Zolinski im Interview: "Es war für mich eine ganz andere Welt"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Paderborns Flügelspieler Ben Zolinski über seinen Doppelpack beim jüngsten 3:1 gegen Wehen Wiesbaden, das Fernduell mit Magdeburg um die Meisterschaft und die Vorfreude auf die 2. Bundesliga.

[box type="info" size="large"]"Glaube an die Meisterschaft ist noch da"[/box]

liga3-online.de: Mit dem SC Paderborn spielen Sie in der nächsten Saison in der 2. Bundesliga. Es wird Ihre erste Saison im Unterhaus. Wie groß ist die Vorfreude, Herr Zolinski?

Ben Zolinski: Die Vorfreude ist riesig – nicht nur bei uns Spielern, sondern auch bei den Fans und in der ganzen Stadt. Das spürt man. Dass wir eine so grandiose Saison spielen würden, war sicherlich nicht zu erwarten. Umso mehr freuen wir uns jetzt darauf, in der nächsten Spielzeit gegen noch größere Vereine mit mehr Fans antreten zu dürfen.

Sie haben vor Ihrem Wechsel nach Paderborn immer im Osten gespielt, unter anderem auch bei Union Berlin. Werden die Duelle mit Union einen besonderen Stellenwert für Sie haben?

Grundsätzlich freue ich mich auf jedes Spiel in der 2. Bundesliga. Aber klar: Die Partien gegen Union Berlin werden schon besonders sein. Ich bin ja auch nicht der Einzige, der früher mal für Union gespielt hat. Auch unser Trainer Steffen Baumgart trifft auf seinen Ex-Klub.

Wie groß war für Sie die Umstellung, als Sie 2016 von der TSG Neustrelitz aus der Regionalliga Nordost zum SC Paderborn kamen?

Es war für mich eine ganz andere Welt. Das Stadion, das Umfeld und die Fanbasis sind in Paderborn deutlich größer, als bei einem kleinen Klub, wie es die TSG Neustrelitz ist. Das beeindruckt mich auch jetzt noch.

Bevor sich in Paderborn ab Sommer alles um die 2. Bundesliga dreht, geht es erst noch um die Meisterschaft in der 3. Liga. Der Rückstand auf Tabellenführer Magdeburg beträgt vor dem Saisonfinale bei Fortuna Köln am Samstag zwei Punkte. Wie stehen die Titelchancen?

Es ist zwar schade, dass wir den Titel nicht mehr in der eigenen Hand haben. Wir können aber nichts daran ändern und müssen die Situation so hinnehmen. Der Glaube an die Meisterschaft ist auf jeden Fall noch da. Wir wollen bei Fortuna Köln noch einmal alles raushauen und drei Punkte holen. Gleichzeitig hoffen wir natürlich, dass Magdeburg bei den Sportfreunden Lotte patzt.

 

[box type="info" size="large"]"Es hatte schon ein wenig an mir genagt"[/box]

Beim jüngsten Spiel gegen den SV Wehen Wiesbaden (3:1) rückten Sie in den Angriff, weil Torjäger Sven Michel gelbgesperrt war. Prompt gelang Ihnen einen Doppelpack, nachdem Sie zuvor zwölfmal in Folge nicht getroffen hatten. Liegt es Ihnen besser, weiter vorne zu spielen?

Das kann ich gar nicht so genau sagen. Die gesamte Saison ist Neuland für mich, weil ich vorher nie so offensiv gespielt hatte. Fakt ist, dass ich mich auf meiner angestammten Position im rechten Mittelfeld sehr wohl fühle, aber ich auch vorne sehr gut zurechtkomme. Dass ich gegen Wiesbaden endlich wieder getroffen habe, war Balsam für meine Seele. Es hatte schon ein wenig an mir genagt, dass ich so lange ohne Tor geblieben war.

Muss sich Sven Michel jetzt Sorgen um seinen Stammplatz machen?

(lacht) Das glaube ich nicht. Sven ist ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft und wird im Angriff nicht so einfach zu verdrängen sein. Es ist auch nicht mein Ziel, jemanden im Team zu verdrängen. Alles, was ich möchte, ist viel Einsatzzeit zu bekommen. Ob ich nun im Mittelfeld oder vorne im Angriff spiele, ist mir egal.

Nach der Partie bei Fortuna Köln steht auch noch das Endspiel im Westfalenpokal gegen den West-Regionalligisten TuS Erndtebrück auf dem Programm. Die DFB-Pokal-Qualifikation ist durch den Aufstieg bereits fix. Wie wichtig wäre es trotzdem, zum Saisonabschluss den Pokal zu gewinnen?

Der Westfalenpokal hat für uns einen hohen Stellenwert. Ob wir schon im DFB-Pokal sind oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Es ist ein Titel, den gewinnen können. Jeder Titel tut gut. Nachdem wir uns im Pokal bis ins Finale gespielt haben, wollen wir das Ding jetzt auch nach Hause holen.

Sie stehen beim SC Paderborn bis 2020 unter Vertrag. Glauben Sie, dass der Weg des SCP bis dahin erneut in die 1. Bundesliga führen kann?

Möglich ist vieles, wenn wir an unsere Leistungen in dieser Saison anknüpfen können. Wir haben im DFB-Pokal gezeigt, dass wir dazu in der Lage sind, ambitionierte Zweitligisten in die Knie zu zwingen. Wo unser Weg hinführt, wird man sehen. Erst einmal gilt es, in der 2. Bundesliga so schnell wie möglich Fuß zu fassen. Und ich bin guter Dinge, dass uns das gelingt.

   
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