Winterfazit Holstein Kiel: Achterbahn der Gefühle

Während sich die Drittligisten derzeit auf die Rest-Rückrunde vorbereiten, nimmt liga3-online.de die bisherige Saison der 20 Drittligisten unter die Lupe. Heute: Holstein Kiel. In den nun 21 gespielten Partien im Jahr 2013 sammelte der Aufsteiger aus der Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins 24 Punkte und steht damit aktuell auf dem 17. Tabellenplatz. Nach zuletzt drei Monaten ohne Sieg gelang den Störchen ein versöhnlicher Jahresabschluss mit einem Sieg beim letzten Auswärtsspiel des Jahres in Saarbrücken und einem Remis beim letzten Heimspiel des Jahres gegen den Tabellendritten aus Rostock. Im Folgenden schaut sich liga3-online.de die bisherige Saison von Holstein Kiel einmal genauer an.

Das lief gut

Die ersten Wochen verliefen für die Norddeutschen traumhaft. Mit vier Siegen und zwei Remis startete der Aufsteiger in die Saison und schuf sich so eine glänzende Ausgangslage für die aktuelle Spielzeit. Trotz der frühen Ausfälle der Regionalliga-Stammkräfte Jaroslaw Lindner (Kreuzbandriss am 2. Spieltag) und Marlon Krause (ebenfalls Kreuzbandriss, 9. Spieltag) gelang es den Störchen in den meisten Spielen ihre Spielidee umzusetzen und sich nicht vom Gegner das Spiel diktieren zu lassen. Durch ihr durchaus angriffsorientierte Spiel sind die Kieler auch eines von nur neun Teams in der 3. Liga mit einer positiven Torbilanz. Das Team von Trainer Karsten Neitzel überzeugt vor allem in Sachen Moral und Einsatz. So gelang es doch sieben Mal einen Rückstand noch aufzuholen und wenigstens einen Punkt mitzunehmen. Im Hinspiel gegen Saarbrücken drehte Holstein Kiel sogar das Spiel und gewann nach 0:1-Rückstand noch 5:1. Gegen die Stuttgarter Kickers geriet man sogar erst in der 90. Minute in Rückstand und schaffte in der 93. den Ausgleich. Ein Beispiel an Moral und Glauben an die eigene Stärke das seines gleichen sucht.

Das lief nicht gut

Diese Stärke der KSV, immer noch ein Unentschieden holen zu können, ist andererseits auch eine ihrer großen Schwächen. Die Störche müssen sich für ihre Mühen zu oft mit nur einem Punkt begnügen. Mit je neun Unentschieden teilen sich Holstein Kiel und Preußen Münster den Titel des Remis-Königs. Die Krux des Holstein-Spiels ist oft die Chancenverwertung. In den meisten Partien gelingt es den Kielern gut mitzuspielen und offensiven Fußball zu präsentieren. Bezeichnenderweise erzielte das Team von Karsten Neitzel aber nur in fünf von 21 Spielen zwei oder mehr Tore.  Bei den Flanken der Außenspieler und den öffnenden Steilpässen der Innenverteidiger kommt zum Ärger der Fans, und sicher auch der Mannschaft, leider zu selten etwas Zählbares heraus. Die technisch beschlagenen Angreifer der KSV stoßen mit ihrem Kurzpassspiel in der 3. Liga oft auf kompromisslose Verteidiger. Dann, so scheint es, fehlt die Möglichkeit auch einmal einen Treffer zu erzwingen.

Bewertung der Neuzugänge

In Sommer legte Holstein Kiel den Fokus darauf, langfristig mit Talenten zu arbeiten. Mit Takuya Okada, Onur Akdogan und Hauke Wahl stiegen drei Spieler aus der A-Jugend in den Profibereich auf. Während Okada und Akdogan vermehrt  Holsteins Zweite in der Schleswig-Holstein-Liga verstärken, startete der vor knapp zwei Jahren aus Dresden gekommene Innenverteidiger Wahl durch. Doch dazu später mehr. Mittelfeldmotor Tim Danneberg, kam ablösefrei aus Sandhausen, ist aus der Startelf der Stöche ebenso nicht mehr wegzudenken wie der vom FC Bayern München verpflichtete Keeper Riedmüller. Patrick Breitkreuz, ehemals Hertha BSC II, stellt eine solide Ergänzung des Kaders dar und konnte in 15 Saisonspielen bisher 4 Scorerpunkte sammeln. Darryl Geurts, kein Einsatz, und der im Herbst verpflichtete vereinslose George Kelbel, sechs Einwechslungen, konnten bisher noch nicht überzeugen.

Bester Spieler der bisherigen Saison

Überraschend aber nicht unverdient steht hier der Name Hauke Wahl unter dem Titel „Bester Spieler der bisherigen Saison“. Vom ersten Spieltag an rechtfertigte der 19-Jährige das Vertrauen seines Trainers und steigerte sich von Minute zu Minute mehr und verdrängte so selbst den zweitligaerfahrenen Manuel Hartmann, der dann ins Mittelfeld vorrückte. Wahl verpasste bisher nur 18 Minuten der 3. Liga ist damit der Kieler mit der meisten Einsatzzeit.

Schwächster Spieler der bisherigen Saison

Hier kann man keinen konkreten Spieler der Störche an den Pranger stellen, denn es gab wirklich niemanden der im Kollektiv der Kieler stark negativ aufgefallen wäre. Zu kritisieren ist jedoch die Offensivabteilung, die über weite Strecken hinter ihren Möglichkeiten zurück bleibt. Da darf auch niemand ausgenommen werden, denn selbst Topscorer Marc Heider (sechs Tore, zwei Vorlagen) zeigt vor dem Kasten noch zu oft Nerven.

Fazit

Nach einem furiosen Saisonstart und der danach knapp drei Monate währenden Durststrecke hat sich Holstein Kiel mit vier Punkten aus den letzten zwei Spielen ein Stückchen aus der Abwärtsspirale befreien können, sollten die Kieler nach der Winterpause zielstrebiger spielen können, sind gute Chancen vorhanden auch die Saison 14/15 in der 3. Liga zu bestreiten.

Ausblick

Verbliebe die KSV Holstein auf ihrem aktuellen Tabellenplatz, wäre das der Klassenerhalt. Da das Leben aber nicht in Konjunktiv stattfindet, kommt auch im Jahr 2014 wieder viel Arbeit auf das Trainerteam Karsten Neitzel zu. Da aber im Moment auch nur vier Punkte zwischen Platz acht und Platz achtzehn liegen, sind auch alle Voraussetzungen für ein schnelles Aufrücken in der Tabelle gegeben. Wenn die Störchen den Teamgeist und die Moral ins neue Jahr retten konnten, darf man als Holsteiner guter Hoffnung in die nächsten Partien gehen.

FOTO: calcio-culinaria.de

 

   
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