Winterfazit Arminia Bielefeld: Kontakt zu den Aufstiegsrängen

Der erste Teil der Drittliga-Saison 2012/2013 ist Geschichte – bis auf einige Ausnahmen haben die Vereine 22 Spiele absolviert. Grund genug die bisherige Saison einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Im Hinrundenfazit widmet sich liga3-online.de heute Arminia Bielefeld. Nach 21 Spielen haben die Ostwestfalen 39 Punkte auf ihrem Konto. Das reicht aktuell für den vierten Tabellenplatz und um Kontakt zum Relegationsplatz zu halten. Vor der Winterpause erlebten die Blauen ein kurzes Auf und Ab. Dem 3:0-Sieg gegen Burghausen folgte eine Niederlage in Aachen (1:2). Im letzten Spiel des Fußballjahres 2012 bezwang man Dortmund II mit 4:2.

Das lief bisher gut: der starke Saisonstart

Nach zwei Remis zu Saisonbeginn gegen Alemannia Aachen und Dortmunds U23 startete die Arminia eine Serie von 5 Siegen. Folgerichtig führten die Bielefelder danach die Tabelle an. In diesen fünf Spielen lief wirklich alles zu Gunsten der Elf von Trainer Stefan Krämer. Besonders ins Auge fallen der glückliche Sieg gegen die guten Karlsruher und der 3:2-Sieg über Saarbrücken als erst in der Nachspielzeit der Dreier eingefahren wurde. Die Siege gegen Erfurt und die Stuttgarter Kickers zeigten, dass die Arminen in dieser Saison eine gefestigte Mannschaft haben. Glück hatten die Bielefelder beim Auswärtssieg in Offenbach. Erst nach diesem Spiel erholten sich die Kickers von ihrem Fehlstart. Jemand, der in diesen Spielen aus allen Lagen traf, ist Bielefelds Stürmer Fabian Klos.

Das lief bisher gut: Torjäger Fabian Klos als Punktegarant

Vor Allem in der frühen Phase der Spielzeit war Fabian Klos die Lebensversicherung für die Bielefelder. Insgesamt 13 Tore schoss Klos in seinen 20 Saisonspielen. Zusammen mit Chemnitz-Stürmer Anton Fink führt er die Torjägerliste in Liga 3 an. Unvergessen ist sein Dreierpack gegen Saarbrücken (3:2). Auch gegen die Stuttgarter Kickers (1:0), den Karlsruher SC (1:0) und im Rückspiel gegen Dortmund II war Klos der Garant für den Erfolg. Von Spieltag zehn bis 15 hatte der 25-jährige eine Torflaute – das Ergebnis war, dass Arminia nur sieben aus 15 möglichen Punkten holte. Für den Aufstiegskampf ist das zu wenig. Für Bielefeld ist der 13-Tore-Mann ein besonders wichtiger Faktor im Aufstiegsrennen. Trifft er weiter so, ist auch der Aufstieg weiter möglich.

Das lief bisher gut: Neuzugänge schüren Konkurrenzkampf

Zugänge wie Pascal Testroet oder Christian Müller beleben den Kampf um die Plätze für die Startelf. Hille, Rahn und Co. tut die Konkurrenz im Nacken gut, denn auch bei ihnen läuft es besser. Ist mal jemand verletzt oder gesperrt, kann er fast ohne Qualitätsverlust ausgetauscht werden. Auch die neuen Philipp Riese und Marc Lorenz drängen in die Mannschaft, doch bislang sind ihnen lange Einsätze verwehrt geblieben. Der Ex-Osnabrücker Stephan Salger spielt auf der linken Abwehrseite mit guten Leistungen sogar die erste Geige.

Das lief bisher nicht gut: Schwach in den entscheidenden Spielen

Die 0:4-Klatsche im Derby gegen Preußen Münster wird auch heute noch vielen Arminen Alpträume bereiten. Die Mannschaft wirkte harmlos und war unterm Strich chancenlos bei den Preußen. Ganz und gar nicht im Stile einer Mannschaft die aufstiegen will. Auch das schmeichelhafte 0:0 in Osnabrück war keine Glanzleistung der Blauen. Letztendlich waren aber auch die Osnabrücker Rivalen nicht clever genug, um den Sieg einzufahren. Im Vorfeld wurde auch viel über das Spiel in Aachen diskutiert. Von "Wettbewerbsverzerrung" war die Rede, weil Aachen im Winter zu Spielerverkäufen gezwungen war. Schließlich wurde in Aachen gespielt. Gegen den damaligen Tabellenneunzehnten verlor Arminia Bielefeld nach eigener Führung. Für ein Team, das vom Aufstieg träumt eine peinliche Leistung.

