Ende schimpft: "Brutal schlechte erste Halbzeit gegen den Ball"

Mit der 1:2-Niederlage in Mannheim hat Fortuna Düsseldorf einen Fehlstart erwischt. Trainer Alexander Ende ärgerte sich im Nachgang vor allem über den Auftritt im ersten Durchgang – und sieht noch viel Arbeit vor seinem Team. Derweil äußerte sich Schiedsrichterin Fabienne Michel zur nicht gegebenen roten Karte für Klünter nach nur vier Minuten.

"Nie Zugriff bekommen"

In der 81. Minute war sie da, die Riesenchance auf den Ausgleich. Nach einer Flanke setzte Schleusener zum Kopfball an, traf aber nur den Pfosten – und verpasste damit seinen zweiten Treffer, nachdem er nach 56 Minuten bereits zum Anschluss getroffen hatte. Dass es am Ende nicht mehr zu einem Punkt reichte, lag aber nicht nur am Pfostentreffer, sondern auch am schwachen Auftritt im ersten Durchgang.

Trainer Alexander Ende sprach bei "MagentaSport" von einer "brutal schlechten ersten Halbzeit gegen den Ball" und führte aus: "Wir wollten kompakt sein, waren aber alles andere als kompakt." Der F95-Coach monierte, dass seine Mannschaft "riesige Räume" gelassen und "nie Zugriff bekommen" habe. "Das war schon außergewöhnlich", sagte der 46-Jährige und zeigte sich bei der Pressekonferenz "echt sauer, dass wir uns vieles von dem, was wir uns vorgenommen haben, nicht umgesetzt bekamen". Das 0:1 nach 18 Minuten – ein Traumtor aus fast 30 Metern – war schon fast folgerichtig.

"Inhaltlich überhaupt nicht gut"

Auch Matthias Zimmermann befand, dass die Fortuna in der ersten halben Stunde "nicht da" gewesen sei. "Die Abstände waren viel zu groß und die letzte Kette stand zu tief." Letzteres wollte Ende in der Pause mit einem Dreifachwechsel beheben, dennoch schlug es direkt zu Beginn der zweiten Halbzeit nach einem "dummen Fehler" erneut ein. "Dann haben wir nochmal was umgestellt, und dann wurde es auf jeden Fall besser", analysierte Ende. "Aber wenn du hier bestehen willst, dann darfst du nicht eine Halbzeit gegen den Ball so wegschenken, wie wir es gemacht haben. Wir wollten energetisch und griffig in den Zweikämpfen sein, aber wenn du jedes Mal einen Anlaufweg von 15, 20 Meter hast und erst da bist, wenn der Ball schon wieder weg ist, funktioniert es nicht."

Zu hoch hängen wollte Ende die Niederlage aber auch nicht, zumal sich die Fortuna im ersten Durchgang durchaus auch Chancen erarbeitet hatte. "Natürlich tut es weh, denn wir wollten anders rein starten. Leider haben wir einiges verkehrt gemacht und waren inhaltlich überhaupt nicht gut. Wir haben viel Arbeit, werden es aber anpacken, uns ein besseres Gefühl erarbeiten und dann auch andere Ergebnisse holen."

Rot nach vier Minuten? Schiri räumt Griff ein

Womöglich wäre die Partie anders verlaufen, wenn es nach vier Minuten die rote Karte gegen Mannheims Klünter gegeben hätte, der Schleusener als letzter Mann festhielt und ihn dadurch zu Fall brachte. "Für mich ist es eine rote Karte", legte sich Zimmermann fest, konnte Schiedsrichterin Fabienne Michel aber verstehen, dass sie im ersten Spiel der Saison nicht schon nach vier Minuten Rot zeigen wollte. Michel selbst betonte, dass die Minute keine Rolle gespielt habe. Vielmehr habe ihr die Klarheit für einen so "unfassbaren Eingriff ins Spiel" gefehlt. Nach Ansicht der Zeitlupe räumte sie aber ein, dass ein Griff stattgefunden habe. Bei einem On-Field-Review in der Bundesliga oder der 2. Liga hätte Michel dann womöglich Rot gezückt.

Während Ende die Szene nicht kommentieren wollte ("Das wäre das falsche Zeichen"), war Zimmermann darum bemüht, die ausgebliebene rote Karte nicht als Ausrede für die Niederlage zu nutzen: "Es wäre falsch, alles an dieser Szene aufzuhängen." Stattdessen ging es dem 34-Jährigen darum, die Blicke nach vorne zu richten: "Wir haben heute Lehrgeld bezahlt und arbeiten nächste Woche weiter." Es sei allen bewusst gewesen, "dass es eine schwere Saison wird und nicht von Anfang an alles klappen kann. Aber man hat gesehen, dass wir wollen. Das muss einfach die Basis sein. Und dann werden wir auch Siege einfahren." Am besten bereits am Samstag in einer Woche, wenn die TSG Hoffenheim II zum ersten Heimspiel der neuen Saison in Düsseldorf gastiert.

   

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