Winterfazit Kickers: Steffen formt einen Aufstiegskandidaten

Die Stuttgarter Kickers stehen nach 22 absolvierten Spielen mit 38 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz. Somit können sich die Schwaben, die sich letztes Jahr zum gleichen Zeitpunkt im Abstiegskampf der Dritten Liga befanden, berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg in die zweite Bundesliga machen. Auch die Formkurve der Blauen zeigt nach oben, denn man ist seit acht Spielen ungeschlagen und konnte die letzten drei Begegnungen allesamt gewinnen. Im Folgenden schaut sich liga3-online.de die Hinrunde der Stuttgarter Kickers einmal genauer an.

Das lief gut

Heimstärke

Trotz des Umzuges nach Reutlingen behielten die Stuttgarter Kickers ihre Heimstärke aus der Vorsaison bei. In der Heimtabelle belegen die Schwaben den zweiten Tabellenplatz, punktgleich mit dem Ligaprimus Arminia Bielefeld. Außerdem ist der SVK mit dem MSV Duisburg die einzige Mannschaft, die in dieser Saison noch kein Heimspiel verlor.

Spielerisch überzeugend

Die Stuttgarter Kickers gehören zu den spielstärksten Mannschaften der Dritten Liga und bieten den Zuschauern dadurch attraktiven Fußball. Es ist ein klares System erkennbar und Trainer Horst Steffen legt auch auswärts viel Wert darauf, dass seine Mannschaft die agierende ist und das Spiel bestimmt. Ein Beispiel hierfür war das Auswärtsspiel beim Zweitliga-Absteiger Dynamo Dresden.

Das lief nicht so gut

Die Punkteausbeute in fremden Stadien lässt noch zu wünschen übrig. Zwar brachten die Blauen auch in fremden Stadien oftmals ihre spielerische Qualität zum Vorschein, doch man zeigte sich nicht so effektiv vor dem Tor wie in Heimspielen. Deshalb fuhren die Blauen oftmals mit leeren Händen nach Hause, obwohl sie mindestens gleichwertig mit der Gegner waren. Immerhin konnte man jedoch das letzte Auswärtsspiel in Regensburg mit 2:0 gewinnen.

Neuzugänge

Mit Besar Halimi, Henrik Starostzik und Torhüter Korbinian Müller konnten sich gleich drei Spieler einen Stammplatz erarbeiten. Halimi überzeugte von Beginn an und gehört mit 13 Scorerpunkten zu den besten Mittelfeldspielern der Dritten Liga. Müller bestritt alle Partien in der Dritten Liga über die kompletten neunzig Minuten und kassierte in den letzten vier Spielen nur ein Gegentor. Abwehrspieler Henrik Starostzik bewies vor allem nach der Verletzung des Kapitäns Enzo Marchese wie wichtig er für die Mannschaft sein kann, da er voran geht und Verantwortung übernimmt. Sportdirektor Michael Zeyer kann deshalb mit seinen Einkäufen sehr zufrieden sein, da sie die Mannschaft verstärkt haben. Die Spieler aus dem eigenen Nachwuchs konnten sich bisher noch keinen Stammplatz erkämpfen, sie werden überwiegend eingewechselt. Daniel Kaiser ist der einzige Nachwuchsspieler, dem bisher ein Tor gelungen ist. Der 24-Jährige erzielte einen sehenswerten Freistoß-Treffer  im Spiel gegen Erfurt.

Bester Spieler

Der 20-jährige Besar Halimi brachte seine Qualität auf dem Platz und machte bundesweit auf sich aufmerksam. Obwohl große Vereine wie Benfica Lissabon und Borussia Dortmund an ihm interessiert waren, entschied er sich seinen Vertrag bei den Blauen bis 2016 zu verlängern. Realistisch gesehen ist der ehemalige deutsche Junioren-Nationalspieler jedoch nur zu halten, wenn die Kickers in die zweite Liga aufsteigen.

Größte Enttäuschung

In einer funktionierenden Mannschaft ist es schwer einen Spieler zu benennen, der bisher enttäuschte. Dennoch muss hier Randy Edwini-Bonsu genannt werden. Oftmals fehlt dem kanadischen Nationalspieler die Zweikampfstärke, deshalb muss er auch im System mit zwei Außenstürmern meistens auf der Bank Platz nehmen. Edwini-Bonsu war Zeyers absoluter Wunschspieler, doch bisher bestritt er nur die Partie am siebten Spieltag gegen Bielefeld über die kompletten neunzig Minuten. Er hat also noch Steigerungspotenzial.

Fazit

Trainer Horst Steffen leistet bei den Blauen gute Arbeit und hat einen echten Aufstiegskandidaten geformt. Die Kickers überzeugen bisher spielerisch und blieben zuhause ungeschlagen. Es läuft also bei den Schwaben, da passt es auch ins Bild, dass Daniel Engelbrecht mit zwei Toren bei insgesamt 68 Minuten Einsatzzeit ein sensationelles Comeback im Profi-Fußball feierte. Ebenso, dass Mittelfeld-Star Besar Halimi seinen Vertrag bei den Blauen verlängerte und Angebote von höherklassigen Vereinen ausschlug. Zu guter Letzt darf man nicht vergessen, dass der SVK in den letzten neun Partien ohne ihren Kapitän Enzo Marchese spielte. Die Mannschaft konnte den Verlust gut auffangen und blieb in den letzten acht Spielen ungeschlagen.

Ausblick

Ob die Kickers bis zum Ende um den Aufstieg mitspielen, hängt vor allem davon ab, ob Stürmer Elia Soriano (Kreuzbandriss) ersetzt werden kann. Doch die Verpflichtung von Manuel Fischer, der auch schon für den VfB Stuttgart in der Bundesliga spielte, stimmt die Verantwortlichen zuversichtlich. Mit Daniel Engelbrecht hat man ebenfalls einen Hoffnungsträger in den eigenen Reihen. Wenn er wieder bei hundert Prozent ist, kann er sich berechtigte Hoffnungen auf einen Startplatz in der Steffen-Elf machen. Die Kickers-Fans dürfen das Jahr 2015 also mit viel Optimismus angehen.

   
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