Winterfazit SV Wacker Burghausen: Es kann nur besser werden

Während sich die Drittligisten derzeit auf die Rest-Rückrunde vorbereiten, nimmt liga3-online.de die bisherige Saison der 20 Drittligisten unter die Lupe. Heute: der SV Wacker Burghausen. Die Oberbayern  sind nach 21 absolvierten Partien mit 17 Punkten das Schlusslicht der Tabelle. Die bisherige Saison könnte kaum schlechter laufen. Zwischenzeitlich war Burghausen viermal ungeschlagen – inklusive eines Remis gegen Heidenheim, sowie einem Sieg in Unterhaching. In der Folge setzte es immer mal wieder einen Niederlage, aber: Die Aufbruchsstimmung seit der Verpflichtung von Trainer Uwe Wolf hält an. Im Folgenden schaut sich liga3-online.de die bisherige Saison des SV Wacker Burghausen einmal genauer an.

Das lief gut

Was eigentlich? Man muss schon sehr lange und genau suchen, um beim abgeschlagenen Tabellenletzten (sieben Punkte auf Rang 18) Positives zu finden. Burghausen spielte eine sehr gute Spielzeit 2012/2013. Nach finanziellen Querelen im Sommer ging der SVW mit einem stark abgespeckten Kader in die Saison. Das war sofort sichtbar und konnte bis zur Winterpause nicht vertuscht oder verändert werden. Bei genauer Betrachtung ist zwar kein Aufwärtstrend zu erkennen, zumindest aber eine Stabilisierung (vor allem in der Defensive). Seit dem 22.September gab es nur noch vier Niederlagen in 12 Spielen (bei vier Remis und vier Siegen) – eine Bilanz, mit der man hochgerechnet die Klasse halten würden. Genau das muss und wird das Ziel von Wacker-Coach Uwe Wolf sein.

Das lief nicht gut

Der Tabellenplatz und die Punkteausbeute verraten es schon: Zu viel! Gerade der Start in die neue Spielzeit ging mit neun Niederlagen in Serie kräftig in die Hose. Das Abwehrverhalten in genannten Spielen oft indiskutabel, teilweise sah es aus, als würde man abgeschossen. Auch körperlich wirkte die Mannschaft nicht konkurrenzfähig, zu oft schenkte man Spiele einfach ab. Das Spiel nach vorne ist zuweilen nicht existent. Fast traditionell muss man auch von der überschaubaren Außendarstellung sprechen. Und diese Liste könnte man endlos fortführen. Die bisherige Saison läuft alles andere als gut. Das wissen sowohl Fans, als auch Mannschaft und Präsidium. Steigerung überlebensnotwendig.

Neuzugänge

Es galt über zehn Neuzugänge zu integrieren, bei Abgängen von absoluten Leistungsträgern wie Cinar, Thiel und Vollath. Hinzu kamen außerdem neue aus der eigenen Talentschmiede. Ein Unterfangen das mehr oder weniger gut gelungen ist. Der neue Torhüter Stephan Loboué funktionierte sofort und strahlte bis auf wenige Ausnahmen Ruhe und Souveränität aus. In der Abwehr ist Colak bisher noch kaum den Erwartungen gerecht geworden, wurde zwischenzeitlich in die Reserve degradiert. Drum und Pflügler zeigten ansatzweise ihr Können, letzterer sogar Torgefahr. Cincotta war nach seiner Verpflichtung Stammspieler. Im Mittelfeld konnte Thee noch zu selten an seine Leistungen bei Ligakonkurrent SpVgg Unterhaching anknüpfen, Turhan enttäuschte fast ausschließlich. Im Angriff waren Hauk und Bencik zumeist harmlos. Vor allem letztgenannter kam aber nach der Systemumstellung bei Trainer Wolf besser zur Geltung. Simosis war kaum zu sehen. Insgesamt ist das Fazit gemischt. Von gut bis enttäuschend – es ist alles dabei.

Bester Spieler der bisherigen Saison

Wenn der Torhüter der beste Spieler einer Mannschaft ist, sagt das immer eine Menge über den Zustand des Teams aus. Das gilt nicht nur als Kommentatoren-Floskel. Loboué ist mit großem Abstand der beste Akteur des SV Wacker, weil die einzige Konstante in 2013/2014. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Schlechtester Spieler

Ziemlich viele Spieler knüpfen bisher nicht an die bereits gezeigten Leistungen in den vorangegangenen Spielzeiten an. Wenn ein Team auf dem letzten Tabellenplatz steht, hat sich immer kaum ein Spieler besonders hervor getan. Wenn es gut läuft, ist oft die Mannschaft der Star. Im Umkehrschluss wäre beim SV Wacker bisher die Mannschaft kollektiv der „Depp“. Herunter gebrochen muss einer herhalten – wie schon in der Winterpause: Ahmet Kulabas. Der Stürmer ist hier nur gemessen am Potenzial genannt. Kulabas kam vor Beginn der letzten Saison als Ersatz für Sebastian Glasner und mächtig Vorschusslorbeeren. Was er bisher zeigte genügte zu selten den Ansprüchen. Eindimensionales Spiel und nur Tor bei 16 Auftritten sind zu wenig für einen Offensivmann. Außerdem lässt ab und an die Arbeitsrate zu wünschen übrig.

Fazit

Die gesamte Spielzeit des SV Wacker ist eine Enttäuschung und kostete den Trainer Donkov früh den Job. Die Erwartungen, die in der Vorsaison geschürt worden sind konnten nicht ansatzweise erfüllt werden. Mit der Neuverpflichtung von Uwe Wolf ändert sich gleichzeitig nicht nur eine Personalie, sondern die gesamte spielerische Ausrichtung. Leistungsträger konnten nicht adäquat ersetzt werden, die Mannschaft war kaum wiederzuerkennen. Nach neun Niederlagen in Folge kam ein erster Aufschwung mit dem neuen Trainer. Zuvor wurde man regelrecht abgefertigt. In der Folge war Burghausen mittelmäßig. Ein Wort das keinesfalls negativ konnotiert ist – Mittelmaß würde in Burghausen jeder unterschreiben.

Ausblick

Ein Trainerschein ist nicht erforderlich, um zu prognostizieren, dass es ganz, ganz eng wird in Sachen Klassenerhalt. Die Fans des SV Wacker müssen sich auf eine harte und lange Saison mit viel Zittern einstellen. Bis zum Schluss wird um jeden Punkt gerungen werden. Positiv: Seit Uwe Wolf spielt man wieder ungerne gegen den SV Wacker. Läuferische Disziplin und Abwehrverhalten sind zurück an der Salzach. Eine Tatsache, die nach einer kompletten Vorbereitung mit Disziplin-Verfechter Wolf nicht schlechter werden dürfte. Nichts desto trotz: die Realität sollte Einzug halten beim SV Wacker. Und volle Kraft voraus in Richtung Klassenerhalt. Ein Unterfangen, das an die Kräftereserven gehen wird. Ausgang: extrem unsicher.

FOTO: Marcel Junghanns / Klettermaxe Photographie / Fototifosi

   
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