Winterfazit Dortmund II: BVB II etabliert sich in der 3. Liga

Während sich die Drittligisten derzeit auf die Rest-Rückrunde vorbereiten, nimmt liga3-online.de die bisherige Saison der 20 Drittligisten unter die Lupe. Heute: Die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund. Der BVB II präsentiert sich in der neuen Saison deutlich reifer und erfahrener als noch in der vergangenen Spielzeit. Dies spiegelt sich auch in der Tabelle wider, in der die Borussia mit 28 Zählern auf Rang neun steht, vier Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz. Dieser Abstand konnte vor allem dank eines starken Schlussspurts zum Ende des Jahres gehalten werden, als man beim SV Elversberg deutlich mit 5:0 und bei der Zweitvertretung des VfB Stuttgart mit 2:1 gewinnen konnte. Einzig gegen den VfL Osnabrück kassierte die Elf von David Wagner im Dezember eine unglückliche 1:2-Heimniederlage.

Das lief gut

Die Offensive

Anders als noch im vergangenen Jahr lässt der BVB II in dieser Saison viel weniger Großchancen liegen. Nur fünf Teams haben bislang mehr Treffer erzielt als die Schwarz-Gelben, vier davon rangieren in der Tabelle auf den Plätzen eins bis fünf. Grund hierfür ist vor allem die Flexibilität. Elf verschiedene Torschützen sind zwar „nur“ der achtbeste Wert, der aber dennoch fast ausnahmslos von Vereinen überboten werden kann, die mehr Tore erzielt und/oder (teilweise deutlich) mehr Punkte ergattern konnten.

Schwierigen Bedingungen getrotzt

Coach Wagner hat schon die ganze Saison an vielen Fronten zu kämpfen. Kapitän und Eckpfeiler Marvin Bakalorz wurde kurz vor Saisonbeginn an Eintracht Frankfurt verkauft, fünf Spieler verletzten sich langfristig und mehrere junge Spieler wie Marian Sarr, Koray Günter, Erik Durm oder Marvin Ducksch standen aufgrund personeller Probleme bei den Profis immer wieder nicht zur Verfügung. So bestand der Kader der kleinen Borussia an manchen Spieltagen aus lediglich 15 Spielern. Bedenkt man diese Fakten, ist der bisherige Saisonverlauf sogar noch höher einzuschätzen.

Das lief nicht gut

Die Defensive

Vorne hui, hinten pfui: 32 Gegentreffer nach 21 Spielen bedeuten nicht nur einen Schnitt von über 1,5 Gegentoren pro Spiel, sondern auch den viertschlechtesten Wert der Liga. Auf den ersten Blick sehen die Statistiken allerdings gar nicht so schlecht aus: In zwölf Spielen kassierte der BVB maximal einen, in weiteren vier Begegnungen „nur“ zwei Gegentreffer. Jedoch schlichen sich immer wieder Tage ein, an denen wohl partout nichts funktionieren wollte, denn ganze vier Male landete der Ball dreimal oder häufiger im eigenen Netz. Zahlen, die bei der derzeit so engen Tabellenkonstellation am Ende der Saison noch eine entscheidende Rolle spielen könnten…

Platzverweise

Drei Platzverweise aus 21 Spielen sind an sich kein katastrophaler Wert. Ärgerlicher ist die Zahl allerdings, wenn man sich die genauen Vergehen und die dazugehörigen Spiele anschaut. Edison Jordanov kassierte im Spiel gegen Darmstadt eine dumme Gelb-Rote Karte, mit dem er den 1:1-Zwischenstand gegen den damaligen Tabellendritten noch einmal in Gefahr brachte. Auch Koray Günters Platzverweis in der 24. Minute beim Spiel gegen Wacker Burghausen fällt eindeutig unter die Kategorie „unnötig“. Schließlich verhinderte Alomerovic' früher Platzverweis gegen Preußen Münster ein gutes Spiel mit der durchaus vorhandenen Möglichkeit, etwas aus dem Preußenstadion mitzunehmen; stattdessen setzte es eine deutliche 0:4-Klatsche. Anders als im Spielerischen präsentierte sich die Borussia in Sachen Fairness also noch sehr unerfahren.

Bewertung der Neuzugänge:

Wie für eine Zweitvertretung üblich, drehte sich auch bei Borussia Dortmund II das Personalkarussel in der Sommerpause heftig. Dabei konnte die Wagner-Elf aber auch einige Top-Neuzugänge vermelden. Die Verpflichtung vom zweitligaerfahrenen David Solga sollte sich ebenso bezahlt machen wie die der beiden Offensivkräfte Edisson Jordanov (von Hansa Rostock) und dem jungen Tammo Harder (von der U19 des FC Schalke), die beide nach einer kurzen Eingewöhnungszeit inzwischen nicht mehr aus der Startelf wegzudenken sind.

Bester Spieler der bisherigen Saison: Marvin Ducksch

Ohne Frage ist Marvin Ducksch der Garant für die erfolgreichste Drittliga-Hinrunde der Vereinsgeschichte. Neun Tore und vier Assists bei 15 Einsätzen sind eine herausragende Bilanz. Mit seinen Treffern sicherte der erst 19-Jährige der Borussia quasi im Alleingang ganze zwölf Zähler. Dabei fiel Ducksch zuletzt auch deshalb auf, weil viele seiner Treffer wunderschön waren. Als Beispiele kann man hier seinen Lupfer gegen Kiel oder sein Freistoßtor gegen Elversberg nennen.

Pechvogel der Saison: Hendrik Bonmann

Hendrik Bonmann machte im Sommer seinen Traum wahr und wechselte von Rot-Weiß Essen zu seinem Lieblingsclub Borussia Dortmund. Weil der eigentliche Stammtorhüter Alomerovic verletzt ausfiel, mauserte sich Bonmann schnell zu einem heißen Anwärter auf die neue Nummer eins. An den ersten drei Spieltagen sicherte Bonmann durch seine Paraden zwei Siege bzw. hielt sein Team im Duell gegen Osnabrück lange im Spiel. Doch dann der Schock: Anfang September verletzte sich das erst 19-jährige Torhütertalent schwer an der Hüfte und fällt für mehrere Monate aus.

Fazit und Ausblick

Der BVB II ist auf dem besten Wege, sich in der 3. Liga fest zu etablieren. Zum großen Potential, das ohne Frage auch schon in der letzten Saison zu erkennen war, gesellt sich in den Spielen nun auch deutlich mehr Reife und Erfahrenheit. Sollten die Schwarz-Gelben ihre vielen positiven Eindrücke, die sie im ersten Teil der Saison hinterlassen haben, auch in der restlichen Rückrunde bestätigen und vor allem gegen die Teams im Tabellenkeller fleißig punkten, kann der Klassenerhalt schon früh gesichert werden. Allerdings ist die U23 auch sehr von der personellen Situation der Profis abhängig. Sollten wichtige Spieler wie vor allem Ducksch mal für mehrere Wochen befördert werden, drohen Probleme.

FOTO: Marcel Junghanns / Klettermaxe Photographie / Fototifosi

 

   

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