Winkler im Interview: "Es ist anstrengend und frustrierend"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Unterhachings Kapitän Alexander Winkler über die monatelange sportliche Talfahrt der Hachinger, das Offensivproblem, den Abstiegskampf und das Spiel gegen den direkten Konkurrenten Sportfreunde Lotte am Samstag.

[box type="info"]"Sind selbst schuld"[/box]

liga3-online.de: Seit elf Spielen gab es keinen Sieg, der Vorsprung auf die Abstiegszone beträgt nur noch zwei Zähler. Hätten Sie vor ein paar Wochen damit gerechnet, dass es noch einmal so eng wird, Herr Winkler?

Alexander Winkler: Nein. Ich war Woche für Woche davon überzeugt, dass wir unsere Krise beenden, endlich wieder gewinnen und unseren Vorsprung vergrößern. Allerdings hat das nie geklappt und da sind wir selbst schuld. Wir hätten einige Spiele gewinnen müssen, haben es aber verpasst, Tore zu schießen. Hinten wurden wir dann oft für leichte Fehler bestraft.

Zuletzt gab es ein deutliches 0:4 beim 1. FC Kaiserslautern. Wie bewerten Sie die Hachinger Leistung?

Die erste Halbzeit war ansprechend. Wir waren die bessere Mannschaft und haben mal wieder eine Großchance liegen lassen. In der zweiten Hälfte haben wir es dann aber leider nicht hinbekommen, daran anzuknüpfen. Durch einen Standard sind wir unglücklich in Rückstand geraten und danach hat der FCK jeden unserer Fehler eiskalt ausgenutzt. Dieses Spiel hätten wir nie im Leben 0:4 verlieren dürfen. Das Ergebnis ist deutlich zu hoch ausgefallen. Weil auch das Torverhältnis am Saisonende noch eine Rolle spielen kann, war der Ausgang der Partie doppelt bitter. Noch haben wir aber glücklicherweise die beste Tordifferenz von den abstiegsgefährdeten Teams.

Seit dem 21. Spieltag erzielte die SpVgg gerade einmal vier Tore. Wie ist diese Harmlosigkeit in der Offensive zu erklären?

Es ist ein Mix aus fehlendem Selbstvertrauen und fehlender Qualität – bedingt durch den Ausfall von Stephan Hain, der unglaublich schwer wiegt. Ihn kann man nicht 1:1 ersetzen.

Ist die sportliche Talfahrt und die Torkrise tatsächlich nur am Ausfall von Stephan Hain festzumachen?

Nicht nur, aber er fehlt nun einmal an allen Ecken und Kanten. Stephan ist wahnsinnig wichtig für uns. Durch ihn profitieren auch seine Mitspieler in der Offensive. Wenn wir in 16 Partien nur viermal treffen, dann muss man einfach festhalten, dass uns ohne ihn aktuell die nötige Qualität fehlt. Im Training treffen wir das Tor aus allen Lagen, aber im Spiel will es nicht funktionieren.

 

[box type="info"]"Angst vor dem Abstieg verdrängen wir"[/box]

Wie kräfteaufreibend ist es vor allem für Sie als Kapitän, immer wieder aufs Neue das Team zu motivieren, um dann doch erneut leer auszugehen?

Es ist schon anstrengend und auch frustrierend. Aber es nützt nichts, in der Vergangenheit zu leben. Ich werde positiv bleiben und weiter vorangehen. Als Kapitän ist es meine Aufgabe, die Jungs mitzureißen. Und das werde ich auch in den verbleibenden zwei Partien tun.

Am Samstag geht es gegen den direkten Konkurrenten Sportfreunde Lotte weiter. Bei einer Niederlage könnte Haching womöglich auf einen Abstiegsplatz abrutschen. Wie groß ist die Anspannung?

Die Anspannung ist selbstverständlich enorm. Jedem von uns ist bewusst, dass die Lage bei einer Niederlage sehr kritisch werden könnte und wir den Klassenverbleib dann möglicherweise nicht mehr in der eigenen Hand haben. Das darf nicht passieren. Die Angst vor dem Abstieg verdrängen wir durch eine positive Stimmung im Training.

Was macht Sie optimistisch, dass es nach langer Zeit mal wieder mit einem Sieg klappt und dadurch vielleicht schon der Klassenverbleib gefeiert werden kann?

Die Stimmung ist wie gesagt klasse, jeder ist hoch engagiert und haut sich im Training voll rein. Trotz der lange andauernden Krise gehen wir nicht aufeinander los, sondern motivieren uns ständig gegenseitig. Wir wissen, dass am Samstag nur das Resultat zählt. Es ist mir mittlerweile egal, ob wir schlecht spielen – wichtig ist der Sieg. Fußball ist nun einmal knallharter Ergebnissport. Es gibt keine B-Note oder Punkte für das Schönspielen.

   
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