"Wir dachten, es geht mit 90 Prozent": SVW trotz Sieg kritisch
Gleich zwei Mal konnte der 1. FC Schweinfurt eine Führung des SV Waldhof Mannheim ausgleichen. Dass die Kurpfälzer dennoch alle drei Punkte mitnahmen, lag vor allem an Terrence Boyd und Torhüter Thijmen Nijhuis. Entsprechend ordneten Cheftrainer Luc Holtz und der Doppeltorschütze die Partie im Gespräch mit "MagentaSport" ein.
"Muss man vielleicht rausprügeln"
Eigentlich erwischte Mannheim einen Traumstart: Bereits in der 4. Minute traf Boyd zum 1:0. Doch anstatt weiter mutig nach vorne zu spielen, zog sich der SVW zurück. Schweinfurt bekam Oberwasser – die Partie insgesamt wurde immer zäher. Für Boyd ein Rätsel: "Ich weiß nicht, warum das so ist. Das muss man vielleicht rausprügeln."
Nach dem 2:1 durch Okpala arbeitete der Waldhof am dritten Treffer, kassierte jedoch erneut den Ausgleich. Erst Boyds zweiter Treffer brachte die Entscheidung. Die positiven Reaktionen der Fans nahm der Angreifer dankbar auf: "Das tut gut. Dass ich mir nach einigen Jahren beim Waldhof langsam die Liebe erarbeiten kann." Bei beiden Treffern ist der Dank an seine Mitstreiter groß: "Der Drive von Okpala beim 1:0 ist schon stark. Halt den erstmal auf – das ist so schwer. Meine Qualität war heute einfach: richtig stehen." Das 3:2 "haben wir so einstudiert. Als ich den Ball geköpft habe, war es wie in Zeitlupe: Geht er jetzt rein, oder nicht?“
Erstes Tor "hat uns aus der Bahn geworfen"
Dank des Auswärtssieges schielt der Waldhof zumindest vorübergehend Richtung Aufstiegsränge – Platz sechs über Nacht. Von Aufstiegsfantasien möchten aber weder Holtz noch Boyd etwas hören. "Gerade wir tun gut daran, demütig zu bleiben. Der Blick geht nirgendwo hin. Für uns heißt es: Punkten, punkten, punkten", so Boyd.
Holtz sah es genauso, nannte als Grund die Leistung seiner Mannschaft. Die sei "durchschnittlich bis nicht gut" gewesen – sowohl im Ballbesitz als auch gegen den Ball gebe es Luft nach oben. "Das erste Tor hat uns aus der Bahn geworfen, wir haben den Ball viel zu schnell wieder hergeben und hatten keine Spielkontrolle. Wir dachten: Jetzt geht es auch mit 90 Prozent. Aber wir müssen in jedem Spiel an unsere Grenzen gehen." Das gelte vor allem für das kommende Derby gegen den 1. FC Saarbrücken – ein Spiel, "in dem es ohnehin nicht um die Tabelle geht", wie Boyd betonte.