Wohl keine Einigung mit Ismaik: 1860-KGaA geht in die Insolvenz

Bei Drittliga-Absteiger TSV 1860 München ist die Insolvenz der KGaA offenbar nicht mehr abzuwenden. Nachdem die letzten Gespräche zwischen dem e.V. und Investor Hasan Ismaik ohne Ergebnis geblieben sind, soll Geschäftsführer Manfred Paula nun den Insolvenzantrag für die ausgegliederte Profifußballgesellschaft stellen.

7,3 Millionen Euro wären nötig gewesen

Dabei hatte es kurz vor Ablauf der Frist am Dienstagabend um 18 Uhr noch einmal Bewegung gegeben. Nach Informationen des "Merkur“ soll eine öffentliche Entschuldigung des Vereins gegenüber Ismaik Teil einer zuletzt diskutierten Annäherung gewesen sein. Aus dem Umfeld des Investors habe es Signale gegeben, dass eine Verständigung über die Zukunft der Anteile grundsätzlich weiterhin möglich sei. Auch Ismaik selbst sprach sich kurz vor Fristende für eine gemeinsame Lösung aus. "Ich bin weiterhin der Überzeugung, dass einvernehmliche und verantwortungsvolle Lösungen einer Eskalation oder dem Einschlagen komplizierterer Wege immer vorzuziehen sind", erklärte der Jordanier gegenüber der Zeitung.

Eine unmittelbare Rettung der KGaA hätte dies allerdings offenbar nicht bedeutet. Dem "Merkur“ zufolge war die Investorenseite nicht bereit, weiteres Geld in die Gesellschaft einzubringen. Die Finanzierung des Betriebs – kurzfristig wären rund 7,3 Millionen Euro erforderlich gewesen – hätte stattdessen von anderer Seite sichergestellt werden müssen. Während das Lager um Ismaik die jüngsten Gespräche als möglichen Neuanfang wertete, wurde dies auf Vereinsseite offenbar anders gesehen. Bereits auf der Mitgliederversammlung hatte Präsident Gernot Mang erklärt, die Investorenseite sei auf die Vorschläge des Vereins nicht ernsthaft eingegangen. Eine öffentliche Reaktion auf die jüngsten Signale aus dem Ismaik-Lager blieb aus.

Weitere rechtliche Auseinandersetzungen drohen

Damit steuert die KGaA nun auf ein Insolvenzverfahren zu. Mit einer Insolvenz wäre zugleich die Trennung zwischen dem e.V. und der bisherigen Spielbetriebsgesellschaft faktisch besiegelt. Gleichzeitig deutet vieles darauf hin, dass sich beide Seiten auf weitere rechtliche Auseinandersetzungen einstellen müssen. Zumal Ismaiks Anteile durch die Insolvenz endgültig nichts mehr wert sind.

Unabhängig davon treiben die Münchner ihren Neustart in der Regionalliga weiter voran. Dieser ist nicht gefährdet, zumal das Spielrecht durch die Kündigung des Kooperationsvertrages von der KGaA auf den e.V. übergegangen ist. Nach dem Verlust der Drittliga-Lizenz hatten die Mitglieder zuletzt die Voraussetzungen für eine neue Spielbetriebsgesellschaft geschaffen, mit der der Verein künftig unabhängig von der bisherigen KGaA agieren will.

   

Das könnte Sie auch interessieren

Auch interessant

Back to top button