Würzburger Kickers: Stephan Schmidt vor dem Aus?

Elf Spiele, nur zwei Siege und Platz 18: Der Saisonstart der Würzburger Kickers verlief alles andere als zufriedenstellend. Ob Cheftrainer Stephan Schmidt nach der Länderspielpause noch auf der Bank sitzen wird, scheint offen.

Sauer geht auf Distanz

Mehrfach stärkte Vorstandschef Daniel Sauer dem 41-Jährigen in den vergangenen Wochen trotz ausbleibender Erfolge den Rücken, nun geht er auf Distanz: "Wir werden jetzt die Lage analysieren und nach Wegen suchen, wieder erfolgreich zu werden. Da müssen alle an einen Tisch, und dann werden wir sehen, wo die Reise hingeht", wird Sauer in der "Main-Post" zitiert. Es sind branchenübliche Worte, die nicht selten kurz vor Trainer-Entlassungen zu hören sind. Zwar habe Schmidt, so Sauer weiter, eine Idee vom Fußball, "von der haben wir aber bisher noch nicht so viel gesehen – nur ansatzweise", urteilte der Vorstandsvorsitzende der Kickers. Es gelte jetzt aufzuarbeiten, "warum diese Idee nicht zum Tragen kommt."

Schwacher Auftritt gegen Unterhaching

Beim 0:2 gegen Unterhaching präsentierten sich die Kickers am Samstag über die komplette Spielzeit harmlos und erspielten sich nicht eine echte Torchance. Weil auch Einsatz und Leidenschaft – im Gegensatz zu den vergangenen Wochen – nicht stimmten, entschuldigte sich Sauer bei den Fans, die mit Sprechchören bereits die Entlassung des Trainers forderten. Schmidt selbst hatte Verständnis für die Gesänge, übernahm die Verantwortung für die Niederlage und musste auf der Pressekonferenz zugeben: "Das war unser schlechtestes Heimspiel in dieser Saison. Die Mannschaft hat nach dem Rückstand nicht mehr daran geglaubt, noch einmal zurück zu kommen zu können." Laut dem Kickers-Coach habe die "Balance zwischen Abwehr und Angriff gefehlt." Auf eine mangelnde Einstellung sei die Niederlage unterdessen aber nicht zurückzuführen, so Schmidt.

Sind die Tage von Schmidt gezählt?

Die Tabelle spricht unterdessen eine klare Sprache: Mit nur zehn Punkten aus elf Spielen belegen die Kickers den ersten Abstiegsplatz und kassierte am Samstag bereits die fünfte Niederlage sowie die Gegentore 18 und 19. Auch wenn der direkte Wiederaufstieg (zumindest öffentlich) nicht als erklärtes Saisonziel ausgegeben worden ist, laufen die Unterfranken den eigenen Ansprüchen weit hinterher. Dass sich die neuzusammengestellte Mannschaft erst finden müsse, dürfte allmählich auch nicht mehr als Hauptargument zählen. Und so scheint offen, ob Stephan Schmidt am Dienstag beim Landespokalspiel gegen Rosenheim noch auf der Bank sitzen wird.

 
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