"Wir wissen, was sie machen": MSV auf Spitzenspiel eingestellt

Der MSV Duisburg hat das erste Spitzenspiel der bisherigen Saison vor der Brust. Im eigenen Stadion treten die Zebras gegen den FC Viktoria Köln an, der im vergangenen Mai noch den Durchmarsch der Hirsch-Elf in die 2. Bundesliga verhinderte. Damals wie heute kann sich die Wedau wieder auf ein volles Wohnzimmer verlassen, um den Vorsprung in der Tabelle auszubauen.

"Werden das Stadion wieder brauchen"

Aktuell jagt der MSV Duisburg von einem Rekord zum nächsten Bestwert. Rund 21.300 Tickets für das kommende Heimspiel sind bereits wieder vergriffen – und die Partie am 10. Spieltag wird ein echter Kracher, denn die Zebras treffen auf den Zweitplatzierten aus Köln. Ein Spitzenspiel, nach dem Duisburg in jedem Fall weiter Tabellenführer bleibt, denn der Vorsprung zur Viktoria beträgt bereits fünf Punkte. Im Erfolgsfall könnte der Abstand weiter wachsen, was das Ziel von Cheftrainer Dietmar Hirsch und seiner Mannschaft sein wird. Zumal Duisburg seit 22 Monaten zuhause keine Niederlage mehr einstecken musste – obwohl das 1:1-Remis am 38. Spieltag der letzten Saison durchaus schmerzte, weil es die Teilnahme an der Zweitliga-Relegation versaute. Und da war Viktoria Köln der Gegner.

"Wir werden das Stadion wieder brauchen", stellte sich der MSV-Coach auch dieses Mal gegen die Höhenberger auf eine hochklassige Partie ein, bei der Duisburg die spielerischen Mittel des Gegners ausbremsen muss. "Dazu brauchen wir Leidenschaft und Emotionen, aber wir müssen auch wieder einen kühlen Kopf bewahren", so Hirsch. "Wir wissen, was Viktoria Köln macht, und dann müssen wir gucken, dass wir unser Spiel durchdrücken." Eine spielstarke Mannschaft mit vielen Positionswechseln, mit viel Bewegung und einem guten Gefühl für die Tiefenläufe – Qualitäten, mit denen auch Hoffenheim II gegen Duisburg antrat. "Da standen wir in der ersten Hälfte nur", resümierte Hirsch, dass das nicht der Ansatz für die Partie am Sonntag (16:30 Uhr) sein kann.

"Werden keine Probleme mit den Kräften haben"

Personell wird der MSV-Coach wieder auf Martin Ens zurückgreifen können, der in Saarbrücken kurzfristig wegen Achillessehnenproblemen fehlte. Christian Viet (Sprunggelenksprobleme) wird dagegen noch keine Alternative sein – wie auch Jakob Bookjans bekanntermaßen, der im Landespokal während der Länderspielpause einen Kreuzbandriss erlitt. Während der Mittelfeldspieler nach erster Niedergeschlagenheit wieder positiv vorausblickt, so Hirsch, beobachtet der MSV Duisburg den Transfermarkt. Auch Jan-Simon Symalla fällt mit einer Leistenverletzung noch länger aus. "Wir haben betont, dass unser Kader nicht üppig besetzt ist. Aber wir werden erst einmal schauen, weil wir gute Leute haben, die in der Offensive zur Verfügung stehen", erklärte Hirsch. Mit Blick auf das Winter-Transferfenster wird der MSV jedoch seine Überlegungen anstellen.

Bringt die Englische Woche den Cheftrainer nun zusätzlich unter Zugzwang? "Wir werden keine Probleme mit den Kräften haben. Davon bin ich überzeugt", legte sich Hirsch fest, der Änderungen an der Startelf nicht ausschließen wollte. In der Schauinsland-Reisen-Arena werden letztendlich die beiden Mannschaften aufeinandertreffen, die in dieser Saison mit jeweils 26 Toren nach neun Spielen einen gemeinsamen Rekord aufgestellt haben. Ein 4:4-Unentschieden, wie es zuletzt in der 2. Bundesliga im Top-Spiel zwischen Nürnberg und Wolfsburg gab, würde diesen Bestwert definitiv ausbauen. "Ich finde, es sollten nicht vier Tore geschossen werden müssen, um ein Spiel zu gewinnen", wog Hirsch lächelnd ab. "Ein, zwei Tore müssen auch mal reichen. Und individuelle Fehler können passieren. Solange wir nicht auseinandergespielt werden, kann und muss ich damit leben." Auch die Kölner Offensive möchte der MSV entsprechend in den Griff bekommen.

   

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