Wiedersehen mit Eismann: Meppen bittet um Besonnenheit

Als sich der SV Meppen und der FC Carl Zeiss Jena in der Hinrunde begegneten, endete dieser Vergleich 2:2. Die Erinnerungen an das Spiel wären sicher längst verblasst, wäre da nicht der Ausgleichstreffer von Jenas Sören Eismann, dessen Entstehung bis heute für Ärger im Meppener Umfeld sorgt.

Eismanns Tor erhitzt die Gemüter

Die Szene, die die Gemüter noch Monate später erhitzt, ereignete sich in der 57. Minute: Jenas Julian Günther-Schmidt verletzte sich im Zweikampf mit Meppens Martin Wagner. Beim Aufsteiger war man sich ganz offensichtlich unsicher, wie nun weiter zu verfahren war. Nico Granatowski bekam den Ball, hob dann hilfesuchend den Arm, Schiedsrichter Benjamin Bläser ließ weiterspielen, und so kam es, wie kommen musste: Jenas Eismann schnappte sich den Ball und traf völlig unbedrängt zum zwischenzeitlichen 1:2.

Der Fall Eismann schrieb bundesweit Schlagzeilen, der 29-Jährige entschuldigte sich am Tag nach dem Spiel in den sozialen Netzwerken: "Ich kann nur sagen, dass ich die Situation, wie das Tor entstanden ist, sehr bedaure. Ich möchte mich bei all denen, für die ich mit meinem Verhalten gegen den Fairplaygedanken verstoßen habe, entschuldigen."

Und doch ist damit zu rechnen, dass man sich in Meppen nicht unbedingt auf das Wiedersehen mit Eismann freut. Vorstandssprecher Andreas Kremer sagte kürzlich der "Neuen Osnabrücker Zeitung", Jenas Präsident Klaus Berka habe sich nach dem Spiel persönlich bei ihm entschuldigt. "Ich fand es gut, dass er sich gemeldet hat. Die Geste ist okay."

"Wollen es nicht zum Thema machen"

Doch natürlich weiß auch Kremer, dass die Angelegenheit damit nicht abgehakt ist. Vor dem Wiedersehen am Mittwoch mit Jena und Sören Eismann bat er deshalb alle Meppener um Besonnenheit. Es gilt, verbale Ausschreitungen möglichst zu verhindern, um so finanziellen Schaden vom SVM fernzuhalten. Ob der Plan aufgeht, wird sich heute Abend zeigen. Für Trainer Christian Neidhart ist klar: "Wir wollen es auch nicht zum Thema machen."

Auch für den FCC "ist das Thema erledigt", wie Trainer Mark Zimmermann sagte. "Aber natürlich haben wir auch keinen Einfluss darauf, wenn es zum Spiel wieder hochkochen sollte. Wir fahren nach Meppen, um dort Fußball zu spielen. Ich kann sagen, dass wir uns auf das Spiel, Meppen und die dortige Atmosphäre sehr freuen."

   
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