Winterfazit Burghausen: Eine rundum entspannte Hinserie

Der erste Teil der Drittliga-Saison 2012/2013 ist Geschichte – bis auf einige Ausnahmen haben die Vereine 22 Spiele absolviert. Grund genug, die bisherige Saison einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Im Hinrundenfazit widmet sich liga3-online.de heute dem SV Wacker Burghausen. Mit 29 Punkten aus 21 gemachten Spielen steht der SV Wacker auf einem sicheren Platz 9 im Mittelfeld der Tabelle. In den letzten Partien musste Burghausen drei Niederlagen gegen die Spitzenmannschaften aus Münster und Bielefeld hinnehmen, sowie eine 2:1 Schlappe in Chemnitz. Damit verlor Burghausen den Kontakt zu den Spitzenplätzen.

Das lief bisher gut

1. Trainer

Nach anfänglichen Schwierigkeiten scheint es dem SV Wacker Burghausen gelungen zu sein Ruhe auf der Position des Trainers zu haben. Georgi Donkov, jahrelanger Co-Trainer unter Press, Bommer und Stumpf, übernahm zu Beginn der Saison das Ruder. Anfangs konnte man wenige Erfolge verzeichnen. Im Laufe der Saison nahm die Mannschaft aber das veränderte System des Bulgaren an und erzielte durchaus beachtliche Erfolge.

2. Siegesserie

Zwischen Ende September und Ende Oktober fuhr man 5 Siege in Folge ein, darunter „Dreier“ gegen die Hochkaräter vom Karlsruher SC und dem FC Heidenheim. Die Serie ist bislang keinem Team in der Vereinsgeschichte gelungen. Zwischenzeitlich schien der SVW an die Erfolge der Vorsaison anknüpfen zu können, ehe die Realität Einzug hielt.

3. Heimstärke

In acht von zehn Heimspielen blieb der SV Wacker in der heimischen Wacker-Arena unbesiegt. Genau wie in der abgelaufenen Saison schien die oberbayerische Festung, trotz der Auftaktniederlage gegen Preußen Münster kaum einnehmbar für die großenteils weit angereisten Gäste. Insgesamt verzeichnet man sechs Siege in der Heimat, bei nur zwei Niederlagen und zwei Remis.

Das lief bisher nicht gut

1. Neuzugänge

Wenig überzeugen konnten die Neuverpflichtungen des SVW. Aschauer, Kulabas, Schick und Freiberger  blieben hinter den Erwartungen und konnten die abgewanderten Spitzenspieler Adler, Chaftar und Glasner mitnichten ersetzen. Im Laufe der Saison kamen Luz und Strifler hinzu. Ersterer kam ohne große Spielpraxis nach Burghausen und war dementsprechend körperlich nicht auf Drittliga-Niveau. Trotzdem konnte man in Luz´Spiel durchaus gute Ansätze erkennen. Jonas Strifler (als Ersatz für den verletzten Burkhard verpflichtet) konnte hingegen sofort überzeugen. Ersatz- Torhüter Aulbach erlebte einen rabenschwarzen Tag im einzigen Einsatz gegen Unterhaching.

2. Zuschauerzahlen

Trotz der sehr starken Vorsaison und der angesprochenen Heimstärke gelang es dem SV Wacker nicht die Zuschauerzahlen zu steigern. Mit nur ca. 2500 Zuschauern pro Heimspiel liegt der SVW auf Platz 18 der Zuschauer-Tabelle – Tendenz: fallend.

3. Ausfall Christoph Burkhard

Dauerbrenner Christoph Burkhard konnte in der bisherigen Saison kein Spiel bestreiten, aufgrund einer Verletzung (liga3-online.de berichtete). Gerade zu Beginn fehlte der erfahrene Rechtsverteidiger an allen Ecken und Ende. Nachwuchsspieler Moritz Moser machte seine Sache ordentlich, hatte gerade im Spiel nach vorne aber wenig Glanzpunkte. Erst mit der Verpflichtung Striflers konnte die Lücke einigermaßen geschlossen werden.

Bester Spieler: Maxi Thiel

Das Eigengewächs ist mit fünf Treffern der Top-Torjäger des SV Wacker. In seiner ersten Spielzeit als Stammspieler überzeugt Thiel mit Einsatz und Spielfreude und wächst immer mehr in die Rolle. Trainer Donkov zeigte sich zuletzt sehr zufrieden mit dem gebürtigen Altöttinger.

Ebenfalls immer wieder eine Augenweide: Spielmacher Youssef Mokhtari, den aber immer wieder Verletzungen ausbremsten.

 

Schwächster Spieler: Alexander Aschauer

Mit großen Vorschusslorbeeren kommt der junge Österreicher vor der Saison vom VfB Stuttgart, bzw. Red Bull Salzburg. Dort galt Aschauer als großes Talent. Aschauer gelang es nicht, den hohen Erwartungen gerecht zu werden. Seine Spielweise wirkte oft eindimensional und vorhersehbar. Gerade im Vergleich mit Vorgänger Adler ist deutlich Luft nach oben für den 20-Jährigen.

Transfermarkt

Immer wieder kommen Gerüchte auf, wonach der SV Wacker noch nach der Suche nach einem Stürmer sei. Triers Chhunly Pagenburg, einst beim 1.FC Nürnberg in der Bundesliga wird immer wieder genannt. Trainer und Präsidium halten sich bedeckt. Man wolle nur dann handeln, wenn alles passe und man davon überzeugt sei, dass Spieler und Verein zusammenpassen. Bleibt abzuwarten, ob den klammen Burghausern noch ein Coup gelingt – die Position des Stürmers ist jedenfalls ein guter Tipp.

Fazit: Platz 9 geht in Ordnung

Niemand wusste so genau wo der SV Wacker steht vor der Spielzeit 2012/2013. Nach den personellen Umbauten im Kader, sowie auf der Trainerbank war der SV Wacker die Unbekannte der Liga. In der Vorsaison den Aufstieg knapp verpasst, waren die Erwartungen im Umfeld hoch. Nach erheblichen Startschwierigkeiten stabilisierte sich Wacker und startete eine Serie im Oktober. Dieser Serie folgte eine kleine Negativserie, welche Burghausen ins Niemandsland der Tabelle katapultierte. Insgesamt geht Platz neun vollkommen in Ordnung, wechseln sich Licht und Schatten ab in Oberbayern. Aufgrund der Qualität des Kaders ist der Verein nahe am Optimum.

Ausblick: ruhige Saison

Da weder besonders viel nach oben noch nach unten zu gehen scheint, dürfte dem SV Wacker eine ruhige Rückrunde ins Haus stehen. Die Zielsetzung von 40 Punkten dürfte bald erreicht werden und somit steht der SV Wacker vor einen ruhigen Restsaison, was gerade in der abgelaufenen Spielzeit aufgrund der Trainer-Personalien (Abgänge von Bommer nach Cottbus, Stumpf verlängerte Vertrag nicht) nicht der Fall war. Der SV Wacker wird mit einem Platz im oberen Mittelfeld zufrieden sein. Mit eben jenem ist auch zu rechnen.

FOTO: Sven Rech

   
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