Das lief bisher nicht gut: Zu wenig Punkte in der Ferne

Beim Blick auf die Statistik wird klar: Auswärts läuft es nicht bei den Blauen. Nur Platz Sieben in der Auswärtstabelle belegen die Ostwestfalen, während sie Zuhause hinter dem Karlsruher SC und Preußen Münster die stärkste Mannschaft ist. In der Ferne setzte es Niederlagen gegen Münster, Unterhaching (2:3) und Aachen (1:2). Zuhause musste man sich einzig Hansa Rostock geschlagen geben (0:1). Auch gegen Halle, Osnabrück und Dortmund II reichte es zu keinem Erfolg in der Fremde. So heißt die Devise mehr Punkte Auswärts holen.

Bester Spieler: Fabian Klos

Von 33 Bielefelder Toren gehen 13 auf das Konto von Fabian Klos. Er rettete die Arminia häufig vor Punktverlusten in knappen Partien. Wenn es bei Klos nicht so läuft, ist Arminia auch nicht so stark. Nur dreimal gewannen die Blauen, als Klos nicht traf. Zudem tritt er auch oft als Vorlagengeber in Erscheinung und arbeitet viel nach hinten. Im Sturmzentrum ist der Ex-Wolfsburger bei Coach Krämer gesetzt. Beunruhigend aus Bielefelder Sicht ist, dass sein Vertrag zum Saisonende ausläuft.

Schwächster Spieler: Eric Agyemang

Vor der letzten Saison als Torgarant für die dritte Liga geholt, enttäuschte Eric Agyemang in der Hinrunde. Häufig bringt es der 32-jährige nur auf Kurzeinsätze. In seinen neun Einwechslungen wirkte der Stürmer oftmals wie ein Fremdkörper im Bielefelder Spiel. Außerdem fehlt es ihm an Schnelligkeit. Auch ein gutes Stellungsspiel und Ballsicherheit lässt er aktuell vermissen. Vielleicht kommt Agyemang durch das Trainingslager im türkischen Belek zu seiner alten Form zurück.

 Transfermarkt

Aktuell beobachtet man bei Arminia nur den Markt. Sollte sich die Möglichkeit ergeben, wird ein Rechtsverteidiger-Ersatz für den am Kreuzband verletzten Dennis Riemer verpflichtet. Bis dahin wird auf die Karte der Eigengewächse gesetzt. Spieler aus der U23 und U19 sollen mit ins Trainingslager in die Türkei fahren. Stabilisiert sich Marcel Appiah hinten rechts, dann wäre eine interne Lösung als Konkurrent für Appiah besonders aus finanzieller Sicht wünschenswert. Eine Leihgeschäft mit einem Bundesligisten ist nicht auszuschließen.

Fazit

Platz vier geht für Bielefeld in Ordnung. Eine gute Ausgangsposition für eine spannende Rückrunde haben sich die Blauen geschaffen. Nach dem hervorragenden Start ist der Aufstieg nicht aus der Reichweite. Auch im Pokalfight mit Erstligist Bayer Leverkusen (2:3 n.V.) haben die Arminen gezeigt, zu was sie fähig sind. Einzig das 0:4 in Münster lässt sich nicht so einfach erklären. Knappe Niederlagen sind in der ausgeglichenen dritten Liga immer möglich.

 

Ausblick: Angriff auf den Relegationsplatz

 Vor der Saison wären in Bielefeld viele mit einem Platz im oberen Mittelfeld zufrieden gewesen. Mittlerweile wissen aber alle, dass auch der Aufstieg möglich ist. Besonders der Relegationsplatz erscheint realistisch für die Ostwestfalen. Wobei auch die Aufstiegsrivalen aus Münster, Karlsruhe und Osnabrück noch weiter beweisen müssen, weshalb sie in die zweite Liga wollen. Kommt Arminia wieder so gut aus den Startlöchern wird es auf jeden Fall bis zum Schluss um den Aufstieg gehen. Andersherum kann es auch ganz schnell ins Mittelmaß gehen, denn die Konkurrenz aus Heidenheim und Unterhaching schläft nicht.

   

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