach und Seligenporten verzichten.

 

Foto: rwo-Fanblock.de

   

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