Wiesbaden: Ärgerliche aber gerechte Punkteteilung in Aalen

Nur fünf Minuten fehlten dem SV Wehen Wiesbaden, um zum Auftakt der Rückrunde seine nun 10 Spieltagen andauernde Sieglosserie zu beenden. Auch wenn der späte Treffer des VfR Aalen aus Sicht der Hessen ärgerlich ist, so war das 1:1-Unentschieden leistungsgerecht. Für die kommenden Aufgaben lassen sich aber durchaus positive Aspekte mitnehmen.

Verdiente Führung zur Pause

Von den bisher fünf Winterneuzugängen standen mit Sascha Mockenhaupt und Dominik Nothnagel zwei neue Spieler in der Startelf. Patrick Breitkreuz (Aufbautraining nach Kreuzbandriss) und Evans Nyarko (Muskelfaserriss) fehlten noch verletzt. Und der offiziell erst am Spieltag verkündete Neuzugang Kerem Bulut saß auf der Bank. Auch in der Formation gab es beim SV Wehen Wiesbaden eine Veränderung. Statt dem oftmals in der Hinrunde gespielten 4-4-2 setzte Torsten Fröhling auf das in der Wintervorbereitung erarbeitete 4-1-4-1 mit Kevin Pezzoni als alleinigen Sechser und Manuel Schäffler als einzigen Stürmer. Die kompaktere Ausrichtung zeigte im Spiel gegen Aalen vor allem in der ersten Hälfte ihre Wirkung. Den Gastgebern fiel bei Ballbesitz nicht viel ein, um sich bis zum Strafraum durchzuspielen. Stattdessen pressten die Hessen situationsbedingt immer wieder auf den ballführenden Gegenspieler und zwangen Aalen so immer wieder zu Fehlern, um dann den schnellen Weg in die Spitze zu suchen. Und die erste wirklich klare Chance des Spiels nutzte der SVWW auch zur Führung. Einen Freistoß klärte Sascha Traut genau vor die Füße von Marc Lorenz. Im Zentrum musste Manuel Schäffler nur noch seinen Fuß in die scharfe Hereingabe halten. Auch nach der Führung fanden die Gastgeber keine Mittel, um die Hessen ernsthaft in Gefahr zu bringen. Stattdessen zwang Marc Lorenz kurz vor der Pause nach einem Fehler von Robert Müller Torhüter Daniel Bernhardt zum Eingreifen.

Der Druck wurde zu groß

Da die Aalener deutlich ihre Mühen hatte, einen Weg durch die disziplinierte und laufstarke Defensivarbeit der Gäste zu finden, sah sich VfR-Trainer Peter Vollmann gezwungen, bereits in der Halbzeitpause einen Doppelwechsel vorzunehmen: Philipp Hercher und Gerrit Wegkamp kamen für Mika Ojala und Sebastian Vasilidis. Gleichbedeutend erfolgte damit auch eine Systemumstellung auf zwei Angreifer und die Ausrichtung auf hohe und weite Bälle. "Wir haben die Kopfbälle zwar ordentlich gewonnen, aber dann nicht mehr Ruhe reingekriegt, nicht mehr den Ballbesitz ausgenutzt, die Räume ausgenutzt. Wir kamen im Endeffekt nicht mehr in unser Spiel. Wir haben die Ordnung so ein bisschen verloren“ sah SVWW-Trainer Torsten Fröhling Anpassungsprobleme bei seiner Mannschaft auf die neue Taktik der Aalener. Die Hessen waren nun weit in die eigene Hälfte gedrängt, ließen aber zunächst noch immer keine klaren Chancen zu, kamen aber auch selbst nicht mehr gefährlich vor das Tor. In der 65. Minute dann die bis dahin beste Chance der Aalener auf den Ausgleich. Nach einer Flanke von der linken Seite kam Martin Toshev zum Kopfball, setzte den Ball aber einen Meter neben das Tor. Für die letzten zehn Minuten löste Vollmann dann noch die Viererkette auf, indem er Alexandros Kartalis für Thorsten Schulz brachte. Ein Wechsel, der sich nur fünf Minuten später auszahlte. Zunächst konnte SVWW-Torhüter Markus Kolke stark gegen Mathias Morys abwehren, die Defensive des SVWW vergaß aber den eingewechselten Deutsch-Griechen, der völlig unbedrängt abstauben konnte. In der 88. Minute hätte Martin Toshev sogar noch den Siegtreffer für Aalen erzielen können. Sein Kopfball aus sieben Metern nach einem Eckball war aber nicht druckvoll genug und so kein Problem für Kolke.

Abstiegsplätze verlassen

"Die erste Halbzeit denk ich mal ging an uns und die zweite an Aalen“, sah Fröhling ein am Ende gerechtes Unentschieden. Trotz des erneuten späten Gegentreffers war man beim SVWW bemüht die positiven Aspekte des Auftritts in Aalen hervorzuheben. "Die erste Halbzeit, denk ich mal, die ging an uns. Da haben wir sehr diszipliniert gespielt, sehr gut angelaufen, haben die Räume eng gemacht, haben Zweikämpfe gewonnen und haben auch ein wunderschönes Tor herausgespielt. Da freu ich mich auch für Manuel Schäffler, dass er wieder getroffen hat", so Fröhling weiter. Auch Mannschaftskapitän Patrick Funk bewertete den Punktgewinn letztendlich positiv, reichte der bereits aus, um den Abstiegsplatz zu verlassen. "Dass die Gegner jetzt ein bisschen für uns gespielt haben ist gut. Deswegen wären vielleicht die drei Punkte umso besser gewesen, aber der Punkt hilft im Endeffekt auch schon ein bisschen was. Wir haben es in der eigenen Hand und jedes Spiel zählt. Und da müssen wir nächste Woche gegen Lotte im Heimspiel die drei Punkte bei uns behalten.“

   
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