Punkte, Tore, Fans: Die famose Rekordjagd des MSV Duisburg
Der MSV Duisburg ist unangefochtener Spitzenreiter. Selbst eine Niederlage am kommenden Wochenende im direkten Duell mit Top-Verfolger Viktoria Köln könnte die Zebras nicht von der Tabellenspitze verdrängen. Nicht zuletzt deswegen, weil der Meidericher Spielverein derzeit von Rekord zu Rekord eilt. liga3-online.de gibt eine Übersicht.
Punkte, Siege, Tore & Tordifferenz
Vergangene Saison stellte der MSV Duisburg einen Startrekord auf. Sechs Siege holten sich die Zebras als Aufsteiger am Stück, was noch keiner Mannschaft seit der Einführung der 3. Liga gelungen war. Nach neun Spieltagen stand fest: Mit 23 Punkten teilt sich der MSV einen Gesamtrekord mit der SG Dynamo Dresden, die in der Saison 2015/16 mit der gleichen Ausbeute in die Spielzeit gestartet war. Die Sachsen stiegen damals auf, die Duisburger landeten hingegen auf Platz 4 – und müssen sich dem ominösen zweiten Jahr stellen, das vielen Aufsteigern nicht leicht fällt. Und was macht der Meidericher Spielverein? Er stellt eine neue Bestmarke auf, denn aus neun Spielen sammelte Duisburg jetzt 24 Zähler! Ein Novum in der 3. Liga.
Das hängt logischerweise unmittelbar mit der Anzahl der Siege zusammen. In acht von neun Spielen ging der MSV als Gewinner vom Platz, was genauso ein Rekord für die Spielklasse ist. Zehn Vereinen war es bislang gelungen, aus den ersten neun Partien jeweils sieben Siege zu holen, doch die Nummer 8 – ein 4:2-Erfolg inmitten der Englischen Woche in Saarbrücken – ist ebenfalls ein Bestwert, der womöglich für lange Zeit bestehen bleibt. Und was braucht man für Siege? Natürlich Tore. Mit 26 Treffern, was auch Viktoria Köln in dieser Saison gelungen ist, hat der MSV einen weiteren Rekordwert erreicht – auch in der eigenen Vereinsgeschichte. Kurios ist natürlich, dass ausgerechnet gleich zwei Vereine denselben Rekord gleichzeitig aufstellen. Aber welchen Vorteil hat Duisburg da noch? Das beste Torverhältnis. Eine Differenz von +15 schaffte nur die SV Elversberg in der Saison 2022/23 nach neun Spieltagen schon einmal.
Nicht nur Remmert hämmert – auch Hirsch röhrt
Einer, der unmittelbar an diesen Rekordzahlen beteiligt ist, war zuletzt Peter Remmert. Innerhalb von sechs Minuten schoss der Leihstürmer vom FC Schalke 04 einen Hattrick gegen Hoffenheim II, was – wie mittlerweile hinlänglich bekannt – der schnellste Dreierpack eines Spielers in der 3. Liga war. Aber auch Cheftrainer Dietmar Hirsch ist als Erfolgsmacher zu erwähnen. In 96 Pflichtspielen kommt der Fußballlehrer auf einen Schnitt von 2,21 Punkten pro Partie, was in der Vereinsgeschichte der Duisburger seinesgleichen sucht. Trainer, die erfolgreicher waren, gibt es beim MSV nicht. Bernard Dietz sammelte 2,14 Punkte pro Partie – aber nur über eine Distanz von sieben Partien. Auch Detlef Pirsig kommt auf den Schnitt von Dietz, und das sogar in 59 Pflichtspielen. Dahinter fällt die Wertung schnell ab, sodass auf Platz 4 schon Peter Neururer (1,74 Punkte pro Spiel/34 Partien) mit einem Schnitt unter 2,0 folgt.
Und innerhalb der 3. Liga lohnt sich der Blick auf die Statistik von Hirsch, denn mit den Erfolgen dieser Saison überholte der Duisburger Coach unter den aktiven Trainern der 3. Liga jetzt auch Michael Schiele. In der Liste der aktiven Drittliga-Trainer mit mehr als 50 Partien stand der Würzburger Fußballlehrer mit einem Schnitt von 1,70 Punkten pro Spiel an der Spitze, während Hirsch – seine Zeit in Elversberg eingerechnet – bei 1,55 Zählern pro Partie lag. Nun hat sich das Blatt gedreht, sodass Hirsch (1,68) vor Schiele (1,65) steht. In der Gesamtrangliste, also die ehemaligen Coaches der 3. Liga wie Uwe Neuhaus oder Norbert Meier einbezogen, kommt der heutige MSV-Trainer auch schon auf Platz 9.
Publikum wird zum Erfolgsversprechen
Da stellt sich die Frage, welche Rekorde der MSV wohl in den kommenden Wochen knacken könnte. Klar ist, dass jedes Tor, jeder Sieg und jeder Punktgewinn die aktuellen Statistiken erweitern würde. 27 Zähler nach zehn Spielen? Darauf kam auch noch niemand, was den Duisburgern dann am kommenden Wochenende möglich wäre. Es bleibt also abzuwarten, was der MSV in dieser Saison noch leisten kann – wie zum Beispiel die Punkte nach Rückstand zu holen. Den Rekord halten nämlich die Duisburger gemeinsam mit Osnabrück, Verl und Cottbus, denn in der Saison 2016/17 holte der Spielverein satte 25 Punkte nach Rückstand. Und auch jetzt steht der MSV bereits bei zwölf Zählern, wenngleich die Duisburger angesichts der zukünftig drohenden Rückstände wohl auch gerne auf diesen Wert verzichten würden. Die Wucht des Publikums machte es zuletzt gegen Hoffenheim II möglich.
Vereinsintern ist auch noch denkbar, dass der MSV neuen Zuschauerrekord aufstellt. In der vergangenen Spielzeit wurde die Schauinsland-Reisen-Arena zu 73,2 Prozent ausgelastet, was 436.164 Zuschauer insgesamt bedeutete und 22.956 Fans pro Partie. Zahlen, die Werte aus Zeiten in der Bundesliga übersteigen. In dieser Saison wurde die Heimspielstätte bislang zu 66,9 Prozent ausgelastet, aber gleichzeitig schon mit 20.995 Zuschauern pro Spiel – und das, obwohl in den ersten vier Heimspielen der Zebras insgesamt nur 2.274 Gästefans im Stadion waren. Garantiert volle Heimspiele wie gegen Essen, Düsseldorf oder Aachen stehen in der Duisburger Spielstätte noch aus. Das Publikum wird zum Erfolgsversprechen.