Wenig Tore, viele Ausfälle: Holstein reist mit Problemen zum CFC

Ladehemmung im Sturm, und jetzt auch noch Personalprobleme: Holstein Kiel reist mit einigen Sorgen im Gepäck zum Auswärtsspiel nach Chemnitz. In den letzten drei Begegnungen holten die Störche jeweils nur ein Unentschieden, trotz teilweise drückender Überlegenheit. In 270 Drittliga-Minuten brachte die KSV dabei nur einen Treffer zustande. Entsprechend legte Trainer Markus Anfang den Schwerpunkt seiner Übungseinheiten zuletzt auf den Torabschluss.

Janzer und Harder fallen definitiv aus

"Wir haben die Länderspielpause genutzt, um an manchen Tagen auch zweimal trainieren zu können“, so Anfang. Insbesondere Standards standen auf dem Trainingsprogramm. Im letzten Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt hatte Holstein zum Schluss zehn Eckbälle und ebenso viele Freistöße aus aussichtsreicher Position auf dem Konto – ohne dass etwa Zählbares dabei heraussprang. Die Frage, die den KSV-Coach beschäftigt: "Wie viel sollen wir ändern, wenn derzeit 90 bis 95 Prozent unseres Spiels passen?“ Seine Spieler sollen in Chemnitz nicht ins offene Messer laufen, sondern überlegt nach vorne spielen. "Nur vor dem Tor sollten wir kaltschnäuziger werden“, fordert Anfang.

Es ist allerdings unklar, mit welcher Aufstellung die Kieler dies erreichen wollen. Denn vor allem in der Offensive fehlen die Alternativen. Der zuletzt formverbesserte Manuel Janzer, einziger Torschütze in den letzten drei Spielen, fällt nach seiner Oberschenkelverletzung aus dem Erfurt-Match aus. Tammo Harder, bislang selten eingesetzter Stürmer, sollte sich am vergangenen Wochenende bei der zweiten Mannschaft in der fünftklassigen Schleswig-Holstein-Liga Spielpraxis holen, kassierte jedoch nach einer Handgreiflichkeit die Rote Karte. Nun ist der Neuzugang von Borussia Dortmund gesperrt. Und ob der zuletzt aus disziplinarischen Gründen nicht berücksichtigte Steven Lewerenz dem Kieler Kader angehört, ließ die KSV bis Freitagmittag offen.

Respekt vor Fink und Frahn

Auch in der Defensive drückt bei Holstein der Schuh. Neben dem nach wie vor verletzten Linksverteidiger Patrick Kohlmann wird auch Dominic Peitz den Störchen fehlen. Der Chef im zentralen Mittelfeld kassierte gegen Erfurt die fünfte gelbe Karte und muss pausieren. Keine guten Voraussetzungen gegen den CFC, der nach einer Erfolgsserie das Team der Stunde in der Dritten Liga ist. Insbesondere die sächsischen Angreifer Anton Fink und Daniel Frahn haben die Kieler im Blick. "Unsere Innenverteidiger, aktuell Rafael Czichos und Dominik Schmidt, lösen ihre Aufgabe bis dato sehr gut“, betont Anfang. Sein Team müsse versuchen, Fink und Frahn vom Strafraum fernzuhalten, "aber das ist eine Aufgabe, die die ganze Mannschaft gemeinschaftlich lösen muss“.

Zurück von einer abenteuerlichen Reise ist Holsteins Flügelspieler Milad Salem. Der 28-Jährige absolvierte in Duschanbe, der Hauptstadt Tadschikistans, seinen ersten Auftritt für die afghanische Nationalmannschaft. Sein Team verlor das Freundschaftsspiel gegen das Nachbarland zwar vor 20.000 Zuschauern mit 0:1, aber das Erlebnis habe für „Gänsehaut pur“ gesorgt, so Salem nach seiner Rückkehr. Holstein hat damit wieder einen aktuellen Nationalspieler. Zuletzt lief mit Francky Sembolo (Republik Kongo) im Jahr 2011 ein Kieler Spieler in einem A-Länderspiel auf.

 

   
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